Die AfD-Antideutschen oder die „Hugenberg-Deutschen“

In die AfD projezieren viele ihrer Wähler und Anhänger allerlei Wünsche und Hoffnungen. Nun gibt es eine besonders merkwürdige Fangruppe der“Alternative“, die der Durchschnittsrechte wohl so niemals als AfD-Anhänger vermuten wird. Bei den angesprochenen handelt es sich um sogenannte „Antideutsche“. Zumindest die „Speerspitze“ der Antideutschen um den ganz „harten“ Kern hat offenbar einen Freundeskreis AfD gegründet. Das Spektrum um die in Berlin erscheinende Zeitschrift Bahamas und damit verbundene diverse antideutschen Gruppen hat nun endlich in der BRD eine Lieblingspartei und zwar ausgerechnet die AfD.

Die Bahamas weiß stolz zu berichten das seit der Wahl von Trump und dem Aufstieg der AfD ihre Referentveranstaltungen überfüllt seien und die Zeitung ausverkauft ist. Was nicht daran liegt das es in Zeitschrift und Veranstaltungen darum ginge Trump und die AfD abzukanzlen, sondern weil man Trump und unter leichten Abstrichen die AfD positiv darstellt. So behauptet die Bahamas von sich selbst sie sei das „einzig“ echte Trump-Blatt in der BRD. Die AfD hat man die „Volkspartei des gesunden Menschenverstandes“ genannt. Zwar präsentiert man auch Kritik, die sich gegen den Höcke-Flügel richtet, schafft es aber dann erstaunlicherweise angesichts dessen was man sonst über angebliche „Antisemiten“ schreibt, bestimmte Personen und Äußerungen als unwichtig abzutun. Sonst wird aber jeder völlig harmlose Halbsatz von Linken und Anderen als vorgeblicher „Vernichtungsantisemitismus“ bezeichnet.

Siehe: http://redaktion-bahamas.org/artikel/2016/73-die-volkspartei-des-gesunden-menschenverstandes/

Ein „Witzbold“ könnte auch meinen, das es bereits einen Namen für eine Koalition aus CDU, CSU, FDP und Bahamas gibt. Nämlich „Bahamas-Koalition“.

Siehe: http://www.theeuropean.de/valentin-weimer/11204-bahamas-koalition-fuer-deutschland

Desweiteren gibt es antideutsche Gruppen, die im Namen der jeweiligen Organisation das Wörtchen „Antifa“ tragen und Referentveranstaltungen abhielten, in welchem die Referenten erklärten, warum die AfD einer „antideutschen“ Politik unter allen Parteien am nähesten stünden. Vielleicht haben noch einige Linke gelacht als der Wertkritiker Robert Kurz meinte aus der proimperialistischen, harten radikalkapitalistischen „linken“ antideutschen Bewegung könnte sich etwas entwickeln was nicht nur als sektenhaft „rechts“ zu bezeichnen wäre, sondern offen das Bündnis mit „deutschnationalen Kräften“ sucht. Dem antinationalen Kurz ging es dabei gar nicht einmal in seinem Buch um „Rechtspopulisten“, sondern um rechte Unionskonservative. Das hat also nicht einmal der werkritische Theoretiker damals vermutet.

Siehe: https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-antideutsche-ideologie-127-127-detail

Antideutsche hatten aber schon vor Jahren etwa die FPÖ als inhaltlichen Bündnispartner ausgemacht, wie auch andere „ähnlich“ formierte Parteien, wie die Schwedendemokraten, die Wilders-Partei oder die „Die Freiheit“.. Dies war in der Antifa-Szene durchaus ein Skandal und führte zu einem Auftrittsverbot im selbst antideutschen Conne Island in Leipzig, wo Referenten der Antideutschen erklärten warum die aus einer deutschnationalen Tradition stammende FPÖ ein Bündnispartner sein könne. Dagegen hat man den antideutschen und israelsolidarischen BAK Shalom der Linkspartei als „Fake“ angegriffen. Der FPÖ sei mehr zu trauen als antideutschen Softcore-Antideutschen der Linken. Was auch logisch sein wird angesichts des Veranstaltungstitels, da es hier um einen radikalen Bruch mit der Linken ging.

Siehe: http://redaktion-bahamas.org/aktuell/110121leipzig-dokumentation.html

Der relativ bekannte Ideologe und Puplizist Stephan Grigat kompletierte dies, als er beim Wiener Akademikverband auftratt, der in seinen Statuten imerhin fordert Österreich müsse das „NS-Verbotsgesetz“ abschaffen. Grigat hat nicht nur ein Forum in antideutschen Publikationen, sondern auch in der österreichischen Mainstreampresse. Dort hatte er über „Islamnazis“ und die angebliche Bedrohung des Westens durch den Iran referiert. Auch der in der Szene bekannte Puplizist Thomas von der Osten Sacken, der für die antideutschen Publikationen konkret und Jungle World schreibt, und ein Buch verantwortete in dem für den Angriffskrieg auf den Irak getrommel wurde, hatte in einem Beitrag die FPÖ geadelt.

Sind nun die „antideutschen“ Freunde der AfD „verrückt“? Schließlich hatte dieses Spektrum George Bush einen „Man of Peace“ genannt und forderten eine nukleare Einäscherung des islamischen Raumes. Aus „Nie wieder Deutschland!“ wurde ja ein AfD-Fanclub. Was aber bei genaurer Beschäftigung auch nicht ungewöhnlich ist da man „Germans to the Front!“ fordert und an Deutschland kritikwürdig findet, das angeblich eine Hegemonie von „Linksnazis“ und Antikapitalisten gegeben sein. Deutschland ist für die Antideutschen ein linksnazistischer Land von „Antiimperialisten“ und „Antikapitalisten“. Das Gegenteil ist dann natürlich „rechts“- westlerisch, israelsolidarisch, US-trumpistisch und kapitalistisch in einer Verbindung. Insofern mag eine Bezugnahme – ohne Höcke – auf die AfD angesichts dieser Ideologie zumindest nicht ganz unlogisch sein, zumindest nach dem „antideutschen“ Denken.

Die antideutschen Puplizisten, die durchaus intellektuell sind, beziehen sich zwar noch auf die kritische Theorie und Teilauszüge von Marx und dem Linkskommunismus – in ihrer verquasten Deutung – was aber nur ein leicht durchschaubarer Trick ist um über diesen Umweg bei Hayek, Ricardo und die klassisch liberalkapitalistische Ökokonomielehre nicht nur aufzunehmen , sondern zu radikalisieren. Wo teilweise Marx drauf steht ist Ricardo und Hayek gemeint, was aber zum Teil auch offen gesagt wird. Es handelt sich um „Holzhacken mit Hayek“,wie dies eine linke Antifa-Kritik richtig einzuordnen weiß.

Siehe: https://www.laika-verlag.de/edition-theorie/antifa-heisst-luftangriff

Handelt es sich bei diesem Spektrum das aus der antideutschen Linken stammt in Wahrheit um „Faschisten“? Diese Frage mag erst einmal als Polemik aufgefasst werden, aber doch nicht so ganz, wenn man das Buch eines Bahamas-Topideologen kennt. In jenem hat sich der Puplizist offen auf Mussolini bezogen. Desweiteren wird um die Bezugnahme auf bestimmte Faschismen zu rechtfertigen, in jenem Buch auch der Philosoph Leo Strauss zitiert, der als Spriritus Rector der US-Neocons gilt. Jener hatte sich sich auf den Nicht-NS-Faschismus bezogen (Mussolini, Austro-Faschismus, Franco, usw).. So das es sich hier um eine Verbindung aus Liberalkapitalismus und Faschismus handelt, der einen westlerischen Bellizismus und Radikalkapitalismus radikalisieren soll.

Siehe: http://www.ca-ira.net/verlag/buecher/scheit-wahn.weltsouveraen.php

In einem Sammelband, welches von softcore-antideutschen Autoren, linken Antinationalen, Wertkritikern und Jungle World-Schreibern stammt, wurde für Interessierte der ideologische Gang der „antideutschen Bewegung“ kritisch dargestellt. Aber auch in jenem Buch das mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat, war vieles noch nicht enthalten, was sich in den letzten Jahren deutlich kritstalisierte. Zumindest wird hier aber der ideologische Deformierung der Antideutschen von den 80ern bis in die 2000er-Jahre durchaus detalliert dargestellt. Schon damals war längst klar das sich die Antideutschen von einer rein kindisch-chauvinistischen „Deutschlandkritik“ zu einer ideologischen Schutztruppe von „Stars and Stripes“, Kapitalimperialismus und Reaktion entwickeln.

Siehe: https://www.amazon.de/warn-Antideutschesten-deutsche-Linken-antideutscher/dp/3897714329

Was man aber zusammen fassen kann ist das nun das „Antideutsche“ stets nur eine chauvinistische „Ideologie“ war, eine einfache und vulgäre Umkehrung eines anderen Chauvinismus der Geschichte, welchen antideutschen vorgaben „radikal“ zu kritisieren. So konnte man in einer Publikation lesen die Deutschen „seien keine Menschen“ und „die Deutschen“ würden sich als „Menschen aufführen“. Was dann mitunter durchaus unter anderen Vorzeichen an Heinrich Himmler und die SS erinnern könnte. Zumindest ging es dort darum das die Juden keine Menschen sein sondern nur „so aussehen“. Nun sollen aber Araber, Muslime und Nordkoreaner, Südamerikaner, sowie andere Nationen und Rassen keine Menschen mehr sein, sondern sich nur sich selbst so nennen. Dagegen soll der antideutsche AfD-Fan darüber bestimmen dürfen wer noch als Mensch gelten darf und wer nicht. „Wer Mensch ist bestimme ich!“ Irgendwie erinnert das aber an „dunkle Zeiten“.

Siehe: http://www.ca-ira.net/verlag/buecher/aak-antideutscher.katechismus.php

Nun wollen Antideutsche die sich als judenfreundlich ausgeben, oder genauer gesagt als israelfetistisch, auch darüber bestimmten wer Jude sein soll und wer nicht. Wer nicht der ganz harten israelsolidarischen Linie folgt soll sich nicht Jude nennen dürfen, sondern der sei ein „Antisemit“, als ein „Judennazi“. So haben antideutsche „Antifa“-Schläger mehrfach israelkritische Juden – sogar israelische Staatsbürger – angegriffen, verprügelt und niedergeschlagen. In Berlin gibt es auch eine antideutsche „Kauft nicht bei Juden!“-Kampagne. Ein jüdischer Laden deren Besitzer die Israelsolidarität kritisch sahen wurde von Antideutschen belagert, mit der Aufforderung der militanten Schläger an Käufer dort nicht einzukaufen, weil die jüdischen Besitzer angeblich „Antisemiten“ seien. Das einem da Gedanken an sagen wir mal 1933 kommen wird ja nicht ganz so unverständlich sein. Der linke israelische, aber zionismuskritische Puplizist Moshe Zuckermann hat deswegen in einem seiner Bücher den Antideutschen auch vorgeworfen diese seien in Wahrheit von antijüdischen „Vernichtungsphantasien“ geprägt. Wenn der Jude nicht genauso pariere wie gewünscht, verwandele sich der „Philosemitismus“ in Antisemitismus.

Siehe: https://www.amazon.de/Antisemit-Ein-Vorwurf-als-Herrschaftsinstrument/dp/3853713181

So interessieren sich Antideutsche auch gar nicht für das Judentum, die jüdische Kultur, Religion oder divergente Anschauungen. Das machte der bereits erwähnte Ideologe Grigat in der Jungle World deutlich. Ohne es zu begreifen, handelt es sich hier um wohl eine Selbstüberführung. Es geht gar nicht um projüdisch oder antijüisch, sondern um ein ideologisches Ausnutzen über die Diffamierung des politischen Gegners. So das es sich auch nicht einmal um „Philosemitismus“ handelt, sondern um eine Wandelbarkeit in der ein Jude ganz einfach dann zum Feind wird, wenn er eine andere politische Meinung hat. Israel selbst is dann nur eine „Projektionsfläche“, wie Zuckermann zurecht meint. Bei der AfD, für die sich nun viele Antideutsche begeistern können, kann man hier auch Anschluss an den ganz „rechten“ Flügel finden.

Siehe: https://patriotische-plattform.de/blog/2014/07/23/standpunkt-der-patriotischen-plattform-solidaritaet-mit-israel-solidaritaet-mit-deutschland/

Aus dieser chauvinistischen antideutschen Haltung die sektenhaft, vulgär und chauvinistisch-pseudo“völkisch“ war wurde im radikalen Spektrum der Anti-Ds ein größtmöglicher Radikalimperialismus und Radikalkapitalismus, der in der BRD selbst nur noch ein Ziel kannte, als „Abbruchunternehmen der Linken“ tätig zu sein. In diesem Sinne ist man in rasenden Schritten immer mehr nach „rechts“ gerückt, in Richtung einer liberalkapitalistischen Rechten, weil dort am ehesten die „Antibolschewisten“ in diesem präferierten Sinne zu suchen sind.

Sören Pünjer, der „Rechtsaußen“ der Bahamas, ein Freund von FPÖ, AfD und den PROs, hat selbst den ideologischen Bruch innerhalb der Szene der Antideutschen – die wesentlicher größer ist als nur das „Hardcore“-Spektrum“, in einem Buch dargestellt. Während der Mainstream der antideutschen Antifa gegen „Rechts“ kämpft, gegen angeblichen „Rassismus“ und „Antifeminismus“ sind Pünjer und der Bahamas-Chef Wertmüller „Anti-Antirassisten“ und Antifemisten. Wertmüller hält dieses Spektrum für „besonders hässlich“.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=35hb-aAJ5bc

Pünjer gar den chauvinischen „Rassismus“ für elementar, da dieser laut ihm den Kapitalismus begründen soll. Zwar ist der modernen Kapitalismus „antirassistisch“, aber Pünjer geht es um eine reaktionäre Form eines radikalisierten Kapitalismus. So beziehen Antideutsche ihren „Rassismus“ auf die Aufklärung und sprechen diesem eine „Emanzipation“ im liberalkapitalistischen Sinne zu. Der antideutsche „Auflärungschauvinismus“ soll das antideutsche Westlertum begründen.

Siehe: http://redaktion-bahamas.org/auswahl/web58-3.html

Wollten diese Antideutschen einst das deutsche Volk auslöschen – durch Überfremdung und „Bomber Harris do it again!“ – so sollen sich heute die Deutschen laut Antideutschen „entsühnen“ und zwar durch Völkermorde. Natürlich nicht an den Juden, sondern an Muslimen. Da laut Antideutschen das Deutsche gar kein „erblicher Nationalcharakter“ mehr sein soll, sondern eine antiwestliche“Ideologie“, die eher im Libanon, im Iran, in Kuba und Nordkorea zu finden sei, ist ein rechtswestlerischer Kapitalismus und Imperialismus durch Deutsche etwas „positives“. So das man sich gar nicht so weit vom rechten deutschen Reaktionär und Transatlantiker verordnet. Werner Pirker, der Antiimp-Großmeister, schrieb einst in der „Jungen Welt“ das die Antideutschen durch „Germans to the Front“ zurück am „deutschen (NATO) Herd“ sein, wobei er damals auch noch nicht ahnen konnte, das dies gar über die AfD funktionieren könnte.

Sind nun jene „Antideutsche“ überhaupt noch heute „antideutsch“? Das ist eine nicht ganz einfache Frage. Polemisch könnte man jene als sektirische „Hugenberg-Deutsche“ bezeichnen. Zumindest trifft das antideutsche im „klassischen“ Sinn so gar nicht mehr zu. Deutschland soll nicht mehr „aufgelöst“, vernichte werden, sondern sich rechtswestlerisch, radikal imperialistisch und kapitalistisch präsentieren. Die Begeisterung für die AfD spricht jedenfalls nicht dafür das sich die Antideutschen wie Jürgen Elsässer von Antideutschen zu deutschen Patrioten und nationaldeutschen Souveränisten entwickelt hätten.

Verfasser: Sozrev

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