Besprechungen (31)

Endlich! Endlich! Endlich! – Viel schlimmer als Durst, Hunger, Kälte, Hitze, Obdachlosigkeit und nie wieder Sex – ist die Vorstellung, daß Arne Schimmer seine Zeitschrift nicht mehr herausbringt! Was unter „Hier & Jetzt“ begonnen wurde, findet nun unter dem Titel „Gegenlicht“ seine Fortsetzung. Gott sei Dank!

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2017/07/05/gegenlicht-das-neue-kultur-und-politikmagazin-ist-da/

Wahrscheinlich hatte der Herausgeberverein „Bildungswerk für Heimat und nationale Identität“ eine juristische Auseinandersetzung um den alten Titel verloren, weshalb man sich diesbezüglich – zu einem sicherlich gelungenen – Neuanfang gezwungen sah. Ob nun der Neustart als Fünfjahresausgabe konzipiert ist, weiß ich nicht. Wir haben auch Jahrzehnte lang auf das nächste Heft von „Wir selbst“ gewartet – und wir warten nach wie vor darauf vergeblich.

Siehe hierzu:
http://www.bublies-verlag.de/

Zeitschriften, in denen man sich geistig wiederfindet, sind immer auch Sehnsuchtsprojekte, aber jetzt ist „Gegenlicht“ endlich da! – 128 Seiten stark ist die Buchzeitschrift aus Sachsen. Alleine der Rezensionsteil umfaßt mehr als 40 Seiten, wobei Friedrich „Feddo“ Baunack den Löwenanteil an Besprechungen („Blätterwald & Scheibenschau“) beigetragen hat. Ich habe das dicke Heft noch nicht vollständig durchgelesen, weshalb meine Erwähnung einzelner Artikel immer auch willkürlich sein mag.

Thematische Schwerpunkte der Nummer eins sind zum einen der Islamismus. Hierzu hat Dominik Schwarzenberger eine kompetente und detailgenaue Studie über die einzelnen Strömungen im Islam und in den einzelnen Staaten vorgelegt, die ebenso wie der Aufsatz von Volker Herrmann verdeutlicht, daß es „den Islam“ nicht gibt – sondern allenfalls in der Propaganda von bestimmten Islamisten, die alle Mohamedaner dieser Erde für sich vereinnahmen möchten, und ebenso von Rechtspopulisten, die ein einfaches Feindbild brauchen, um den legitimen Protest gegen Einwanderung auf ihre eigenen rechtsliberalen und strukturkonservativen Mühlen zu lenken.

Zum anderen ist auch die Debatte über den Ukrainekonflikt sehr gelungen. Hier stehen nebeneinander die pro-russischen Standpunkte von Alain de Benoist und Alexander Dugin (jeweils im Gespräch) und ein Artikel von Olena Semenyaka, einer ukrainischen Nationalistin. Die Debatte dreht sich um die Frage, ob die Ukraine, die zwischen dem russischen und dem westlichen Block zermalmt wird, auch eine dritte Position – zwischen den beiden Blöcken – beziehen könnte. Die ukrainische Autorin bejaht dies, während Benoist meint, daß dies nur in der Theorie funktionieren könne, an der Praxis aber scheitern werde.

Die Frage stellt sich zumindest für mich, wohin die ganze jahrelange Debattiererei – in „Gegenlicht“ und sonstwo im „Nationalen Widerstand“ – führen soll? – Die Positionen sind doch schon längst geklärt, ob in der Ukraine- oder in der Islamfrage. Oder nehmen wir die Sozialismusfrage, bei der die SdV weiß, daß sie Recht hat, und bei der Thorsten Thomsen glaubt zu wissen, daß Sozialisten sowieso keine Ahnung über Wirtschaftspolitik haben – vor allem wenn sie mal vor über 20 Jahren Germanistik im Hauptfach studiert haben.

Oder was ist zu halten vom taktischen Herumlavieren des NPD-Neonazis Thorsten Heise, der im Jahr 2011 im Parteivorstand meinte mich als „Bolschewisten“ von der Mitarbeit in der „Deutschen Stimme“ augrenzen zu müssen, neuerdings nun „Nationalbolschewisten“ für eine Mitarbeit in der NPD – unter seiner Führung! – werben möchte – wahrscheinlich nur bis zum nächsten 30. Juni?

Siehe hierzu (ab Minute 7):

Eine wirkliche sozialistische Position wird und kann sich in der NPD nicht durchsetzen, dies weiß auch Arne Schimmer, daß es hierfür schon zu spät ist, weil alle Züge in diese Richtung abgefahren sind. Und wo sollte schon die politische Alternative sein – beim unlängst wiedergewählten Parteivorsitzenden Frank Franz, der gegenüber Kritikern so unsicher wirkt, daß er nicht auf die inhaltliche Kritik des Kritikers eingeht, sondern die Besitzverhältnisse des Kritikers recherchiert und darüber „Infos“ verbreitet?

Solches Verhalten entspringt dem Ressentiment, in den besitzbürgerlichen Kreisen unseres Volkes nicht anzukommen, von den im bürgerlichen und gesellschaftlichen Leben wirklich Erfolgreichen, von den Sarrazins, Bosbachs, Henkels und Gaulands immerzu herablassend – als brauner Fußabstreifer – behandelt zu werden. Für einen kleinbürgerlichen Crétin liegt halt der Reflex nahe, wenn man von oben herab gedemütigt wird, (vermeintlich) nach unten weiterzutreten.

Kurzum, der rechte publizistische Gemischtwarenladen „Gegenlicht“ und andere Foren, die der innerrechten Diskussion dienen, mögen für Rechtsintellektuelle interessant sein, aber dem politischen Ziel, an politischem Einfluß und an politischer Gestaltungsfähigkeit zu gewinnen, kommen wir damit nicht wirklich näher. Es soll deshalb jeder für sich seine Entscheidung treffen, wo er steht und wo nicht, und mit wem er zusammenarbeiten will und kann und wem nicht. Denn echte Führer erkennt man daran, daß sie am Ende auch entscheiden und nicht nur diskutieren.

Wenigstens kann jeder ein wenig über seine eigenen humanen Resourcen und über sein eigenes organisatorisches Umfeld entscheiden – wenn schon die Entscheidungen für uns auf der großen politischen Bühne – zumindest derzeit und auf absehbare Zeit – nicht möglich sind.

Jürgen Schwab

Gegenlicht“ kann bestellt werden:

Per E-Post über die Adresse: Gegenlichtmag@aol.com
Über das soziale Netzwerk „Facebook“: gegenlicht.magazin

Oder per Post über die Adresse:
Bildungswerk für Heimat und nationale Identität
PF 32 01 33
01013 Dresden

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