15. Arbeitstagung der Sache des Volkes

Bereits zum 15. mal trafen sich Aktivisten und Sympathisanten der national- und sozialrevolutionären Gruppe Sache des Volkes (SdV) zur Arbeitstagung, die am letzten Märzwochenende in Franken stattfand.

Ein Schwerpunktthema war diesmal die Bündnispolitik der SdV. Hierzu referierte Jürgen Schwab mittels einer Präsentation. Der nationale Publizist knüpfte in seinen Ausführungen an die Vorträge und Diskussionen an, die auf den zurückliegenden beiden Strategietreffen gehalten wurden.

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/04/05/organisationsuebergreifendes-strategietreffen/

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/10/30/2-organisationsuebergreifendes-strategietreffen/

Schwab brachte als Resumee den Faktor „Zeit“ ins Spiel. Der SdV bleibe nichts anderes übrig als sich in der Bündnispolitik Zeit zu lassen. Auch das Geschwätz vom nahenden „Volkstod“, man habe keine Zeit wegen der sich zuspitzenden Überfremdung und demographischen Entwicklung, könne daran nichts ändern. Es gebe nämlich derzeit und wahrscheinlich auf absehbare Zeit keine geeigneten Bündnispartner, mit denen von Seiten der SdV eine enge Zusammenarbeit möglich wäre. Sofern man dies auf gesamte Organisationen beziehe. Die AfD grenze sich von allen und jedem ab, der jemals in den sogenannten Verfassungsschutzberichten als „Rechtsextremist“ genannt wurde.

Zudem sei auch aus Sicht der SdV mit dieser Partei eine pauschale Zusammenarbeit nicht sinnvoll, da diese einen starken neoliberalen Flügel – in der Wirtschafts- und Sozialpolitik – habe und zudem maßgebliche AfD-Politiker das Ausländerproblem opportunistisch auf Propaganda gegen Islamismus verkürzten. Das Thema „Kapitalinteresse an der Einwanderung“ – die Stichworte lauteten: ausländische Lohndrücker sowie Miet- und Konsumpreisheber – sei für die AfD-Funktionäre überhaupt kein Thema, um sich nicht den Weg an die Futtertröge des Kapitals – in Form von Parteispenden, Vortragshonoraren und Aufsichtsratsbezügen – zu verbauen.

Nichtsdestotrotz, so Schwab, sei perspektivisch eine Zusammenarbeit mit einzelnen Mitgliedern und Verbänden der AfD denkbar. Dies gelte auch für die NPD, die sich derzeit und in nächster Zeit in einem Zerreibungsprozeß zwischen Möchtegernrechtspopulisten – vom Parteivorsitzenden Frank Franz angeführt – und Neonazis – wie Torsten Heise – befinde. Deshalb sei diese Partei paralysiert und somit politisch handlungsunfähig. In beiden Blöcken, bei den Möchtegernrechtspopulisten und bei den Neonazis, gebe es Gegner und gute Kameraden für die SdV. Hierbei, so Schwab, gelte es zu differenzieren. Ähnlich verhalte es sich mit den beiden Kleinparteien „Dritter Weg“ und „Die Rechte“, wobei erstgenannte immerhin ein paar sozialrevolutionäre Punkte in ihrem Programm und im ganzen gesehen das überzeugendere Kaderprinzip habe.

Die notwendige nationale und soziale Revolution in Deutschland, so Schwab, sei erst möglich, wenn die Hürden zu einer Querfront der „Linken Leute von rechts“ mit linken Antiimperialisten zur Seite geräumt seien, wozu der weitere Niedergang der Bürgerkriegskräfte in beiden Lagern, also von linken Antideutschen, sogenannten Internationalisten, die auf die deutsche Nation verzichten wollten, und Krypto-Hitlerfaschisten und Reaktionären, die jeden Tag der Heiligkeit des Privateigentums huldigten. Bis es so weit sei, beschränke sich die SdV auf ihr „Kerngeschäft“: auf politische Bildungs- und Basisgruppenarbeit, Vernetzung mit Gleich- und Ähnlichgesinnten und dergleichen mehr.

Klaus Menger knüpfte an dieses Thema mit seinem Vortrag, dem ebenso eine Präsentation zugrunde lag, an. Der Diplom-Ingenieur versicherte, daß zur Machtergreifung beziehungsweise zum revolutionären Sturz eines politischen Systems die Massen im ersten Schritt nicht ausschlaggebend seien. In der vorrevolutionären Situation gehe es nur darum, politikfähige Mitstreiter zu finden, die Kaderstrukturen bilden. Die Masse selbst, so der Referent, sei erst in der Phase der Machtergreifung wichtig. Derzeit befänden wir uns erst in der „vor-vorrevolutionären Situation“. Wer jetzt auf die oftmals unqualifizierte Massen setze, komme als revolutionäre Kraft nicht in Frage. Die revolutionäre Gruppe habe in der jetzigen Phase die Legitimationslügen des BRD-Systems – wie Scheindemokratie – aufzudecken und hierfür Mitstreiter zu finden.

Anschließend sprach ein AfD-Mitglied über das Thema „Partei oder Bewegung?“ Anlaß hierfür war der Streit innerhalb dieser Partei, ob man sich ausschließlich als Wahlpartei verstehe oder sich auch mit Bewegungen auf der Straße wie Pegida solidarisiere. Während sich die Parteivorsitzende Frauke Petry vehement gegen eine enge Zusammenarbeit mit Pegida ausspreche, vesprächen sich andere AfD-Vertreter wie Björn Höcke Impulse von der „Straße“, zumal der Thüringer Fraktionsvorsitzende in Erfurt selbst Demonstrationen anführe.

Kameraden vom Dritten Weg bekundeten, daß ausufernde Parteiarbeit die revolutionären Kräfte nur lähmten. „Diejenigen Kameraden sollen entscheiden was gemacht wird, die auch tatsächlich etwas machen“, während beispielsweise in NPD-Verbänden oftmals passive Mitglieder entschieden, wer dem Vorstand angehöre und wer als Delegierter zu den Parteitagen fahre. Der Dritte Weg plädiere für ein „langsames Wachstum“.

Jürgen Schwab brachte in diesem Zusammenhang den Begriff der „Elitendemokratie“ ins Spiel. Es würde nicht dem demokratischen Prinzip widersprechen, in revolutionären Organisationen das Wahlrecht auf diejenigen Personen zu verengen, die besondere Leistungen und Opfer für die organisierte Gemeinschaft erbringen. Die alten Griechen und die alten Germanen seien hierfür Vorbilder. Ein anderes Kadermitglied der SdV meinte, daß es schon vor Jahren in der „Nationalistischen Front (NF)“ einen Flügelstreit gegeben habe, ob man viele oder wenige Mitglieder aufnehmen soll. Ein Aktivist des Dritten Weges meinte, daß in dieser Frage, ob man jeden „Nationalen“ aufnehme, der Unterschied seiner Partei zur Konkurrenzpartei „Die Rechte“ liege.

Für Jürgen Schwab ist es unverständlich, warum die AfD-Führung nicht die Aufforderungen von Medienvertretern und Systempolitikern, Björn Höcke wegen radikaler Äußerungen aus der AFD auszuschließen, mit dem Argument der Demokratie kontere. Schließlich entschieden in Demokratien und in sogenannten demokratischen Parteien immer nur die demokratischen Gremien – im Falle der AfD Schiedsgerichte, Vorstände und Parteitage – über Mitgliedschaften – und keinesfalls Außenstehende auf Zuruf, die gar nicht der entsprechenden Gemeinschaft beziehungsweise Organisation angehörten.

Schwab gab allerdings auch zu bedenken, daß bestimmte Vertreter des NS-Spektrums und auch solche von Pegida Dresden genug Munition zur Ausgrenzung durch konservative Kreise lieferten. Als Beispiele nannte er diverse menschenverachtende Äußerungen von Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Es sei durchaus verständlich, daß Frauke Petry nicht mit tatsächlichen Rassisten, die Pogrome gegen ankommende Asylforderer rechtfertigten, in einem Atemzug genannt werden möchte.

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/03/07/aufruf-zur-maessigung/

Während der letzten Arbeitstagung wurden noch weitere Themen angesprochen. Zum Beispiel, ob die Positionierung in der Außenpolitik auch eine Frage der Strategie sei. Dieses Thema erörterten die Teilnehmer am Beispiel des Rußland-Ukraine-Konflikts, wobei die Kameraden des Dritten Weges genau den Standpunkt bezogen, den schon Kai Zimmermann zuvor in einem Gespräch mit der SdV vertreten hatte.

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/11/14/sdv-gespraech-mit-kai-zimmermann-ueber-die-partei-der-dritte-weg/

Da sich das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) als umstrittenes Thema auf der nationalen Rechten erwiesen hat, stellte es die SdV auf ihrer Arbeitstagung zur Diskussion. Zuvor hatte es in der NPD erheblichen Streit über das BGE gegeben. Grund genug für die SdV mit einem Befürwortet des BGE, mit Peter Marx, das Gespräch zu suchen.

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2017/03/06/sdv-gespraech-mit-peter-marx-ueber-bge-antikapitalismus-afd-und-lafontaine/#more-8599

Jürgen Schwab vertrat die Auffassung, daß das BGE ein visionäres Thema sei, das nicht als Diskussionsthema zu unterbinden sei. Allerdings sei der Zusatz „bedingungslos“ zurückzuweisen. In einem gemeinwohlorientierten deutschen Staat habe jeder Deutsche seinen Arbeitsbeitrag als Gegenleistung zum Erhalt von Wohnraum, Nahrungsmitteln, Übernahme von Bekleidungs- und Heizungskosten und dergleich mehr zu leisten. Das Thema „Grundeinkommen“, so Schwab, sei schon deshalb eine Diskussion wert, weil es sich an der Oberfläche eines tiefgreifenden Wandels der Arbeitswelt befinde – die Stichworte lauteten: Automatisierung und Digitalisierung. Die menschliche Arbeit werde immer mehr gegenüber Maschinen-, Computer- und Roboterarbeit reduziert. Jeder Deutsche habe sich für Arbeit am Gemeinwesen bereitzuhalten, auch wenn er oder sie nur noch 20 oder zehn Stunden die Woche oder zeitweise überhaupt nicht gebraucht werde. Arbeiten, die körperlich besonders anstrengend, gefährlich oder monoton seien, seien auf ein Minimum an Wochenstunden zu reduzieren und auf möglichst viele Arbeitnehmer zu verteilen.

Demgegenüber geht nach Auffassung von Schwab, die Scheinbegründung von Peter Marx (NPD), das Thema BGE mit dem vielen Geld, das Asylanten erhielten, zu verknüpfen, am Thema vorbei. Daß das Thema „Grundeinkommen“ bei Streichung des Zusatzes „bedingungslos“ eine wichtige Forderung sei, wurde von allen Teilnehmern befürwortet.

Diese Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt.

SdV-Redaktion

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Kommentare

  • Christian  On 7. April 2017 at 11:18

    Den SdV sehe ich derzeit als die einzige Gruppe in der BRD die man wirklich als Nationalrevolutionär bezeichen kann (nachdem sich die Gruppen um die Zeitschrift „Fahnenträger“ aufgelöst haben). Weshalb strebt ihr eine Zusammenarbeit mit AfD, NPD, Die Rechte oder Dritter Weg an? Hierbei handelt es sich entweder um imperialistische Rechtspopulisten oder um Hitleristen die noch heute die Reichskanzlei verteidigen wollen. Auch der Dritte Weg ist nicht nationalrevolutionär sondern gibt sich nur einen solchen Anstrich. Deshalb: Zieht einen klaren Trennungsstrich zwischen euch und den rechten Spinnern und haltet Ausschau auf der linken Seite. Auch eine Zusammenarbeit mit dem sog. Antikapitalistischen Kollektiv (AKK) solltet ihr prüfen.

  • Schwab  On 20. Mai 2017 at 11:27

    @Christian

    Da liegt wohl ein Mißverständnis vor. Die SdV strebt keine Zusammenarbeit mit NPD, Drittem Weg, Die Rechte an. – Allerdings halten wir Kontakt zu Einzelpersonen, mit denen wir uns gut verstehen und mit denen wir größere inhaltliche Schnittmengen haben. Sascha Krolzig ist einer davon.
    Deine Kritik geht in die Richtung, daß wenn wir von der SdV uns von Sascha Krolzig, Falko Schüßler, Arne Schimmer usw. distanzierten würden, uns endlich diverse linke Deutsche brüderlich die Hand reichen würden. – Also wenn wir uns von Krolzig distanzieren würden, würde uns Sarah Wagenknecht ein Interview geben!
    Dies wird so nicht eintreten und wäre auch nicht ehrlich von uns. Warum sollte ich Menschen, die ich wertschätze, verleugnen, um neue „Freunde“ gewinnen zu können?
    Wir von der SdV sind offen für neue Kontakte, neue Gesprächspartner und neue Bündnispartner, lassen uns aber nicht von denen vorschreiben, mit wem wir sonst noch (seit Jahren) Kontakt haben.
    Etwas vereinfacht ausgedrückt: die Spießer findet man heute überwiegend links. In den 1970er Jahren war dies umgekehrt: in meiner Heimat hatten damals CSU-ler und Rechte den Linken vorgeworfen, zu lange Haare zu haben, immer vollgekifft zu sein, gemeinsam mit Kommunisten zu demonstrieren, usw. – Die letzten Jahre mußte ich mir von Pseudolinken anhören, meine Haare seien zu kurz, meine Cordhosen zu braun, meine Kameraden sowieso zu braun.
    Jeder Aufmerksamkeitstäter und Moralist hat ja heute einen Rechner, Internetzugang mit Suchmaschine. Es gibt dann auch solche, die mir damit drohen, sich nicht mit mir unterhalten zu wollen, wenn ich mich nicht von diesem und jenem distanziere, mich nicht von diesen oder jenen Standpunkten distanziere, usw. Ich sage diesen Leuten dann immer, daß ich Moralisten, die politisieren, langweilig finde und fange das Gähnen an.
    Eine Querfront wird kommen, da bin ich mir sicher, aber nicht unter der Voraussetzung, daß die „Linken Leute von rechts“ sich verstellen und herumheucheln müssen. Wir von der SdV machen ehrliche Angebote.
    Trotzdem Danke für Deine Kritik.

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