Wohin, meine lieben Deutschen?

In der römischen Welt, schreibt Montesquieu, waren die Freien bis zum äußersten frei, und die Sklaven bis zum äußersten Sklave. Im Unterschied zu heute, wußten jedoch die römischen Sklaven, daß sie Sklaven sind. Die beauftragten Sklaventreiber von heute haben es nämlich verstanden, rund um die ihnen Anvertrauten eine Scheinwelt aufzubauen, in der es genügt, den Bauch voll zu kriegen und die Moral außen vor zu lassen. Willkommen in der Traumrepublik! Aus dieser kann vermutlich kein Spartakus erwachsen, denn, wie schon Marie von Ebner-Eschenbach bemerkte, es seien die glücklichen Sklaven die erbittertsten Feinde der Freiheit.

Damit sind wir bei Deutschland oder dem, was davon übrig geblieben ist. Der „Schrumpfgermane“ hat sich mittlerweile so an sein Sklavendasein gewöhnt, daß er die Freiheit gar nicht mehr vermißt und jeden, der für sie eine Lanze brechen möchte bekämpft oder von staatlicher Seite bekämpfen läßt. Die Steine zwischen denen der Deutsche seit 1945 gemahlen wird, nützen sich zwar schon ab, könnten aber doch noch dem WKII-Kriegsziel seiner heuchlerischen „Freunde“ weiter dienlich sein. So frage ich mich mit den Worten von General Uhle-Wettler: „Ist also Deutschland nicht mehr zu retten? Sind die Deutschen müde geworden und ergeben sie sich widerstandslos ihrem Schicksal?“

In der Tat, beinahe scheint es so. Die politischen Schattenspiele vorgetäuschter Gegenwartsbewältigung verdrängen ja alle Warnungen und Ratschläge der Sehenden. Lieber hört man denn auch zum hundertsten Male aus Politikermund, man wolle doch das (auf Täuschung und Sand) aufgebaute „Wertefundament“ verteidigen. Außerdem, sagt der neu angelobte Diener seiner Herren, ist denn nicht Deutschland „ein Anker der Hoffnung für die Welt“? Hurra! Mit dem Ergebnis einer wachsenden Verlorenheit des Deutschen in einer ihm zunehmend fremder und unsicherer werdenden Umgebung, reichlich bevölkert von kriminellen Scheinasylanten, Geistesgestörten und Zynikern.

Wenn ich alles recht bedenke, dann spielen die Deutschen dieser Tage eine doch recht eigenartige Rolle in der Weltgeschichte. Das Ausland könnte sie bereits so sehen: Da sitzen sie wie Affen um ein Feuer im Wald, wissen aber nicht, es mit neuem Holz zu nähren. Der entwurzelte Deutsche, so denken sie jenseits der ungesicherten Grenze weiter, bestimmt sich eigenartigerweise dadurch, daß er nicht mehr organisch existieren will. Er ist außerstande das Wirkliche in sich selbst zu erfahren, von dem er abgesondert zu leben scheint. Aus reiner Lebensbegierde und Blindheit merkt er nicht, wie er die Grundlagen seines Daseins zerstört.

Ich meinerseits befürchte, wenn der Deutsche nicht umdenkt, wird er sich eines Tages auf „erzwungene Wanderschaft“ (Copyright Weizsäcker) begeben müssen. Wohin?

Helmut Müller

Quelle

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