Der Islam als Magnet

Zu allen Zeiten glaubten diejenigen, die die Reichsten und technisch Fortschrittlichsten waren, daß ihre Lebensform die beste sei und es dazu keine Alternativen gebe. Geblendet von westlichen Werten und Errungenschaften, geben auch wir uns dieser Vorstellung hin. Wie kommt es dann aber, daß im Westen jährlich Hundettausende zum Islam konvertieren, wo doch unser weitgehend christlich geprägtes westliches Modell allen anderen so überlegen sein soll. Hat der Islam etwas, das das Christentum nicht hat, oder vielleicht nicht mehr hat? Woher nimmt der Islam nach Bataclan und Brüssel und all den Untaten des Islamischen Staates noch die formende Kraft?

Tatsächlich scheint diese ja ungebrochen, mit Auswirkungen bis nach Europa. Trotz islamistischem Terror sollen 2010 allein in Großbritanien 100.000 Menschen zum Islam übergetreten sein. Kurz nach dem 11. September 2001 schnellten die Zahlen sogar mehr als sonst in die Höhe. Paradox, nicht? Tausende Übertritte sind es inzwischen jährlich auch in Frankreich. In Deutschland wird die Zahl der Konvertiten auf 40.000 geschätzt. Dabei gestaltet sich der Übertritt zum Islam denkbar leicht: Vor zwei männlichen Zeugen muss man die Schahada sprechen, die Glaubensformel: “Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott und daß Mohammed sein Gesandter ist.” Und schon ist man Muslim.

Was sind die Gründe, daß einer Muslim oder eine Muslima werden möchte, worin liegt die Faszination für eine exotische Religion wie diese? Die Beweggründe sind bei Jugendlichen gewiß nicht immer dieselben wie bei Erwachsenen, und es sind durchaus nicht bloß Wohlstandsverlierer die übertreten. Sieht man von so einfachen Erklärungen wie persönlicher Frust oder Eheschließung mit einem Muslim einmal ab, so mögen, zwar in Widerspruch zu innerislamischen Kämpfen, das Ideal der allgemeinen Fraternität, worin das Christentum anscheinend versagt hat, und die absolute Hingabe an den einen Gott sehr wesentliche Merkmale sein. Man steht diesem Gott ohne Vermittler direkt gegenüber.

Der Islam sei die Religion des einfachen Soldaten hat einmal jemand gesagt. Der Gläubige folgt, alles andere ist Allahs Sache. Diese Gehorsamsforderung erklärt zum Teil auch den Erfolg des Islamischen Staates. Es erklärt vielleicht aber auch, warum die islamischen Gesellschaften immer noch dem Fortschritt hinterherhinken, wenig anpassungsfähig sind und es ihnen an Erfindungskraft mangelt. Aber gerade jene Staaten, die auf halbem Weg zu einer modernen Gesellschaft waren und in denen das Christentum respektiert wurde, man denke nur an den Irak, an Libyen oder jetzt an Syrien, wurden dank der den radikalen Islamismus befördernden westlichen Intervention um viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückgeworfen.

Nun möchte man meinen, die Kirchen hätten daraus ihre Lehren gezogen und erkannt, worauf es jetzt ankäme. Im Gegenteil, sie halten weiter still, wenn ihre Glaubensinhalte lächerlich gemacht oder ihre religiösen Symbole durch den Kakao gezogen werden. Kurz, sie schwächeln weiter. Sie schweigen (aus Feigheit?) zur öffentlichen Unmoral, sind überglücklich, wenn es ihnen gelingt ein paar Muslime zu sich herüber zu ziehen, ignorieren aber die Masse an Islam-Konvertiten. Wenn dann der Papst einer Muslima die Füße waschen darf, ist das Abendland natürlich wieder fest in Christenhand, oder? Die Masse der Muslime wird das wahscheinlich anders deuten: Der oberste Christenhirte hat sich dem Islam unterworfen. Halleluja!

Helmut Müller
Quelle

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