Ein Gespenst geht um in Europa!

Tatsächlich scheint das zerschlagene Katalonien-Referendum einiges in die Gänge gebracht zu haben. Im Windschatten der Katalonien-Diskussion gewann das Parteiebündnis der korsischen Nationalisten die Wahlen auf der Insel Korsika, welches zu Frankreich gehört. Das Bündnis der korsischen Nationalisten erreichte etwa 45 Prozent der Stimmen. Die korsischen Nationalisten verlangen erst einmal zwar nur nach einer Autonomie, was aber sicherlich ein taktisches Etappenziel zur Unabhängigkeit sein wird.

Wie in Katalonien hat man es mit einem übergreifenen ideologischen Bündnis zu tun aus Nationalkonservativen, Linksnationalen und eher bürgerlichen Kräften des Liberalkonservatismus. Scheinbar stellt man zum Teil das gemeinsame Hauptziel über genaue ideologische Differenzen. Dieser große Überbau ist in der nationalen Frage und dem Willen nach nationaler Souveränität zu sehen.

Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/P%C3%A8_a_Corsica

Auf Korsika gibt es aber im Gegesatz zu Katalonien auch eine radikale Untergrundbewegung die mit Waffengewalt und Anschlägen für die nationale Unabhängigkeit kämpft. Diese ist nationalmarxistisch grundiert und wendet sich neben dem Kampf gegen die französische Herrschaft, auch gegen die Westliche Wertegemeinschaft und die Islamisierung. So drohte man in einem Video etwa Jihadisten mit Vergeltungsschlägen – „überall in Europa“.

Siehe: https://www.n-tv.de/politik/Korsikas-Nationalisten-drohen-dem-IS-article18296516.html

So kam es auf Korsika auch zu Unruhen wegen der Ansiedlung von Refugees.

Siehe: http://www.sueddeutsche.de/politik/korsika-anti-arabische-ausschreitungen-erschuettern-korsika-1.2798074

Die bekanntesten Korsen waren aber keine korsischen Nationalisten, sondern Napoleon und das Model Laetia Casta Casta, Napoleon selbst löst sich erst als junger Mann vom Korsentum zum Willensfranzosen.

Fans der Asterix- Comics kennen aber den korsischen Nationalismus. In dem Band „Asterix auf Korsika“ werden die Korsen als sehr stolzes, kämpferisches aber auch mürrisches Volk präsentiert. Hier kämpfen die Korsen aber nicht gegen Franzosen sondern gegen römische Besatzer.

So gehört Korsika auch nicht zum französischen Kulturkreis, sondern eher zum italienischen. Darauf deuten schon die Sprache und der Name der größten Stadt Ajaccio hin – was nicht bedeutet das Korsen Italiener seien, aber sie kulturell enger an Italien angebunden sind als an Frankreich. Das korsische ist etwa eng verbunden mit dem toskanischen Dialekt in Italien und mit dem nordsardischen Dialekt „Gullaresisch“.

Die Besiedlungsgeschichte ist ein Rätsel für Historiker, da die entdeckten frühen kulturellen Spuren keiner bekannten Kultur zugeordnet werden können. Auf Korsika finden sich zudem römische, altgriechische und Spuren der Phönikier. Im Mittelalter war die Insel zwischen Sarrazenen, Lombarden und italienischen Seestädten umkämpft. Korsika wurde dann Ende des 18, Jahrhunderts von Genua an Frankreich verkauft.

Gutmeinende werden nun meinen das es doch das Beste sei wenn sich französische und korsische Nationalisten gegen gutmenschelnde Nationalstaatabschaffer und Globalisten verbünden würden. Nun könnte man dies auch kurdischen und türkischen Nationalisten empfehlen oder aber russischen und ukrainischen Nationalisten, sunnitischen und schiitischen Irakern und vielen anderen mehr. Nur das aus solchen Empfehlungen und Wünschen mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts wird. So das auch weiterhin nationale Konflikte fortbestehen werden, die insbesondere Spanien, Frankreich, Großbritannien aber auch Italien (Südtrirol) betreffen.

Auch in Südtirol tut sich in Folge der Katalonien-Auseinandersetzung einiges. Das italienische Parlament musste auf Druck von Südtirol einen Ausbau des Autonomie-Status von Südtriol beschließen. Der Ministerpräsident Südtirols schrieb zudem die ÖVP und FPÖ-Vorsitzenden Kurz und Strache an, mit der Bitte, sich dafür einzusetzen, das die Südiroler in Zukunft Doppelstaatsbürger werden könnten – so sollen Südtiroler neben der italienischen auch die östereichische Staatsbürgerschaft erhalten. So das auch der Druck auf Italien steigen dürfte.

Die EU muss ihrerseits einen weiteren Zerfall befürchten, der zum einem durch nationale Unabhängigkeitsbeewegungen in ihren Mitgliedsstaaten befördert wird, aber sie muss auch befürchten das nun das Projekt einer weiteren EU-Osterweiterung scheitern könnte: Der serbische Landesteil will sich von dem Kunstgebilde Bosnien abspalten. In Moldawien streiten sich rumänische und russische Nationalisten über eine jeweilige Abspaltung oder einen Anschluss – so streben dort rumänische Nationalisten nach einem „Großrumänien“, während sich russische Nationalisten eben nach Russland ausrichten. So das scheinbar die meisten „Moldawien“ als Staat nicht mehr erhalten wollen (60 Prozent Rumänen und an die 40 Prozent ethische Russen). Nun glaubt aber keine der beiden konkurrierenden Seiten das es so etwas wie eine „moldawische Nation“ gibt, sondern man sieht sich als Rumänen oder Russen.

Kritisch ist auch Mazedonien das auf einen Bürgerkrieg zwischen mazedonischen und großalbanischen Nationalisten zusteuert. Erschwerend kommt hinzu das bis heute nicht ganz klar ist was die Mazedonier genau seien – zum einem ist man sprachlich und ethisch sowohl mit Bulgarien als auch mit Serbien verbunden, zum anderem wird Mazedonien von griechischen Nationalisten „Großgriechenland“ zugeschlagen. Mazedonisch ist sprachlich dem bulgarischen eng verwandt, ethnisch den Serben und kulturell den Griechen.

Scheinbar kaum bekannt ist das auch die Westukraine sehr fragil ist – aufgrund von polnischen, ungarischen Bevölkerungsteilen und einem großen geschlossenen Gebiet Namens Bukowina, dass lange Zeit rumänisches Kernland war und von rumänischen Nationalisten als Teil von „Romania Mare“ (Großrumänien) bertrachtet wird. In Rumäinen selbst fordern ungarische Minderheiten einen Anschluss an Ungarn und werden hierbei von Orban unterstützt. Hierbei handelt sich immerhin um eine Minderheit von mehr als 10 Prozent der rumänischen Staatsbürger. So hängte man in dem ungarischen Landtesteil von Rumänien die rumänischen Fahnen in den Rathäusern ab und beflaggte diese ungarisch.

In Großbritannien haben wir es mit Konflikten zwischen Engländern und Nordiren, Schotten aber auch Wailsern zu tun. Ein NPD-Ideologe meinte hierzu das diese doch alle „Nordgermanen“ seien, also müsste sie auch irgendwie alle in einem von London dominierten Staat zusammen leben. Das dies allesamt Nordgermanen sind stimmt nun natürlich, nur wird das schottische, irische und walisische Nationalisten nur am Rande interessieren. Ebenso wenig wie sich Kroaten und Serben dafür interessieren das sie alle Südslawen sind oder russische Ostukrainer und ukrainische NATO-Faschisten sich dadurch beeindrucken lassen, dass sie ja Ostlawen sind.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Schwab  Am 7. Dezember 2017 um 09:51

    „In Großbritannien haben wir es mit Konflikten zwischen Engländern und Nordiren, Schotten aber auch Wailsern zu tun. Ein NPD-Ideologe meinte hierzu das diese doch alle „Nordgermanen“ seien, also müsste sie auch irgendwie alle in einem von London dominierten Staat zusammen leben. Das dies allesamt Nordgermanen sind stimmt nun natürlich, nur wird das schottische, irische und walisische Nationalisten nur am Rande interessieren.“

    Das ist nicht ganz richtig. Viele „Völkische“ haben keine Ahnung, woraus Völker entstanden sind, bringen „Volk“ und „Rasse“ durcheinander.
    Richtig ist, daß es sich bei sämtlichen europäischstämmigen Bewohnern Großbritanniens und Irlands um n o r d europäische Menschen handelt.

    Ich war neulich in Südengland, die echten Engländer sind rassisch (Körpergröße, Haare, Augen, Kopfform, Pigmentierung usw.) in etwa mit den Süddeutschen vergleichbar, vom Habitus eher mit den Norddeutschen, die hanseatische vornehme Hamburger, Bremer und Lübecker Art fiel mir dort auf – als ich das Londoner Englisch hörte.

    In einem Merian-Bändchen über Südengland aus den 1960er Jahren, das ich zur Reisevorbereitung las, stand – wenig politisch korrekt – auch etwas über die Siedlungsgeschichte, auch über die Rasse, obwohl das Wort – glaube ich – nicht vorkam. Der fundamentale Unterschied, der heute den Konflikt bildet, besteht darin, daß Süd- und Mittelengland in alter Zeit eine keltische Bevölkerung hatte, die aber durch mehrere Eroberungswellen von Angelsachsen, Dänen, Wikingern und Normannen (letztere genetisch Germanen, aber französisiert, aus der Normandie kommend) gründlich germanisiert wurde. – Ganz anders Cornwall, Wales, Schottland und Irland, wo genetisch weitgehend keltische Bevölkerungen auch heute noch (!) vorherrschen, die nur sprachlich – bis auf Restbestände, die wieder gepflegt werden – anglisiert bzw. germanisiert wurden.

    Genetisch sind aber die Bevölkerungen von Cornwall, Wales, Schottland und Irland überwiegend keltisch! Nordeuropäisch natürlich sowieso, aber nicht richtig germanisch. Ein echter Londoner ist sofort als entfernter Verwandter von einem Amsterdamer, Bremer, Hamburger, Lübecker zu erkennen!

  • sozrev  Am 7. Dezember 2017 um 23:08

    Meinte ich auch nicht sondern das bezog sich auf Aae der meint die „britischen Völker“ sollten als Nordgermanen unter einem gemeinsamen Haus leben, man hätte sich zu einer Nation entwickelt, die Frage ist aber zu welcher. Zu einer „nordgermanischen“? Dem würden zumindest viele Nordiren, Schotten und auch Waliser widersprechen, da nordgermanisch keine „Nation“ ist. Nun könnte man auch sagen das etwa das Klischee des nordischen Norwegers etwa ein Klischee ist, da es auch dunkelhaarige und schwarzäugige Norweger gibt, wie auch eher dunklere Schweden, die eher dem Rassentypus nach einem Süddeutschen entsprechen würden. Die alten Germanen waren auch nicht ganz so blond und groß wie in Fantasiegeschichten – eher kleiner als die heutigen Deutschen und auch nicht viel blonder. Natürlich handelt es sich bei Iren, Schotten eher um Kelten als um Germanen. So das „nordgermanisch“ gar keine genaue wissenschaftlich-ethnologische Zuschreibung sein wird sondern nur eine „ungefähre“. Würde ich mal bei Aae vermuten.

  • Schwab  Am 8. Dezember 2017 um 10:06

    Genau. Aus den oben von mir dargelegten Gründen ist germanisch nur der Süden, die Mitte und der Osten Englands – da aus diesen Himmelsrichtungen die germanische Besiedlung erfolgte. Der Norden und der Westen von Großbritannien und vor allem Irland ist nie richtig germanisch besiedelt worden, wenn wir von den englischen Protestanten in Nordirland absehen.
    „Nordisch“ ist eine Phänotypenbezeichnung, die auf viele Nordeuropäer nicht zutrifft.

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