Deutschland wählt, und Monsieur Macron stellt die Weichen

Deutschland schreitet zur Urne. Deutschland? Ich habe da so meine Bedenken. Aber dass Deutsche und solche, die man neuerdings dazu zählt, demnächst ihre Stimme abgeben werden, da besteht kein Zweifel. Doch dies ist für Eingeborene längst ein probates Mittel, um sich selbst abzuschaffen. Was anderes soll es denn sein, wenn man noch immer jene wählt, die nichts anderes als eben das im Sinne haben. Keinesfalls wird es später einmal so sein, dass man als Deutscher auf seinem Grund und Boden in Zukunft noch gut und gerne leben wird können. Ein dahin ausgerichtetes realitätsfernes Wunschdenken der Verwalterin eines US-Protektorats lässt bestenfalls Willkommens-Gäste frohlocken. Vielleicht ist die Botschaft ohnehin an diese gerichtet. Via Internet sind sie ja dabei.

Gewiss schätzen unsere Willkommens-Gäste auch diese inszenierten „Talkshows“, in denen neudeutsche Kotzbrocken ungeniert ihren Vorrat an Gehässigkeiten und Schleimigem ausbreiten und das Eigene runter machen dürfen. Ohne diese „Elite“, allesamt arrogante, halbgebildete Selbstdarsteller, keine Sendung. Doch sie dürfen sich ihrer Sache sicher sein. Wie sicher? Ziemlich, denn die einzige Gefahr, die sie in Gestalt der AfD zu erblicken glauben, wird mit den bewährten üblen Methoden runtergemacht. Was Erfolg verspricht, denn, wie schon Tucholsky bemerkte, „in Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, als viel gefährlicher, als derjenige, der den Schmutz macht“. Wird sich die AfD von einer Medien-Mafia ins Bockshorn jagen lassen und Fundamentales dem Dabei-sein opfern? Man wird sehen.

Natürlich wäre es schön, erwiesen sich diese Schmutzkampagnen für deren Betreiber als Bumerang. Obzwar die bekämpfte Alternative natürlich erst beweisen muss, dass sie in jeder Hinsicht eine zum herrschenden System ist. Noch hat sie ihren Kredit ja nicht verspielt, und ihre Gegner bieten immerhin einige offene Flanken. Nicht wenige dieser gehen zwar auf das alleinige Konto der geschäftsführenden Verwalterin neudeutschen Staatsgebildes, aber ihre Spießgesellen finden sich, außer in ihrem politischen und privaten Umfeld, längst in den anderen System-Parteien. Denn in einem sind sich Merkel-Förderer wie auch System-Günstlinge gewiss einig: Weiter so! Autoritätshörig und strukturkonservativ wie der biedere deutsche Michl nun einmal ist, wird er wahrscheinlich seine Scheuklappen am Wahltag trotz allem nicht abnehmen wollen.

Also, Revolution an der Urne werden wir voraussichtlich keine erleben. Leider. So ein echter Befreiungsschlag, das wäre ja was. Und ein Hosenanzug flattert dann im Wind? Nein, so weit würde es gewiss nicht kommen. Eher flattern die Nerven eines deutschen Bücklings bei dem Gedanken, was nach so einem richtigen politischen Umsturz folgen könnte. Eine Enteignung seiner heiligsten Güter? Eine Strafexpedition der Schutzmacht gar? Wohl nicht wirklich, aber ganz so schmerz- und folgenlos würde es gewiss nicht verlaufen. Doch bei weitem schmerzvoller könnte noch werden, was bei Fortführung der bisherigen Politik Deutsche mit gesundem Menschenverstand längerfristig voraussehen: Blut und Tränen inklusive.

Doch von politischen und medialen Rattenfängern mit schmackhaften Illusionen verköstigt, werden vom Gros der Wähler alle Zeichen an der Wand ignoriert und alle Warnungen noch in den Wind geschlagen. So hat es zumindest bis jetzt den Anschein. Was aber die Verwalter der deutschen Misere ihrem Fußvolk vor Wahlen auf jeden Fall noch nicht so richtig brühwarm servieren können, darf der ebenfalls von äußeren Mächten in Stellung gebrachte Monsieur Macron schon deutlicher von sich geben. Was dieser kürzlich bloß vor französischen Diplomaten konkretisierte, brachte er zuletzt ausgerechnet in Athen, der Wiege der Demokratie, dem griechischen Premier zur Kenntnis: Konkret betrifft es das endgültige Aus des Nationalstaates und der Volkssouveränität. Also auch der deutschen. Aber dafür mehr (multikulturelle) Demokratie, wie er (eher höhnisch) meint. Eine starke Aussage für einen demokratisches Süßholz raspelnden Möchtegern-Autokraten, sind solche doch eher Gegner eines freien und demokratischen Europas. Was an anderer Stelle seiner diesbezüglichen Einlassungen sichtbar wird.

Macron bezeichnete nämlich, wohl auch im Sinne Berlins, mit dem ihm eigenen Banker-Charme die Errichtung einer Fiskal- und Transferunion (zum Nachteil der Deutschen) als einen ersten Schritt hin zu einem durch Nationalstaaten nicht behinderten europäischen Föderalismus. Dieser soll mit einer gesetzgebenden Exekutive und einem beigestellten weiteren Parlament abgesichert werden. Die verflossene Sowjetunion lässt grüßen. Kommissare sind ja schon da. Die dafür notwendigen Strukturen könnten natürlich nur auf Kosten bereits bestehender, also der nationalen Parlamente vor allem, geschaffen werden. Gütiger Weise würde man dem Reichstag in Berlin und dem Parlament in Wien gewiss Museumsreife zuerkennen.

Besonders Macrons harte Worte gegenüber Staaten, die sich dem jetzigen Unions-Diktat aus Brüssel, wie in der Flüchtlingsfrage auch, verweigern, lassen erahnen, wie ernst es ihm, Merkel und den restlichen Politikerdarstellern im Gefolge der Globalisierer mit der Ausradierung der Volkssouveränitäten ist. Wenn Henry Kissinger sagte, dass es in tausend Jahren nichts Ähnliches gegeben habe wie Merkels verantwortungslose Grenzöffnung, so wird der nicht unumstrittene 94-jährige Spitzendiplomat gewiss auch schon realisiert haben, dass erstmals in der Geschichte ganze Völkerschaften entschlossen den Selbstmord anstreben. Und wie in vielen anderen Dingen, werden die Deutschen auch auf diesem Gebiet die Tüchtigeren sein wollen.

Zum Thema
Detlef Kleinert: Das Merkel-Desaster: Deutsch-europäische Irrwege Gebundene Ausgabe, 2016 (Druffel&Vonwinckel)

Helmut Müller

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