Aus Deutschland ausgereist: Islamist tötet bei Selbstmordanschlag zwei irakische Generäle

Bagdad/Ramadi. Erneut hat sich im Irak ein aus Deutschland ausgereister Kämpfer der Islamisten-Miliz Islamischer Staat (IS) als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erklärte der IS im Internet, daß der Mann mit dem Kampfnamen Abu Mukatil al-Almani (“der Deutsche”) einer von sechs Angreifern gewesen sei, die sich nördlich der Stadt Ramadi in der westlichen Provinz al-Anbar in die Luft gesprengt hätten. Bei dem Anschlag kamen nach Angaben offizieller irakischer Stellen zwei hohe Generäle und eine unbekannte Anzahl von Soldaten ums Leben, die dort gegen den IS kämpfen. Damit steigt die Zahl aus Deutschland ausgereister Islamisten, die in Syrien und im Irak als Selbstmordattentäter ums Leben kamen, auf mindestens 21 Personen.

Zum Hintergrund: Seit 2011 kämpfen Armee und Rebellen um die Vorherrschaft im Mittelmeerland Syrien. Ende 2013 wurde die Zahl der Rebellen auf etwa 100.000 geschätzt, rund die Hälfte davon gehörte zum selben Zeitpunkt sunnitischen Islamisten-Milizen wie der Jabhat al-Nusra oder dem auch grenzübergreifend im Irak aktiven Islamischen Staat (IS, vormals Islamischer Staat im Irak und Syrien, ISIS) an. Seit September 2014 wird allein für den IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen nach Berechnungen der UN vom Herbst 2014 aus dem Ausland. Die EU schätzte Anfang 2015, daß bis zu 6.000 Personen aus EU-Staaten ausgereist sind, während die spanische Polizei zeitgleich von mindestens 30.000 Ausreisen aus der EU ausging. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht und finanzielle und militärische Unterstützung gewährt. Aus Deutschland sind mindestens 720 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien und in den Irak ausgereist. Etwa 100 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen und irakischen Armee, der jeweiligen Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden, rivalisierenden islamistischen Gruppierungen oder bei Luftschlägen der internationalen Anti-IS-Koalition getötet worden. Der bekannteste davon war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Inzwischen agieren die Ausgereisten in dem Krisengebiet nicht mehr nur als Kämpfer, sondern auch als Selbstmordattentäter: In mindestens 21 Fällen sprengten sich aus Deutschland ausgereiste Islamisten in die Luft. Es wird befürchtet, daß in den Konflikten weiter radikalisierte Kämpfer nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)
Zuerst

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