Nationale Antifa?

Normalerweise steht die sogenannte „Antifa“ in Deutschland für Antinationalismus, Antideutschtum und eine brutale WWG-Apologie. Aus dem Kreis der marginalisierten Nationalanarchisten gab es vor einigen Jahren um Peter Töpfer den Versuch einer „Nationalen Antifa“. Dies wirkte aber eher wie ein schlechter Witz, da der Einzelkämpfer Töpfer durch allerlei lächerliche Clownerien auffiel und zudem als nationaler Anarchist das Konzept des Nationalstaates eher kritisch gegenüberstand.

Stephan Steins, Herausgeber der linksnationalen Internetzeitung „rote-fahne.eu“ hat sich ein ernsthafteres Projekt gewagt und setzt auf den Nationalstaat, nationale Souveränität und eine antikapitalistische Zuwanderungskritik. Steins Ansatzpunkt ist eine Kritik des antinationastaatlichen „NATO-Faschismus“, der sich derzeit vor allem in der Ukraine manifestiert, wo Faschisten für die USA, NATO und EU Stellung beziehen.

Der aus den Niederlanden stammende nationale Kommunist ist offenbar ein völkischer Mensch, wenn er vom dem Untergang des „germanischen Kulturkreises“ durch die Zuwanderungspolitik des internationalen Finanz- und Industriekapitals warnt.

Siehe: http://rotefahne.eu/2013/09/imperium-will-weitere-millionenfache-einwanderung-nach-europa/

Antifaschismus ist für Stephan Steins identisch mit der Bekämpfung des kapitalistischen Systems und einer positiven Verteidigung des Nationalstaates sowie der jeweiligen nationalen Souveränität. Steins befindet sich damit auf einer Linie mit dem orthodoxen Kommunismus, der im Gegensatz zur linksliberalen BRD-„Antifa“, noch das Konzept der „revolutionären Landesverteidigung“ kannte. Steins der sich auf die KPD bezieht ist aber kein „Stalinist“ sondern Liebknecht und Rosa Luxemburg Anhänger. Sein historisches Lieblinsgsprogramm ist dabei das nationalistische KPD-Programm aus dem Jahr 1930. In diesem wurde der NSDAP noch nationaler Verrat vorgeworfen.

Siehe: https://www.marxists.org/deutsch/referenz/thaelmann/1930/08/natsozbef.htm

In dieser Tradition möchte auch Steins seinen nationalen Antifaschismus verordnen.

Siehe: http://rotefahne.eu/2010/08/quo-vadis-antifaschismus/

und http://rotefahne.eu/antifaschistische-aktion/

Die einzigen kommunistischen Parteien Europas die einen solchen nationalpatriotischen Kurs verfolgen und sich positiv auf die nationale Souveränität beziehen sind die griechischen und portugisischen Kommunisten. Diese Parteien sind auch die einzigen europäischen kommunistischen Parteien, die bei Wahlen erfolgreich sind. In Deutschland bewegen sich dabei die antinationalstaatlichen „kommunistischen“ Parteien DKP und MLPD unterhalb der Wahrnehmungsebene. Eigentlich handelt es sich nach der orthodoxer kommunistischer Auffassung bei DKP und MLPD nicht um marxistische Formationen, sondern um linksliberale antinationalstaatliche Soziademokraten.

Allerdings hat sich bei der DKP inzwischen ein kleiner „nationalbolschewistischer“ Flügel gebildet um Dagmar Henn. Die Genossin sitzt immerhin im Bundesvorstand der DKP. Dafür spricht auch ein Seminar von DKPlern unter dem Thema „Nation und Sozialismus“. Das Henn trotz diverser interner Vorwürfe noch immer im Parteivorstand sitzt deutet zumindest auf einige Unterstützer hin.

Siehe: http://www.unsere-zeit.de/de/4727/16/311/Nation-und-Nationalismus.htm

Der Honecker-Enkel Peter Feist hatte auf einer „Querfrontveranstaltung“ völlig richtig ausgeführt das der Marxismus zwar perspektivisch die Nationalstaaten abschaffen will, aber eben am Sanktnimmerleinstag, in einigen tausend Jahren. Bis dahin sei die Nation und der Nationalstaat ein „positives Durchgangsstadium“. Daher gelte der Marx-Satz, wonach der „Klassenkampf zwar international, aber seiner Form nach national“ sei.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=4VdpQihGl_Q

Auf diese Aussage hatte aber schon Rudi Dutschke versucht die Linke in der BRD hinzuweisen. Vergeblich! So wird ja auch gerne auf die Marx-Aussage verwiesen wonach die Arbeiter kein Vaterland hätten. Einen Antinationalismus im Antifa-Sinne kann man aber daraus nur ziehen wenn man das komplett Zitat verschweigt. Marx hatte nun geschrieben das die Arbeiter kein Vaterland hätten und sich dieses erst politisch erobern müssten. Was nun einen ganz anderen Sinn ergibt! Laut Marx hätten die Arbeiter kein Vaterland im kapitalistischen Staat, der zum sozialistischen Vaterland umzuformen sei. Was nun wohl nicht ganz das selbe sein wird wie die Antifa-These „deutsches Volk du Stück Scheiße“. Die Marx-Zitat-Fälscherei zieht sich dann aber auch durch rechte Publikationen.

So ist das sozialistische Kuba ein souveräner Nationalstaat, während die faschistisch mitregierte Ukraine unter der Knute des EU-Antinationalismus steht. Nordkora ist gar ein höchstgradiger „völkischer“ Staat. In Nordkorea sind Ehen zwischen Koreaner und Ausländern per se verboten. Auf eine solche Idee kommt man nicht einmal bei der völkischen deutschen NPD. Die Zuwanderungspolitik der DDR war zweifelsohne vorbildlich. So lag der Ausländeranteil in der DDR unter 1 Prozent. Dies solte auch völkischen Antibolschewiken zumindest zu Denken geben.

Übrigens war der „Antifaschismus“ der DDR wohl eher eine Pflichtübung. Die nationalliberale NDPD hatte in der DDR über 100.000 Mitglieder und war an der Einheitsregierung beteiligt. In der BRD sind dagegen nationale Parteien vom Parteiverbot bedroht. Antibolschewisten die Bücher lesen sollten eigentlich wissen das die DDR gar in der BRD „rechtsextreme“ Gruppen finanzierte. Laut dem bürgerlichen Buchautoren Knabe hatte die DDR sogar BRD-„Rechtsterroristen“ unterstützt.

Für ehemalige NSDAP-Mitglieder wurde in der DDR die „Nationale Front“ aus der Taufe gehoben, wo ehemalige Antibolschewisten ihren Antisozialismus ablegen konnten. Hauptverbotsgrund gegen die KPD im Jahr 1956 war im übrigen das Eintreten für eine deutsche Einheit unter sozialistischen Vorzeichen.

Folglich hatte der urprüngliche „Antifaschismus“ gar nichts mit der heutigen „Antifa“ und BRD-Linken zu tun. Orthodoxe Kommunisten hätten diese unter den Begriffen des „Sozialfaschismus“, „Kosmopolitismus“ und als „Konterrevolutionäre“ einzuordnen und zu bekämpfen gewusst.

Für Stephan Steins ist etwa die Linkspartei eine „rechtsextreme“ und „faschistische“ Partei , weil sich diese zu dem Zionistenstaat bekennt, an dessen Regierung fast immer chauvinistische Parteien beteiligt sind, die unter anderem für Vökermrod und Verteibungsaktionen gegen Araber eintreten. Tatsächlich hat sich die Linkspartei auch in die Front der Neo-Ostfront-Kämpfer eingereiht – was aber den meisten ihrer zahlreichen Wähler nicht klar sein dürfte.

Siehe: https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/06/21/gregor-steinmeier/

Historisch gesehen gibt es im ML-Spektrum zwei bedeutende Defintion von Faschismus. Georgi Dimitroff hat Faschismus als Herrschaft der reaktionären und am meisten chauvistischen Kreise des internationalen Finanzkapitals definiert. Für Karl Radek war der Faschismus eine Bewegung des kleinbürgerlichen Halbsozialismus. Nach Dimitroff handelt es sich bei der prokapitalistischen Antifa folglich um eine faschistische „Bewegung“, insbesondere bei den „Antideutschen“. Allerdings ging es dem historischen Faschismus durchaus um nationale Souveränität, was aber von den Nationalkommunisten in der KPD (Scheringer-Linie) angezweifelt wurde. Nach diesen stand nur die kommunistische Bewegung für echte nationale Souveränität („Proletarischer Nationalismus“).

Damals waren auch die meisten Nationalrevolutionäre „antifaschistisch“. Die Gruppe von Karl Otto Paetel („Sozialrevolutionäre Nationalisten“) brachten etwa eine Schrift Namens „Antifaschistische Nachrichten“ heraus. Ernst Niekisch war in der DDR Mitglied des VVN-BdA, und die Strasser Leute beteiligten sich am „Antifaschistischen Kampfbund“ der KPD, der auch Nicht-Kommunisten offen stand. So gesehen waren viele sozialrevolutionäre Nationalisten in der Weimarer Republik nationalistische Antifaschisten. Das waren freilich andere Zeiten! Heute steht die „Antifa“ für eine Verteidigung des Kapitalismus, Antinationalismus und Pro-Imperialismus. Der internationale Kapitalismus gibt sich heute „antifaschistisch“ und „antirassistisch“.

Wenn man den Faschismus historisch-wissenschaftlich betrachtet, müsste man auch einräumen, das einen „linken“, tendenziell sozialrevolutionären Minderheitenflügel gab: Frühfaschismus, Sorel, der frühe Mussolini, die Republik von Salo, den spanischen Nationalsyndikalismus, usw. Zu diesem Flügel gehörte in seiner Jugend etwa auch Fidel Castro, der damals Anhänger des Nationalsyndikalismus und des spanisch-faschistischen Ideologen Gasset war.

Der linke Flügel des Faschismus kritisierte am Marxismus den „Pazifismus“ (Anmerkung) und warf der Arbeiterklasse „Versagen“ und „verbürgerlichtes Denken“ vor. Es gab auf den Linksfaschismus von Seiten des „Linkskommunismus“ und Anarchosyndikalismus, als von Marxisten, welchen der ML noch zu „bürgerlich“ war. Darauf gehen Marxisten in der Regel heute nicht ein, sondern schweigen diese Tendenz tot, da dies die eigene Weltanschauung gefährden könnte. Die einzigen die dies zu Teilen ansprechen sind antisozialistische Antideutsche, da es ihnen darum geht Sozialisten als „Faschisten“ zu diskreditieren.

Zurück aber zu Stephan Steins „Nationaler Antifa“: Die Forderungen sind aus unserer SdV-Sicht mehr als nur unterstützenswert – NATO und EU-Austritt, nationale Souveränität für Deutschland, Weimarer Reichsverfassung statt FDGO, Kampf dem NATO-Faschismus und der prokapitalistischen BRD-Pseudo-„Antifa“. Mit seinen Thesen dürfte aber Steins weder auf der BRD-Linken noch unter Rechten auf Gegenliebe stoßen.

Aber auf Liebesbekundungen kommt es bei dem derzeitigen bedauerlichen Zustand von Linken und Rechten in der BRD nicht wirklich an. Vernünftiger ist es Unterstützung für eine nationale, antikapitalistische und antiimperialistische Politik jenseits der organisierten Linken und Rechten zu suchen – was freilich vernünftige Einzelpersonen der organisierten Linken und Rechten nicht ausschließt. Deutschland braucht keine Sektenpolitik, sondern eine nationale Volksbewegung. Das diese aber momentan als Massenbewegung nicht ansteht ist auch klar. Dies kann sich bei einer Verschärfung der kapitalistischen Krisensituation ändern. Zu den Mitvordenkern einer solchen nationalen Volksbewegung würde dann ohne Zweifel der kluge Nationalmarxist Stephan Steins und seine Rote Fahne gehören.

Verfasser: Sozrev

Anmerkung: Der „Pazifismus“ – wie wir in den BRD bei der Linskpartei und der „Friedenswebewegung“ vorfinden – ist eigentlich antimarxistisch, da laut Marx und Engels der kapitalistische Krieg nur mit der sozialistischen Militanz zu bekämpfen ist. Tatsächtlich gab und gibt es keinen sozialistischen Staatschef, der als „Pazifist“ zu bezeichnen wäre. Stalin, Mao und erst recht Trotzki waren ausgesprochene Anhängter eines militanten „Kriegskommunismus“.

Werner Pirker, der verstorbene Antiimp-Großmeister, hat den Pazifismus als „Spiegelbild“ und „verlängerten Arm“ des Imperialismus bezeichnet, weil Pazifisten dazu neigen Angreifer (Imperialisten) und Verteidiger (Imperialisten) auf eine Stufe zu stellen. Damit wird laut Pirker der antiimperialistische Widerstand durch Pazifisten kriminalisiert, währen die echten Kriminellen (Imperialisten) verniedlicht würden. Dieser Ansicht schließen sich auf sozialrevolutionäre Nationalisten an, die in eine Tradition der deutschen-antiimperialistischen Befreiungskampfes stehen (Scheringer, Niekisch, nationaler Befreiungskampf gegen Napoleon, usw). Der Pazifismus soll um die nationale Befreiung kämpfenden Völker entwaffnen und ist als Schattengewächs des Imperialismus zu Demaskieren.

Dies gilt auch für Pseudo-Antiimps, die etwa die Parole ausgaben und ausgeben Gaddafi und Assad müssten „weg“ (AIK-Wien, BRD-Trotzkisten, usw). Bei diesen handelt es sich aber nicht um „Pazifisten“, sondern um militante Unterstützer der Contras. Die Verbrüderung mit antisozialistischen Reaktionären und Massenmördern wird bei diesen mit scheinbar „linken“ Thesen „begründet“. Diesen Spektrum ist keine Pseudo-„Analyse“ und keine Lüge zu billig (Salafisten als „Arbeitermilizen“ – Gruppe Arbeitermacht, syrische Kopfabtrenner als „Volksrevolutionäre“ – Marx 21 bei der Linkspartei, usw). Diese Tendenz gibt es in abgeschwächter Form auch bei einigen Schreibern der „Jungen Welt“.

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Kommentare

  • Christian  On 2. Juli 2017 at 10:22

    Sehr guter Artikel! Genau so etwas muss man auf einer ECHTEN nationalrevolutionären Plattform lesen. Die Spinner vom sog. „Nationalen Widerstand“ sollen sich dagegen nur weiterhin zum Faschismus, Rassismus, Hitlerismus, Antikommunismus oder Rechtsmilitarismus bekennen. Zu diesen Kreisen muss von Nationalrevolutionären endlich ein klarer Trennungstrich gezogen werden!

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