Besprechungen (29)

Die Masseneinwanderung, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im letzten Jahr losgetreten hatte, erfordert eine neue Lageanalyse und vor allem neue Antworten. Dieser Notwendigkeit wird die neu erschienene Buchbroschüre aus der „Thule-Bibliothek/Ahnenrad der Moderne“ gerecht, die seit Jahren vom promovierten Philosophen Pierre Krebs betrieben wird. Der Titel „Was tun?“ zeigt, daß man auf der Rechten fähig ist, bekannte Buchtitel aus der linken Klassikerliteratur, wie den von Wladimir Iljitsch Lenin, zu kopieren, ohne freilich die gleichmacherischen Inhalte von dort zu übernehmen.

Siehe hierzu:
https://www.amazon.de/Was-Vademecum-Reconquista-Rassenhumanismus-Transmenschismus/dp/3935562322

http://www.thule-seminar.org/inhalt_aktuell_0.htm

Das hier zu besprechende Lehrbuch bzw. Leitfaden bzw. Ratgeber (lat. vade mecum: gehe mit mir!) besticht durch eine gute Analyse und ist versehen mit Handlungsvorschlägen für die Leser. Die beiden Autoren, Pierre Krebs und Johannes Scharf, zählen auf der Rechten nicht zu den Illusionisten. Die in diesem politischen Spektrum oft schon gehörten Durchhalte- und Revolutionsparolen lassen die beiden hinter sich. Die politischen Kräfte, denen es um die ethnische bzw. biologische Rettung der europäischen Völker geht, werden realistisch, nämlich als schwach eingeschätzt.

Auch Parteipolitik wird von den Autoren ernüchternd dargestellt, auch wenn diese ausdrücklich nicht zum Boykott nationaler bzw. rechter Parteien aufrufen. Allerdings besteht das Problem nicht nur darin, daß rechte Parteien letztendlich an den Stichwahlen bzw. absoluten Mehrheiten scheitern würden, wie dies Scharf bezüglich der bisherigen Wahlergebnisse des Front National behauptet (vgl. „Was tun?“, S. 53). Denn gerade das Beispiel Österreich zeigt doch aktuell, daß das Amt des Staatspräsidenten für die Rechte keinesfalls völlig außer Reichweite liegt. Allerdings machte der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer unlängst in einem „Compact“-Gespräch deutlich, daß er mit den Industriekapitänen seines Landes gut kann, weshalb die Frage erlaubt sein muß, ob in einer solchen Allianz eine radikale Umkehr in der Ausländerpolitik überhaupt realistisch ist? Schließlich setzt das Kapital grundsätzlich auf Einwanderung.

Am Ende wird eine rechtsbürgerliche Politik lediglich die Einwanderung in quantitativer Hinsicht verlangsamen und qualitativ selektieren, das heißt a) weniger Ausländer in bestimmten Zeiträumen ins Land lassen und b) Einwanderer nach kanadischem bzw. angelsächsischem Vorbild nach den Leistungskriterien des Arbeitsmarkts und als künftige Steuerzahler gezielt aussuchen. Dies hat aber mit dem Kriterium der „Rasse“ direkt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, die Systemkräfte können sich auch für die Anwerbung chinesischer Ingenieure und indischer Informatiker aussprechen. Und selbst in Südafrika gibt es Universitäten, an denen es dem ein oder anderen schwarzen bzw. farbigen Studenten gelingt, einen Abschluß in den MINT-Fächern zu erlangen.

Diesbezüglich geht es den Autoren um die Verwendung der richtigen Begriffe, die von Rechtspopulisten und Identitären – oftmals aus taktischen Gründen – gemieden werden – wie vor allem den der „Rasse“ (vgl. Pierre Krebs, ebenda, S. 20). Wenn sich aber der „Volkstod“ durch Regierungsübernahme oder Beteiligung rechter Parteien nur verzögern, aber nicht abwehren läßt, stellt sich um so mehr die Frage nach dem „Was tun?“

Wem die Überfremdung der eigenen Heimat nicht gefällt, dem bleibt vor Ort nur der Rückzug in die eigene, typisch deutsche Innerlichkeit, in geistige Parallelwelten und gesellschaftliche Nischen, in nationale Freundeskreise und dergleichen mehr – oder eben die Auswanderung in neue bzw. alte Siedlungsgebiete, wo die Weißen unter sich sein möchten. Mit dieser zuletzt genannten Möglichkeit befaßt sich detailliert Johannes Scharf. Der Geschichtsstudent stellt – gut recherchiert – mehrere aktuelle Siedlungsprojekte, die von weißen Gruppen betrieben werden, vor. Hierzu zählen Bemühungen, Europäischstämmige im Nordwesten der USA, wo sie deutlich in der Mehrheit liegen, zu massieren.

Aber auch Ostmitteleuropa wird als Auswanderungsgebiet (bzw. Rücksiedlungsgebiet) von Deutschen sowie Nord- und Westeuropäern in Erwägung gezogen. Eingehend untersucht Scharf auch das Siedlungsprojekt „Orania“ in Südafrika. Am Beispiel des Zionistenstaates Israel, das der Autor ebenso beleuchtet, hätte er erkennen müssen, daß das Projekt „Orania“ genau wegen der fehlenden staatlichen Eigensouveränität auf äußerst schwachen Füßen steht. Die Weißen dort, die sich gegen schwarze Einwanderer wehren möchten, müßten sich nämlich hierfür gewaltsam vom ANC-Staat abtrennen, eine kriegerische Sezession betreiben. Ob dafür die eigenen militärischen Kräfte reichen? Sind Bündnispartner in Sicht?

Bezüglich der Auswanderungsprojekte wird wohl Ostmitteleuropa (vor allem die früheren deutschen Ostgebiete im russischen, polnischen, tschechischen, aber auch im slowakischen, ungarischen und rumänischen Hoheitsgebiet) realistischer sein, da dort immer noch Regierungen vorherrschen, die – bei aller Reserviertheit gegenüber zu starkem deutschem Einfluß im eigenen Land – gerade auch der Multikulti-Kanzlerin in Berlin, Angela Merkel, die rote Karte zeigen. Aber vielleicht würde das materielle Argument bezüglich neuer Steuerzahler und tüchtiger deutscher Menschen der traditionellen Deutschfeindlichkeit in der Tschechei, Polen usw. entgegenstehen.

Manche wichtige Fragen werden in dieser Publikation nur am Rande gestriffen, die noch eingehend zu erörtern sind. Beispielsweise die Frage nach dem „Land“, das doch jeder oder zumindest die Mehrheit der Europäer bei uns oder im neuen Siedlungsgebiet besitzen sollte. Nämlich einen „Ort zu haben, wo die eigene Nachkommenschaft sicher aufgezogen werden kann.“ (Pierre Krebs, ebenda, S. 26) Damit nicht weiterhin Karl Marx und Friedrich Engels Recht behalten, daß jemand kein Vaterland habe, dessen Vater (und Mutter) kein Land hat, das man als deren Nachkomme einmal erben könnte.

Interessant ist auch der Hinweis von Johannes Scharf, daß das Projekt „Orania“ in Südafrika nur funktionieren könne, wenn die dortigen Weißen ihre „niederen“ Arbeiten selbst erledigten und hierfür keine Neger und Farbigen als Billiglöhner einwandern ließen. (Johannes Scharf, ebenda, S. 60) Wichtig in diesem Zusammenhang wäre auch, daß auch bei uns in Deutschland und Europa nicht die eigenen Unterschicht-Landsleute wie weiße Neger behandelt und entlohnt werden (und auch nicht die Fremdarbeiter).

Jürgen Schwab

Pierre Krebs: Was tun? Ein Vademecum der Reconquista. Rassenhumanismus versus Transmenschismus. Mit einem Traktat von Johannes Scharf: Der Ethnostaat „Nova Europa“. Thule-Bibliothek/Ahnenrad der Modere, Bad Wildungen 2016, 76 Seiten, 11,90 Euro.

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Kommentare

  • Eisenhans  On 1. November 2016 at 22:26

    Schön hier wieder mal eigene Artikel zu lesen. Ich frage mich aber, wozu sollten Deutsche in die Woiwodschaft Westpommern oder nach Siebenbürgen gehen, um dort ihr Volkstum zu bewahren, wenn sie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben? Ostdeutschland (also, das was in der BRD so genannt wird) Bayern, Österreich und Südtirol. (da würde deutsch, sorbisch, italienisch, ladinisch, slowenisch, ungarisch und kroatisch gesprochen – europäische Vielfalt im besten Sinn) DAS wäre ein Staat der mir territorial gefallen würde.

    Das Projekt „Orania“ in Südafrika wird in seiner Bedeutung deutlich überschätzt, dort leben laut Volkszählung von 2016 gerade mal 1.300 Menschen. Bedenkt man, dass die Siedlung vor knapp 25 Jahren gegründet wurde, dürfte das die Erwartungshaltung von damals nicht annähernd erfüllt haben.

    Diese Northwest Territorial Imperative Ideen mögen für europäischstämmige Amerikaner eine Option darstellen, für mich sind das eher Sci-Fi Szenarien.

  • Schwab  On 3. November 2016 at 20:33

    @Eisenhans

    Deine Ausführungen zum Thema Mitteldeutschland usw. sehe ich als sinnvolle Ergänzung, nicht als Widerspruch zum meinen Thesen.
    Ich nenne diese die Kubitschek-Kositza-Position: man stammt wie Ellen Kositza aus dem überfremdeten Offenbach/Main, zieht ins menschengeleerte Sachsen-Anhalt um, wo die Deutschen auch lange Zeit noch die Mehrheit stellen werden. Dies ist mittelfristig eine Position, aber dauerhaft keine Lösung, wie mir scheint, da Sachsen-Anhalt auch in den nächsten Jahren in Sachen Überfremdung gegenüber Hessen aufholen wird.
    Genau dies ist der Punkt, den ich ja Krebs und Scharf vorwerfe, daß sie das Politische, die Staatsgewalt ausblenden – als Rassentheoretiker nur auf das Ästhetische fixiert sind, nicht auf das Politische, den Staat. Auch Du, @Eisenhans, blendest aus, daß die BRD-Ausländerpolitik genauso in Mitteldeutschland greifen wird wie in Westdeutschland, auch wenn die Widerstandspotentiale in Sachsen größer sind als in Hessen.
    Die Lösung könnte nur in einer Sezession liegen, daß man das „Königreich Sachsen“, auch als Repubilik ausruft. Damit man von Dresden aus eine eigene Staatsgewalt hat. Das erachte ich aber als unrealistsich. Also wie schon gesagt immer schön den S t a a t , die Staasgewalt mitdenken! Wenn man die Staatsgewalt nicht mitdenkt, endet man wie diverse „Reichsbürger“, die auch die Machtrealitäten ausblenden.

  • sozrev  On 4. November 2016 at 22:16

    Die in dem Buch dargelegte Position deswegen nach Südafrika zu ziehen, einem Land mit 90 Prozent an Nicht-Weißen ist nun aber arg unlogisch. Ich behaupte mal das selbst bei der negativsten Überfremdungstendenz Deutschland nicht zu 90 Prozent von Nicht-Weißen besiedelt sein dürfte. Rassentheoretiker müssten dann rein logisch – was auch wieder unlogisch ist – aufgrund der Rassentheorie vorschlagen das „man“ irgendwo sich in Arabien statt in Südafrika ansieln soll, da die Araber im Gegensatz zu Afrikanern „Europide“ sind. Sie, die Rassentheoretiker, könnten ja etwa nach Argentinien einwandern, da dieses Land von etwa 90 Prozent Weißen bewohnt wird. Nun ist das alles aber keine Lösung!

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