Eine Alternative für Deutschland?

Die Alternative für Deutschland (AFD) zieht also in weitere deutsche Landesparlamente ein. Es sei ihr vergönnt. Dem muffig gewordenen deutschen Parlamentarismus dieser Tage wird eine alternative Duftnote ganz gut tun. Frische, fröhliche Gesichter statt der meist griesgrämig dreinschauenden Systemlarven, voilà!

Die Mühen der Ebene werden den Neuen allerdings nicht erspart bleiben, und so manchem Politanfänger die übliche Ochsentour. Man wird in diesen Tagen unwillkürlich an die Anfangstage der Grünen erinnert. Wird die AFD eine ähnliche Entwicklung durchmachen und wie diese und die Linke à la longue vom System absorbiert werden? Wie die Erfahrung in Nachbarländern zeigt, besteht diese Gefahr bei so genannten „rechtspopulistischen“ Parteien durchaus.

Noch weiß man wenig über das endgültige Parteiprogramm. Von dem, was bisher bekannt wurde, scheint einiges unausgegoren, anderes wieder widersprüchlich zu sein (siehe Video unten). Das ist im Lichte der kurzen und zuletzt turbulenten Parteigeschichte auch nicht anders möglich.

Warten wir also einmal ab, aber es ist schon einmal erfreulich, daß sich die Partei angeblich der nationalen Frage nicht verschließen möchte. Wie weit sie den nationalen Imperativ in Zukunft ernst nehmen und welchen auch ideologischen Stellenwert sie etwa der ökonomischen oder der sozialen Frage letztlich beimessen soll, könnte sich parteiintern noch als haarig erweisen.

Der bisherige Erfolg sollte jedenfalls den Umstand nicht verdrängen, daß der Partei noch schwierige Zeiten bevorstehen könnten. Richtungskämpfe inklusive. Der Druck von allen Seiten wird zunehmen. Und damit für die sympathische Vorsitzende und Mutter von vier Kindern, Frauke Petry, auch die Belastungen.

Versuche, die Partei, falls sie weiter von unten Zuspruch erhält, „auf Linie“ zu bringen, werden von bestimmter strategisch interessierter Seite kommen. So sie nicht schon erfolgt sind. Also wird nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch enormer Widerstandsgeist gefordert sein, dagegen der bisherige Erfolgslauf noch als Lockerungsübung verstanden werden könnte.

Ist die Alternative für Deutschland (AFD) eine Alternative für ein anderes Deutschland, eines, das wieder als ein Ganzes wahrgenommen werden könnte und souverän ist? Diese Frage kann noch nicht wirklich endgültig beantwortet werden. Schauen wir einmal, wo und wie sich die Partei im politischen Spektrum am Ende positionieren wird.

Ich erahne es zwar, lasse es aber hier offen. Realhistorisch befindet sich die Partei ja in einem Land dessen und des Volkes Zukunft ungewißer denn je ist und deshalb eigentlich einer Revolution und/oder eines genialen Politikers bedürfte. Dieser könnte zwar ausnahmsweise auch einmal eine Frau sein. Angela Merkel ist es jedenfalls nicht.

Helmut Müller
Quelle

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