Emmanuel Macron: „Sonnyboy“ eines aggressiven Neoliberalismus

Wahlkämpfe haben durch die Anziehung ihres „Show“-Charakters und des schauspielerischen Talents des einen oder anderen Politik-Darstellers auf die spaßempfänglichen Gehirne der Masse im Endergebnis eine eher zerstörerische Wirkung für das Politikverständnis insgesamt. Das könnte erwünscht sein.

Es genügt heute, dass der Kandidat dekorationsfähig, also verkaufstauglich ist und den Segen von Religionsführern und Logenbrüdern hat. Im Sinne des Gesagten scheint sich Emmanuel Macron schon lange vorher als (auch Multikulti und Gender aufgeschlossener) Bewerber qualifiziert zu haben. Vor welchem Gremium eigentlich?

Im November 2014 äußerte sich der zuvor von zwei der Regierung nahestehenden Top-Managern (Serge Weinberg und Jacques Attali) protegierte und vom Bankhaus Rothschild kommende (abkommandierte?) neoliberale „Sonnyboy“ und Wirtschaftsminister in einem BBC-Interview bereits ausführlich über seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen.

Herausragend dabei: So sollen, wie schon bei Trump, die Superreichen nicht befürchten müssen, geschoren zu werden. Die große Masse der wählenden Schafe eher schon. Massive Deregulierung der Märkte und schmerzhafte Einsparungen beim Sozialstaat als Folge und Fortsetzung neoliberaler Politik würden jedoch eine größere wirtschaftliche Ungleichheit erzeugen.

Na und? denkt man sich anderswo. Jedenfalls sollen sich, ein gutes Jahr vor der Bekanntgabe der Kandidatur Macrons für das Präsidentenamt, Banker bei Goldman und Sachs in London zusammen gesetzt haben, um die Finanzierung dessen Kandidatur zu besprechen und zu sichern. Was den „Sonnyboy“, seiner Abhängigkeit voll bewusst, jetzt zu seiner Danksagung an die Pariser Rothschild-Bank veranlasst haben dürfte.

Nicht so sehr am Herzen zu liegen scheint ihm nationale französische Kultur, denn eine solche gebe es gar nicht, meinte der in Sachen Immigration und Sicherheit schlafwandelnde Internationalist Macron. Sein fehlendes Interesse an einem souveränen Frankreich könnte jedoch der Front-Kandidatin jene Wähler zutreiben, die nicht wollen, dass ihr Volk und ihre Kultur untergehen.

Ein Erfolg einer Kritikerin der Globalisierung wäre allerdings nicht ganz nach dem Geschmack von Betreibern einer solchen, die doch bekanntlich ihre besonderen Interessen verfolgen. Bereits der Begründer des englischen Rothschild-Hauses meinte, ihm sei es egal, welche Marionette auf dem Thron von England sitze, Hauptsache, er kontrolliere die Geldmenge.

Etwas vorsichtiger, aber ähnlich äußerte sich vor Jahren ein Vertreter der französischen Rothschilds bei seinem Wien-Besuch, als er in einem Zeitungs-Interview meinte, seinem Haus sei es egal, wer in Frankreich regiere. Natürlich, was er aber nicht sagte, unter der Voraussetzung, dass Regierungen gehorsam sind. Und das sind sie ja, egal ob in Paris, Rom oder Berlin, beinahe alle.

Der von den Herren des Geldes geschätzte französische Senkrechtstarter müsste nun aber als Präsident zwei Lager zufrieden stellen, einerseits eine aggressive neoliberale Elite, die mit seiner Kandidatur ohnehin schon einen satten Gewinn einfahren durfte, nun aber nicht um die größere Ernte gebracht werden möchte. Andererseits die Mehrheit seiner Wähler, die etwas erhoffen, woran sie noch glauben können, in Wirklichkeit aber weder Trost noch Erfüllung finden würden.

Das uralte Problem, man könne schwerlich Diener zweier Herren sein, dürfte für Macron im Ernstfall jedoch keines werden. Er weiß, wer ihn auserwählt hat, und dass er dahin zurückkehren kann. Dennoch wird er, vor allem im Interesse seiner Herren, voll Inbrunst hoffen, dass die Dämonisierungs-Kampagne gegen seine Mitbewerberin für ihn zum aus seiner Sicht verdienten krönenden Abschluss führt.

Doch wie immer diese Schicksalswahl ausgehen wird, an der tristen Lage Frankreichs wird sich nämlich so schnell nichts ändern, schon malen Finanzexperten ein Horrorszenario an die Wand: Ein noch in diesem Jahr von Frankreich ausgehendes mögliches „Event“, nicht die Wahl selbst, könnte, so die Meinung eines Experten, vor allem Deutschland, ja die ganze EU „ in den Abgrund reißen“.

Die EU-Elite scheint dies zu ignorieren und schaut nun dennoch wie gebannt nach Frankreich, wo für sie und ihre Lobbys mit Marine Le Pen auf jeden Fall einige Ungewissheit hereinbrechen könnte. Mit Macron hingegen, dem Neusprecher in eigener Sache, hieße es verheißungsvoll: weiter so! Auf einen bereits von Merkel favorisierten alternativlosen Abgrund zu.

PS: An diesem 1. Mai dürfen die Sozialisten ganz offiziell ihren Verrat an der Arbeiterklasse feiern, da sie ihren Anhängern ja bereits empfohlen haben, Macron zu wählen.

Helmut Müller
Quelle

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