“Invasoren” kommen nicht vom Himmel herab

Der EU-Türkei-Gipfel kreiste und gebar ein Mäuslein. Zu klein, um den Machthunger der schwarzen Katze auf dem Kanzlerstuhl zu stillen. Da es nun aber so ist, daß eine Katze das Mausen nicht lassen kann, wird die deutsche es wieder und wieder versuchen. Bis sie scheitert. Zu glauben, aus dem Basar des Herrn Erdogan mit Gewinn davonzukommen, scheint doch ein wenig naiv zu sein. Zumal derselbe Herr, im Gegensatz zu seinen von internationalen Lobbies abhängigen Bittstellern, genau weiß was er will und zudem im eigenen Land beinahe unbeschränkt agieren kann. Man kann sagen, er sitzt gegenüber den EU-Schwachmatikern in mehrfacher Hinsicht auf dem längeren Ast.

Es stellt sich in diesem Zusammenhang bereits die Frage, ob die maßgeblichen EU-Politiker die Bedeutung der Herausforderung, der die europäischen Gesellschaften infolge des Ansturms auf Europa gegenüberstehen, überhaupt erkannt haben. Schon muß ein Außenstehender den Eindruck gewinnen, die EU-Politk habe ein Gefühl der Ohnmacht heimgesucht. Dieses äußert sich in dem Verlust der Erneuerungskraft und in der Überzeugung, den Kampf um die Zukunft aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen und von daher ein Import frischer Kräfte aus Afrika und Asien unvermeidlich sei. Resignation hier, Taten- und Vermehrungsdrang dort.

Es ist natürlich nicht so, daß Türken oder Araber, man spricht inzwischen auch von einer arabischen Invasion, intelligenter wären als wir oder über eine bessere Ausbildung verfügten. Im Gegenteil, wir haben Frauen und Männer, die fähig sind Forschung zu betreiben, diese weiter zu entwickeln; ebenso haben wir großartige innovative Betriebe, deren Erzeugnisse weltweit Anerkennung finden. Also daran liegt es sicher nicht, daß weite Teile der Gesellschaft in Pessimismus oder Lethargie verfallen. Das Problem ist zwar ein komplexes, auch soziologisch-kulturell, doch läßt sich schon sagen, daß es gewiß an den führenden Köpfen liegt, die unfähig sind, die nötigen geistigen und materiellen Mittel für eine positive europäische Entwicklung, vor allem auch in demographischer Hinsicht, zu mobilisieren. Angesichts einer weiteren ins Haus stehenden Invasion, einer vorerst in den Hintergrund gerückten möglichen schwarzafrikanischen, ist die miserable geistige Verfassung der Elite der ungelöste Kern des Problems.

Was nun die Gefahr einer größeren Destabilisierung des schwarzen Kontinents betrifft, so braucht es dazu keines Horrorszenarios, die Fakten sprechen jetzt schon für sich. Vor allem Schwarzafrika verfügt zwar über immense Rohstoffreserven, von denen wir Europäer nur träumen können, weist aber auch eine Bevölkerungsmehrheit auf, die in extremer Armut lebt.Und das bei einer korrupten Führungsschicht, die sich, dank ihrer Schutzherrn, den Konzernen, unermeßlich bereichert. Die prekäre soziale unbd wirtschaftliche Lage in vielen Ländern, auch in Südafrika, sowie ethnische und Religionskonflikte ergeben zusammen mit der zugunsten der Konzerne laufenden militärischen Intervention des Westens ideale Bedingungen für einen Mega-Flüchtlingsstrom Richtung Europa.

Fassen wir einmal zusammen, was kein Gipfel zur Sprache bringt: Der Westen unter Führung Washingtons interveniert vom Hindukusch über Mesopotamien bis unter die Sahelzone, schafft dort Not und Elend, geht über unschuldige Leichen und verursacht Flüchtlingsströme, die nun aber auch jene (wie Österreich) zu bewältigen haben, die, von den aktiven Akteuren Großbritannien, Deutschland und Frankreich abgesehen, mehr oder weniger bloß Handlangerdienste dabei leisten. Die Lüge, es ginge hier um Demokratie, Menschenrechte und Solidarität korrumpiert unsere politische Elite und die Chefredakteure. Das Gefühl, ein Lügner zu sein, treibt sie dazu, diese Lüge fortwährend rechtfertigen zu müssen. Die Frage ist, wie lange werden sie uns und jene, die zu uns kommen wollen oder schon da sind, noch für dumm verkaufen können?

Helmut Müller

Quelle

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