Dieter Dehm: Soll „Willkommenskultur“ imperialistischen Brain-drain verschleiern?

Wie lange sollen die rosagrünlichen Angriffe gegen Sahra Wagenknecht eigentlich so weitergehen, ohne dass die Vorsitzenden der Partei die Linke sich endlich schützend vor sie stellen? Man mag über die Wortwahl streiten, aber Sahra sprach doch nur aus, was bewusste Gewerkschafter und selbst viele Flüchtlingshelfer längst denken – und mittlerweile auch aussprechen.

Es geht dabei auch um den Unterschied zwischen dem Schutz von Bedürftigen, für die Linke kämpferisch einstehen und dem imperialistischen Brain-drain, dem die Willkommenskultur von BDI-Grillo und Daimler-Zetsche für die Auffüllung einer lohndrückenden Reservearmee dient. (Außerdem: Was heißt eigentlich „alle“, die das Recht haben sollen, hier bleiben zu können. „Alle“ schlösse doch auch nachweisliche Faschisten, Folterer und IS-Terroristen mit ein. Der Landesparteitag Niedersachsen hat das nach langer Diskussion eindeutig abgelehnt. Wir treten statt dessen für alle wirklich Schutzbedürftigen ein!)

Ich mache auf Facebook und auf meiner Homepage folgenden interessanten Vorgang öffentlich. Eingedenk der wiederholten internen wie medialen Scherbengerichts-Vorwürfe gegenüber Sahra aufgrund ihres Satzes „Wir können nicht alle aufnehmen“, lese ich gerade in einem SWR-Rundfunkgespräch mit Bernd Riexinger vom 10.März 2016 folgendes:

Moderator: „Das heißt: Deutschland sollte jetzt zum Beispiel auch diese Flüchtlinge in Idomeni aufnehmen?“

Riexinger: „Nein.“

(Und anders als Sahra, die in diesem Zusammenhang davon spricht, dass wir diesen armen Menschen helfen müssen, fährt Riexinger ausschließlich mit Folgendem fort:)

„… Deutschland sollte drauf hinwirken, dass Menschen nicht mehr fliehen müssen.“

Und dann sagt er richtigerweise das, wofür sich Sahra angiften lassen muss:

„Es ist doch nicht so, dass DIE LINKE sagt: wir müssen alle ins Land holen.“

Danach erwähnt er nur noch die Fluchtursachen. Von Hilfe für die Gestrandeten in Idomeni aber kein Wort!

Die strukturelle Heuchelei linker Parteien muss überwunden werden: einerseits in geschlossenen Räumen bei Parteiversammlungen großspurig auftreten, aber dann, bei der ersten realen Kontroverse mit Medien-, Alltags- oder Arbeiterbewusstsein das komplett andere aussprechen bzw. sich wegducken. Es zeichnet jedenfalls keine starke politische Führung aus, dem jeweiligen unterschiedlichen Affen seinen jeweils unterschiedlichen Zucker zu geben!
Quelle

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