SdV-Gespräch mit Sascha Krolzig über NS heute

SdV: Lieber Sascha, Du bist Landesvorsitzender der Partei „Die Rechte“ in Nordrhein-Westfalen. Erkläre den Lesern bitte kurz das Konzept Deiner Partei, das Euch auch von NPD und „Drittem Weg“ unterscheidet.

Sascha Krolzig: Das Konzept der Partei DIE RECHTE unterscheidet sich von Parteien wie der NPD oder dem Dritten Weg weniger im Hinblick auf die politischen Inhalte, sondern mehr bezüglich des strategisch-taktischen Aufbaus. DIE RECHTE ist von unten nach oben aufgebaut, was konkret bedeutet, daß bei uns die Landes- und Kreisverbände weitgehend selbständig politisch arbeiten. Um das an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen: Die meisten unserer Kreisverbände geben eigenes, auf die jeweilige Region zugeschnittenes Informations- und Propagandamaterial heraus Schließlich weiß der Kreisverband Dortmund am besten, welche Themen gerade in Dortmund aktuell sind; der KV Magdeburg weiß, was in Magdeburg gerade für Gesprächsstoff sorgt; der KV München weiß, über welche Themen in München geredet wird und so weiter. Ein Flugblatt, das die Probleme mit dem Asylantenheim um die Ecke thematisiert, ist für die Bürger nämlich viel interessanter als ein allgemeines Flugblatt zur Währungskrise.

Der Bundesverband gibt durch das Parteiprogramm und durch Erklärungen auf der Netzseite nur die allgemeine politische Linie vor und beschränkt sich ansonsten auf die notwendigen Verwaltungstätigkeiten. Die Landes- und Kreisverbände haben für ihre politischen Aktionen also freie Hand, solange sie im Rahmen der allgemeinen politischen Linie bleiben und legal arbeiten. Das bedeutet auch, daß die Gebietsverbände ihre Kampagnen, Demonstrationen, Kundgebungen und so weiter nicht von irgendeinem „hochwichtigen“ Parteifunktionär vorher genehmigen lassen müssen.

Um noch einen letzten Punkt zu nennen: Bei DIE RECHTE bekommt kein Parteifunktionär auch nur einen Cent für seine parteipolitische Arbeit, alles läuft komplett ehrenamtlich. Ab einer bestimmten Mitgliederzahl werden auch wir uns Gedanken machen müssen, ob der Aufwand noch durch ehrenamtliche Arbeit zu bewältigen ist. Doch in unserer jetzigen Situation haben wir den Vorteil, daß sich keine windigen Pöstchenreiter bei uns einschleichen wollen, weil diese Leute von vornherein wissen, daß es bei uns keine finanziell lukrativen Posten abzustauben gibt. DIE RECHTE ist also keine Partei für Karrieristen – sondern für Idealisten!

SdV: Insbesondere aus den Reihen des „Dritten Weges“ werdet Ihr kritisiert, Ihr würdet in „Die Rechte“ jeden „Nationalen“ aufnehmen, gar kein Kaderprinzip besitzen. Was ist an diesen Vorwürfen dran?

Sascha Krolzig: DIE RECHTE lehnt Mitgliedsanträge ab, wenn es begründete Zweifel an der persönlichen Integrität der jeweiligen Person gibt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn es sich um klassische „Parteienhopper“ handelt, die schon in allen möglichen politischen Parteien beziehungsweise Organisationen waren und dort weniger durch Aktivismus, sondern eher durch Querulantentum aufgefallen sind. Es ist also keinesfalls so, daß wir „jeden“ aufnehmen würden.

Selbstkritisch kann man anmerken, daß wir in der Anfangsphase unserer Partei (in den Jahren 2012 und 2013) nicht so genau hingeschaut haben, wer irgendwo einen Landes- oder Kreisverband gründen will. In der Anfangsphase waren wir einfach froh über jeden neugegründeten Verband und daß die Parteistrukturen ausgebaut werden. Das hat aber im Endeffekt dazu geführt, daß in einigen Gebietsverbänden recht chaotische Zustände herrschten, manche haben sich auch nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Diese „Kinderkrankheiten“ haben wir mittlerweile überwunden, nun schauen wir uns die Kameraden etwas genauer an, wenn irgendwo ein Landes- oder Kreisverband gegründet werden soll. Was den Vorwurf eines fehlenden Kaderprinzips betrifft, habe ich ja schon erläutert, daß wir gar keine Kaderpartei sein wollen, weil wir von unten nach oben aufgebaut sind.

SdV: Laut Christian Worch, Euerem Bundesvorsitzenden, ist Euer Parteiprogramm eine modifizierte Textvariante des früheren DVU-Programms.

Siehe hierzu:

http://www.die-rechte.com/pdf/Parteiprogramm.pdf

Das wirkt auf mich eher bürgerlich-national. Zudem fehlen nach meinem Geschmack dezidiert sozialistische Programmpunkte, wie sie durchaus im Parteiprogramm vom „Dritten Weg“ zu finden sind.

Siehe hierzu:

http://www.der-dritte-weg.info/index.php/menue/63/Zehn_Punkte_Programm.html

Wie siehst Du das?

Sascha Krolzig: Der Gründungsvorstand von DIE RECHTE bestand weitgehend aus ehemaligen DVU-Mitgliedern. Seitdem ist die Zusammensetzung der Parteibasis heterogener geworden, was sich auch im Parteivorstand widerspiegelt. DIE RECHTE steht für bürgerlich-nationale Kräfte genauso offen wie für radikale nationale und sozialistische Aktivisten. Die Frage, ob sich diese Heterogenität nicht auch in unserem Parteiprogramm besser widerspiegeln sollte, ist zurzeit Gegenstand innerparteilicher Gespräche. Es ist also durchaus möglich, dass wir unseren Mitgliedern bald auf einem Parteitag einen neuen Programmentwurf zur Abstimmung vorlegen werden. Eine „Auffrischung“ des derzeitigen Parteiprogramms wird sicher nicht schaden.

SdV: In einem Artikel auf der SdV-Seite wurde Euch vorgeworfen, Ihr würdet auf Veranstaltungen „NATO-Nazis“ hofieren, wärt am Ende selbst welche. Stimmt das?

Siehe: https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/12/10/dortmunder-stelldichein-der-nato-nazis/

Sascha Krolzig: Im Februar 2016 waren auf Einladung von Parteikameraden mehrere Vertreter des ukrainischen Azov-Bataillons bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in Dortmund zu Gast. Zunächst mal sollten wir uns doch einig sein, daß wir Nationalisten vor keiner Diskussion kneifen, egal ob mit politischen Freunden oder Gegnern. Ich halte die Einladung der Azov-Freiwilligen nach Dortmund deshalb für absolut richtig, egal ob man mit ihrem Kampf sympathisiert oder nicht.

Ich war bei der Veranstaltung damals nicht persönlich anwesend, habe mir aber erzählen lassen, daß es dort eine sehr kontroverse Diskussion zwischen den Azov-Vertretern und einigen Gästen gegeben hat. Es wäre also absolut falsch zu sagen, wir hätten diese Leute „hofiert“. Darüber hinaus lehne ich auch den Begriff „NATO-Nazis“ für das Azov-Bataillon vollkommen ab, weil diese Kämpfer weder Marionetten der Russen noch der NATO sein wollen. Daß die Ukrainer durch den Ersatz einer pro-russischen durch eine pro-westliche Marionettenregierung vom Regen in die Traufe geraten sind, steht dabei auf einem anderen Blatt. Aus nationalistischer Sicht sollten wir uns für die Ukraine jedenfalls weder eine pro-russische noch eine pro-westliche Regierung wünschen, sondern eine pro-ukrainische.

SdV: Du wirst auf einer Internetseite genannt als Verantwortlicher eines neuen Zeitschriftenprojekts. Der Titel lautet „N.S. Heute“.

Siehe: https://www.nsheute.com/kontakt-impressum/

Sag uns bitte was zum inhaltlichen Konzept. Wem gehört die Zeitschrift? Wen soll die Publikation erreichen? Wie erreicht Ihr Eure Leser – gedruckt, mit Postversand, im Abo, im Bahnhofsbuchhandel beziehungsweise im Kiosk, online?

Sascha Krolzig: Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Zeitschrift „Nationaler Sozialismus Heute“ ist nicht die Parteizeitung von DIE RECHTE! Das Magazin ist ein parteiunabhängiges Projekt mehrerer junger Kameradinnen und Kameraden, das mit meiner Eigenschaft als Parteifunktionär nichts zu tun hat. Wir wollen mit der Zeitschrift das gesamte Spektrum der nationalen Bewegung abdecken, wir werden also über interessante Veranstaltungen von DIE RECHTE genauso berichten wie über solche der NPD, vom Dritten Weg oder parteiunabhängigen Organisationen.

Mir schwirrte bereits seit einigen Jahren ein solches Zeitschriftenprojekt im Kopf herum: Ein professionelles Druckmagazin von der Bewegung für die Bewegung, mit interessanten Themen rund um den Nationalen Widerstand und vor allem auch für jüngere Kameraden interessant. Aus verschiedenen Gründen kam es aber bis dato nicht zur Realisierung. Mittlerweile habe ich mein Jura-Studium abgeschlossen, die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bleibt mir aber aus politischen Gründen bis auf weiteres verwehrt. Da ich nun also etwas Zeit hatte, dachte ich mir, jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um das Projekt endlich ernsthaft in Angriff zu nehmen. Seit Anfang 2017 fanden die Vorbereitungsarbeiten statt, Mitte März ist dann schon die erste Ausgabe erschienen.

Das Konzept der Zeitschrift besteht aus den drei Säulen Bewegung, Weltanschauung und Leben. In der Rubrik „Bewegung“ geht es um den politisch-praktischen Teil wie Veranstaltungsberichte, Interviews, Reportagen, Porträts über verdiente Persönlichkeiten aus dem nationalen Lager sowie strategisch-taktische Ausführungen. Die zweite Säule, „Weltanschauung“, deckt den politisch-theoretischen Teil ab; in der ersten Ausgabe schreibt zum Beispiel Dr. Angelika Willig über das Verhältnis von Nationalsozialismus und Geistigkeit am Beispiel Horst Wessel. In der dritten Rubrik, „Leben“, geht es dann um weniger politische Themen wie sinnvolle Freizeitgestaltung, Ernährung, Sport und Reisen. Wenn Du mich fragst, wer zur Zielgruppe dieser Zeitschrift gehört, will ich es mal so formulieren: Wir wollen den theorieinteressierten Praktiker genauso erreichen wie den praxisinteressierten Theoretiker, den Straßenaktivisten genauso wie den „Schreibtischtäter“.

Wer unser Projekt unterstützen möchte, kann unter http://www.nsheute.com ein Abo abschließen oder auch erstmal ein Einzelheft bestellen. Einen Kioskverkauf wird es nicht geben, weil die Zeitschrift ohnehin weniger für den Normalbürger gedacht ist, sondern nach innen wirken soll. Wir Nationalisten verwenden viel Zeit darauf, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir beim Bürger gut ankommen, doch wir dürfen dabei nicht vergessen, zwischendurch auch an uns selbst zu denken und unseren eigenen Standpunkt klarzustellen.

Die Werbung über Soziale Netzwerke bleibt uns verwehrt: Wir haben bereits auf allen gängigen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram lebenslanges Betätigungsverbot. Deshalb sind wir darauf angewiesen, daß unsere Redakteure, Leser und Unterstützer über ihre internen Kanäle die Werbetrommel rühren – was uns bis jetzt auch sehr gut gelungen ist. Ein Großteil der ersten Ausgabe (Auflage: 1.000 Stück) ist bereits verkauft. Ab der 2. Ausgabe, die Mitte Mai erscheint, werden wir die Druckauflage auf 1.500 Exemplare erhöhen. Wenn alles klappt, wie wir uns das vorstellen, wird die N.S. Heute das zentrale Druckmagazin für die nationale Bewegung. Jeder Kamerad mit gutem Willen ist herzlich eingeladen, an unserem Projekt mitzuarbeiten.

SdV: Lieber Sascha, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Jürgen Schwab.

Zu unserem Gesprächspartner: Sascha Krolzig, Jahrgang 1987, geboren in Hamm/Westfalen, wohnhaft in Bielefeld. 2009 Abitur am Märkischen Gymnasium Hamm, bis 2014 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld, Abschluß als Diplom-Jurist. Als politisch Verfolgter des Merkel-Regimes faktisches Berufsverbot als Rechtsanwalt, seit 2016 selbständig. Aktuell Beisitzer im Bundesvorstand von DIE RECHTE, Landesvorsitzender in NRW und Kreisvorsitzender in Ostwestfalen-Lippe

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: