Ist es wirklich nicht wichtig, wer hereinkommt und wer bleibt?

Unser Zeitalter nennt sich stolz das aufgeklärte, oder, da sich alles sprachgeregelt abspielt, das politisch korrekte. Letzteres stimmt ohne Zweifel, und dazu gehört, daß man tolerant und weltoffen zu sein hat. Bis zur Selbstaufgabe, versteht sich. Etwa indem eine selbstzerstörerische Bevölkerungs- und Gesellschaftspolitik goutiert wird.

Wie manche einer solchen indirekt zustimmen, dafür könnte ein wohl gut gemeinter Beitrag in der Zeitschrift des Österreichischen Alpenvereins stehen. Für das Vereinsblatt stellt sich, möglicherweise wegen Mitgliederschwund, nämlich die Frage „Ob es wirklich so wichtig ist, woher jemand kommt, welche Migrationsgeschichte jemand hat, welcher Religion man angehört?“

Neue Bergphilosophie? Eine eher philosophische Frage wäre sie vielleicht geblieben, hätte man sie nicht in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung gestellt. Dahinter steckt jedoch, wie aus dem erwähnten Beitrag hervorgeht, tiefer Ernst und jede Menge politische Korrektheit. Also am Berg, dort wo man sich auf den anderen absolut verlassen muß können, soll der Wind der Veränderung einziehen. Multikulti ausgerichtet darf er blasen, „linksliberal“ sowieso.

Nun mag ja eine Blutauffrischung im Einzelfall, wo man jemand schon gut kennt oder jemand von vertrauenswürdiger Seite empfohlen wurde, noch gut gehen. Aber so ganz allgemein durchmischt, da wird man wohl irgendwann auch mit Polygamisten und verkappten Gotteskriegern als neue Bergkameraden rechnen dürfen. Und da stellt sich die für alte Bergkameraden ungewöhnliche Frage: wird dann das Gipfelkreuz verhüllt werden müssen?

Mit einem unmißverständlichen Fingerzeig geht es dann in der Vereinszeitschrift „Bergauf“ zum wissenschaftlichen Kern der Sache: „…aus der Biologie sei ja bekannt „daß Diversität ein System stärkt und überlebensfähiger macht“. Gewiß, gewiß. Aber zeigt uns denn die Biologie nicht auch das Gegenteil, nämlich daß Einheimisches durch Fremdes verdrängt wird? Und das immer mehr, und nicht nur Pflanzen und Tiere. Aber diese unangenehme Seite der Medaille scheint unsere gut meinenden Bergfreunde nicht wirklich zu interessieren.

Denn, so entnimmt man dem offiziellen Vereinsorgan, es geht um die „Neugestaltung der eigenen Kultur“. Aha, und diese nennt sich„Interkultur“. Dieselbe also scheint das dahinterliegende hehre Anliegen einer neuen Alpinistengeneration zu sein. Mit den Worten eines Soziologen in derselben Zeitschrift: es geht um das „Entstehen von etwas Neuem“. So sprachen bekanntlich auch die alten Sowjets einmal. Inzwischen entpuppten sich in dieser Sache die US-Neokonservativen als deren geistige Nachfahren.

Experimente mit uns und unserer Kultur demnach, liebe Vereinsmeier? Da fällt mir dazu noch ein: Neigen nicht allzuoft in deutschen Landen sorglose Optimisten der Veränderungslust, deren Erwartungen auf dem tristen Humus eines abstrakten Schuldkomplexes zu sprießen scheinen, zu solchen Gedankenspielereien? Und ganz gewiß auch so mancher Anhänger des Herrn Coudenhove-Kalergi.

Was nun bei unseren braven Bergfexen noch eher blauäugig daherkommt, wird von anderer, meist ideologisch oder machtpolitisch punzierter Seite, schon beinahe unerbittlich vorgetragen und dabei jede andere Meinung ins rechte Eck gestellt. Da ist der „Mainstream“ gern und willig Überbringer der Botschaft. Doch fällt dann immer wieder die unübertreffliche Arroganz und die in einigen Fällen feststellbare Anteilnahme-Heuchelei der Hüter der Wahrheit auf. Was sie nicht wissen wollen oder die Mehrheit nicht wissen darf, ist einfach nicht wahr.

So wird etwa, krokodiltränenreich unterfüttert, hoch und heilig behauptet, der terroristische Anschlag in Paris habe nichts mit der Flüchtlingswelle zu tun. Und natürlich auch nicht die nachweislichen und von den „Qualitätsmedien“ ignorierten Fälle von Gewalttaten und Vergewaltigungen durch Migranten. Und beharrlich wird auch ignoriert, daß der Flüchtlingsstrom nicht nur Menschen bringt, die Hilfe brauchen, sondern auch tausende Täter* und Waffen wie auch die Probleme und Konflikte des jeweiligen Heimatlandes.

Aus der Sicht der vielzitierten „Lügenpresse“ ist solches entweder vernachlässigbar oder es wird von ihr alles als erstunken und erlogen dargestellt. Und überhaupt ist nur sie, die über jeden Verdacht erhaben Scheinende, dazu befähigt, die Hintergründe großer Ereignisse zu erklären. Nicht selten indem sie ihre „Wahrheit“ über die Naturgesetze, ihre Ideologie über die Biologie setzen. Nirgendwo besser als auf dem Gebiet der Migrations- und Integrationspolitik auch tritt dies zu Tage. Nachstehend weitere Überlegungen.

So fragt man sich: brauchen wir denn Zuwanderung überhaupt? Aus meiner bescheidenen Sicht bis auf Weiteres nicht wirklich, doch aus einer rein materialistischen oder machtpolitischen Erwägung heraus kann sie gewiß nützlich sein. Für den Geldmarkt- und Industriekomplex etwa, an dessen Spitze leider Psychopathen zu sitzen scheinen. Diese benötigen Lohndrücker und Schuldenmacher wie Vampire das Blut. Die Bosse fabulieren bereits von einem zweiten deutschen Wirtschaftswunder durch hereinströmende Migranten. Träumerei, mehr fehlt mir dazu nicht ein.

Es sollte einen auch nicht wundern, wenn nützliche Willkommenshelfer mit extremem Menschenrechtskult und Gleichheitswahn dieser rein profitorientierten Seite und auch strategischen Planspielern US-amerikanischer „Think Tanks“ zuarbeiten. Diese Nützlichen ergötzen sich wohl in romantisierender Weise an dem Gedanken, die von ihnen Willkommenen würden einmal ihr rot-grünes Wolkenkuckucksheim besiedeln.

Daß die uns noch weitgehend unbekannten eingewanderten und weiter einwandernden großteils anonymen Menschenmassen unser Pensionssystem aufrechterhalten sollen, halte ich für ein ähnliches Märchen wie jenes, das besagt, daß wir ohne Zuwanderung aus Afrika und Asien aussterben würden. Im Gegenteil, ohne eine solche hätte es bei einer anderen, mutigeren Politik und aus der reinen Notwendigkeit heraus längst zu einer höheren Geburtenrate kommen können.

Nun denn, wie viel Zuwanderung verträgt ein Land? Österreich, zum Beispiel, ist ein kleines, ausreichend besiedeltes Land, das sich bei kluger Planung und Verwaltung notfalls für eine gewiße Zeit selbst versorgen könnte. Nun wird aber täglich Land in der Größe von etwa 30 Fußballfeldern verbaut. Eben auch um Wohnungen für Zuwanderer und natürlich Einkaufszentren und sonstige Infrastruktur für dieselben zu schaffen. Nicht ganz nebenbei und parallel dazu werden zum Vorteil der Konzerne unsere Bauern und Kleingewerbetreibenden zum aufgeben gezwungen.

Wie groß soll die Abhängigkeit und der Leidensdruck für Autochthone noch werden? Bei beständig hoher Zuwanderung würde sich deren Abhängigkeit doch eher vergrößern und der Lebensstandard und das Bruttonationalglück insgesamt sinken. Bis dahin aber darf die Noch-Mehrheit schon einmal ordentlich blechen: Für 1916 rechnet das österreichische Finanzministerium mit Kosten von knapp einer Milliarde um das Asylunwesen zu bewältigen. Insgesamt werden für 2016 fast 90.000 Asylwerber erwartet.

Vergessen wir auch eines nicht: Wie steht es denn mit der Leitkultur, ohne die kein geordnetes Gemeinwesen funktionieren kann? Offiziell haben wir ja keine mehr, aber sie ist trotz aller Anfeindungen irgendwo da und behauptet sich noch. Noch, denn zusehends mehr geht es ihr an den Kragen. Bereits geschwächt durch Umerziehungsprogramme und massives Eindringen angloamerikanischer Sprachelemente und Verhaltensweisen in die Alltagskultur, kommt sie jetzt auch noch unter enormen Druck der Einwanderergesellschaften. Deutsch bald als Zweitsprache ?

Schließlich haben wir jetzt schon überfremdete Schulen, in denen verhaltensauffällige Zuwandererkinder ein Dominanzstreben an den Tag legen, so daß den wenigen einheimischen Schülern bereits angst und bange wird. In solchen Schulen ist das bekannte Kanakendeutsch vorerst das geringste Problem. Was aber, wenn die Prognosen stimmen, daß den Wienern mit deutscher Muttersprache 2024 ebensoviele mit Migrationshintergrund gegenüber stehen ** und 2035 die Deutschen im Phantomstaat BRD eine Minderheit sein werden. Von welcher Leitkultur wird man dann einmal sprechen können, und von welchem Staat ?

Klar scheint vorerst eines: die Integration ist gescheitert und wird weiter scheitern. Unklar ist den meisten, wie es weitergeht. Es hätte nicht erst der Attentate von Paris bedürft, um den Integrations-Bankrott zu bekräftigen. Man brauchte sich die Jahre zuvor ja bloß in unseren Straßen umzusehen. Hinsichtlich des Scheiterns der Integration von muslimischen Jugendlichen sind mehrere Faktoren in den Medien bereits ausführlich erwähnt worden, so daß ich hier nicht näher darauf eingehe. Ausgeblendet wird aber, daß auch biologische Faktoren eine Rolle spielen könnten.

Ja, biologische, und das mehr als Ideologen der „political correctness“ oder Vertretern der Milieutheorie recht sein kann. Gerade Frankreich, wo ausschließlich das „ jus soli“, also das Territorialitätsprinzip gilt, steht ja vor dem Problem, daß ein- oder zugewanderte Afrikaner und viele Asiaten sich stark als ethnische Solidar- oder Abstammungsgemeinschaften verstehen. Daß über eine Aufgabe des „jus soli“ und die Rückkehr zum Abstammungsprinzip gelegentlich schon debattiert wird, überrascht angesichts des angerichteten Chaos nicht mehr.

Hat man denn jahrzehntelang ignoriert, daß muslimische oder chinesische Einwanderer, anders als politisch korrekte Inländer etwa, automatisch andere Interessen, nämlich biologisch korrekte haben? Daran wird ein 50-Punkte-Integrationsplan (u. a. Wertekurs, Spracherwerb und Strafandrohung) des österreichischen Außenministers Kurz nichts Wesentliches ändern können. Angesichts der Tatsache, wonach, laut Bassam Tibi ***, eine Mehrheit der eingewanderten Muslime sich nicht damit anfreunden will und kann, daß der Koran historisch bedingt aufzufassen sei, ein rührend naiver Versuch.

Integration wird zu so später Stunde bei bekannt bescheidenem und wenig überzeugendem Werteangebot der Sache nicht mehr gerecht. Es erforderte jetzt von den Fremden dringend eine überzeugende Identifikation mit der Kultur des Landes, das heißt in letzter Konsequenz, deren Anerkennung und Aneignung. Am Ende also Assimilation, die den Assimilierten auch die Gedanken- und Gefühlswelt der neuen Heimat nicht mehr fremd erscheinen ließe. Im umgekehrten Fall sollte es die Abwanderung all jener bedeuten, die dazu nicht willig oder nicht in der Lage sind. Auch wenn es die Mehrheit sein sollte.

Die bereits entstandenen Migranten-Ballungsräume sind mancherorts ohnehin nur Zwischenstationen auf dem Weg in ein europäisches Kalifat. Nicht zuletzt aber prosperierende Biotope für die „Verrückten Gottes“, keineswegs aber Missionierungsgebiete für Dompfarrer, liberale Politiker und Bergfexen. Wäre auch nicht ungefährlich. In Bochum sollen junge Türken einen Pfarrer aus „ihrem“ Stadtviertel vertrieben haben. Und wer hat noch nicht von „NO-Go-Areas“ in anderen Städten gehört, wo, wie in Duisburg-Marxloh, Zustände wie in Entwicklungsländern herrschen?

Die Ghettoisierung und damit automatische Abgrenzung ist aber nicht bloß eine Folge falscher Ansiedlungs- oder Integrationspolitik, sondern entspricht ja vielfach schon den Interessen und Erwartungen der uns fremden Zuwanderer mit ihrem ganz anderen Verhaltenskodex. Zur Erinnerung: Stammesdenken trifft auf westlichen Ich-Kult. Volle Moscheen auf leere Kirchen.

Daß eingewanderte, mehr oder weniger streng gläubige Tschetschenen oder Türken zusammenrücken, sich abgrenzen, sollte daher nicht überraschen. Wenn “Ändschi” auf dem CSU- Parteitag davon spricht, Abschottung bringe nichts, dann möge sie das halt erst einmal den von ihr willkommenen eingewanderten Ethnien beibringen, nicht uns. Und vielleicht sollte sie selbst sich nicht vom eigenen Volk in Wort und Tat abgrenzen.

Türken tun es jedenfalls nicht. Einer Studie des deutschen Meinungsforschungsinstituts Info GmbH zufolge, sagen 62 Prozent der Türken in Deutschland, daß sie am liebsten nur mit Türken zusammen sind. Da ist wahrlich nichts Schlechtes daran, aber dann wäre eigentlich die Türkei der geeignetere Platz für sie, es sei denn sie streben die Mehrheit im Gastland an.

Echter Austausch findet heute in Wirklichkeit nur begrenzt statt. Abgrenzung beginnt ja übrigens schon in den Asyllagern, und dort wird dem „Naturtrieb“ schon auf gewalttätige Weise Nachdruck verliehen. Andererseits gäbe es ohne Absonderung keine Artenvielfalt, und die Wir-Gruppe-Zugehörigkeit ist Teil der natürlichen Ordnung. Aber jede Gruppe sollte bei-sich-zuhause-sein dürfen und können, niemand will dem internationalen Kapital und dessen Kriegen freiwillig zum Opfer fallen.

Grenzzäune und andere Trennlinien sind per se nicht schlecht. Anläßlich des Bataclan-Attentats mokierte sich der französische Autor Michele Houellebecq**** im Corriere de la sera über jene, die behaupteten, Grenzen seien heutzutage absurd und nationalistisch. Bei der Gelegenheit wirft Houellebecq den bisherigen französischen Regierungen totales sicherheitspolitisches Versagen und Treuebruch vor.

Versagen, das den Regierungen in Wien und Berlin ebenso vorgeworfen werden muß. Besonders Merkel, deren Geistesblitze leider kein Zaun aufhält. Wie zuletzt auf dem Integrationsgipfel, wo sie dozierte: „Integration entstehe durch dreierlei: Akzeptanz von Regeln des Aufnahmelandes, aber auch durch die Bereitschaft zu Toleranz und eine gewisse „Sehnsucht“ des Aufnahmelandes, vielfältiger zu werden.“ Woher weiß sie, die Abgeschottete, was ihr Land ersehnt?

Gehören zu dieser Vielfalt auch tausende eingesickerte djihadistische Zeitbomben, Frau Merkel? Und sehnen sich die Menschen dieses oder eines anderen EU-Landes etwa danach, total reglementiert und überwacht zu werden? Die Antworten der Regierenden darauf und zu verwandten Fragen sind dumm bis verantwortungslos und verbreiten in dieser Europäischen Union eher Begräbnis- denn Aufbruchstimmung.

Kommen wir aus der Sackgasse in die uns die Politik geführt hat, überhaupt noch heraus? Nur wenn wir unser politisches Denken erneuern und unsere Einstellung gegenüber den Herrschenden ändern.. Und das heißt, wir müssen im Sinne von Albert Camus, den Geist beleben und bewahren, der sich auf den Mut und die Wahrhaftigkeit stützt. Ein Geist, der über Jahrzehnte schon einen hohen Preis gezahlt hat, um das Recht auf Anerkennung und Respekt zu erwerben.

*Laut “Daily Mirror” sollen bereits 4.000 Djihadisten mit der Migrantenwelle gekommen sein.
* *Nach Berechnung von Walter Lüftl („Formel für den Staatsbankrott“) und nach Angaben von Statistik Austria und der Stadt Wien
*** Da der früher einmal gefragte Bassam Tibi den muslimischen Vereinen zu kritisch wurde, erreichten sie, daß er von der Politik jetzt links liegen gelassen wird.
****2015 erschien von ihm “Soumission” (Unterwerfung), eine Vorschau auf das Frankreich 2022, das von einem islamischen Präsidenten regiert wird.

Helmut Müller

Quelle

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