Warum die Nürnberger Nachrichten sich heute nicht mehr mit ihrem Gründer Joseph E. Drexel befassen

Die „Nürnberger Nachrichten“ und die „Sache des Volkes“ haben eine Gemeinsamkeit – man wird es kaum vermuten. Nämlich den Traditionsbestand um die Person des Joseph E. Drexel. Wer war dieser Mann? – Drexel war zu Zeiten der Weimarer Republik vor allem eines: deutscher Nationalist. Es ist nicht mein Anliegen, dessen Lebenslauf an dieser Stelle lückenlos nachzuzeichnen. Die genauen Angaben hierzu lassen sich leicht „ergoogeln“.

Zum Lebenslauf des Joseph E. Drexel siehe unter anderem:
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_E._Drexel

Drexel, in München 1896 geboren, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Nürnberg, wo er auch 1976 verstarb. Die Amis als maßgebliche Sieger des Zweiten Weltkrieges waren damals wohl schon in politischer Hinsicht ähnlich dumm wie heute ihr Präsident Donald Trump, was sich auch darin ausdrückte, daß deren Militärregierung in Bayern 1945 Drexel die Lizenz Nr. 3 für einen Zeitungsverlag erteilten, worauf dieser die „Nürnberger Nachrichten“(NN), später die „Fürther Nachrichten“ gründete. Aber vielleicht war es weniger die Dummheit der US-Militärregierung als deren amerikanischer Pragmatismus, deren Lizenznehmern vorherigen Widerstand gegen das Nazi-Regime abzuverlangen.

Nun konnte derartiger Widerstand aus sehr unterschiedlichen Motiven erfolgen: aus kommunistischen (Rote Kapelle), sozialdemokratischen (Kurt Schumacher und andere), nationalkonservativen (Stauffenberg und andere) und christlichen (Geschwister Scholl und andere). Was heutzutage von linksliberalen Gutmenschen völlig ausgeblendet wird, war der Widerstand gegen das Nazi-Regime aus nationalistischen Erwägungen. Genau in dieses Spektrum gehörte der promovierte Nationalökonom Drexel.

Das heißt, Drexel und dessen Freund Ernst Niekisch waren nicht nur Widerstandskämpfer gegen das System Hitler-, wie dies auf „Wikipedia“ anklingt, sondern ihr W i d e r s t a n d wie auch die gleichnamige Zeitschrift waren inhaltlich von nationaler Verantwortung für das Wohl ihres deutschen Vaterlandes bestimmt. Die Widerstandskreise, von denen es in deutschen Städten – wie den in Nürnberg von Drexel geleiteten – mehrere gegeben hatte, vetraten eben nicht einen inhaltsleeren Widerstand gegen Hitler, sondern deren Widerstand stand programmatisch für einen anderen, für einen alternativen deutschen Nationalismus, der human und antiimperialistisch sowie der Grundtendenz nach sozialistisch bestimmt gewesen war.

Insofern ist auch die auf „Wikipedia“ aufgeworfene Frage, ob Drexel links oder rechts gewesen war lediglich auf die politische Korrektheit der Nachkriegszeit zurückzuführen. Deutscher Nationalismus konnte damals sehr wohl links sein (vom Nationalismus in anderen Ländern einmal abgesehen). Nur die BRD-Systemmedien und der sogenannte Verfassungsschutz versuchen den deutschen Nationalismus ganz rechts abzudrängen.

Siehe hierzu, was Wikipedia über die heutige „rechtsextremistischen Sozialrevolutionäre“ der „Sache des Volkes“ schreibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Netzwerke

Und so ist es wohl auch mehr als verständlich, daß die Joseph-E.-Drexel-Stiftung mittlerweile scheinbar eingeschlafen ist, auch keine Preise mehr vergibt, weil man wohl a) mit den Werten dieses Mannes nichts mehr zu tun haben möchte und b) es auch keine Personen mehr im Umfeld der NN gibt, zu denen dieser Preis wirklich passen würde.

Siehe hierzu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph-E.-Drexel-Stiftung

So erwähnt einer der beiden aktuellen Chefredakteure der NN, Alexander Jungkunz, in einem Nachruf auf den Herausgeber der NN, Bruno Schnell, dessen Vorgänger in einem Nebensatz nur verschämt. Eben jenen Joseph E. Drexel. Jungkunz schreibt allen Ernstes:

„Zu ihrem Gründungsverleger machten sie [die US-Alliierten; J. Schw.] den Widerstandskämpfer Joseph E. Drexel, dessen Nachfolge Bruno Schnell nicht nur verlegerisch, sondern auch politisch antrat: Dass unsere Zeitung jeder Form von Totalitarismus und Rassismus entschieden entgegentritt, das liegt auch an ihrer Entstehungsgeschichte. “

Siehe hierzu:
http://www.nordbayern.de/politik/mahner-macher-mazen-zum-tod-von-bruno-schnell-1.7185706

Es zeugt doch eher von Geschichtsklitterung, wenn sich die NN heute in die Tradition Drexels stellen. Welchen Drexel meint Jungkunz – auch den der 1920er und 1930er Jahre oder nur den der KZ-Inhaftierung und den nach 1945, als Drexel seine eigene nationalistische Vergangenheit offensichtlich relativierte? Welchen „Anti-Rassismus“ meint Jungkunz, den er sich und Drexel gemeinsam attestiert? Waren möglicherweise Drexel und Niekisch antirassistische Nationalisten? Kann es so etwas geben? Kennt Jungkunz noch nicht die Internetseite der „Sache des Volkes“? Sollte ihm diese zu „rassistisch“ sein, warum stellt er sich dann nicht zumindest in die Tradition des deutschen Patrioten Kurt Schumacher (SPD)? Warum gilt auch bei den NN ein linker Patriotismus als Tabu?

Warum beklagen die NN die Vereinnahmung der Geschwister Scholl durch die AfD, …

Siehe hierzu:
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/vergleich-mit-sophie-scholl-afd-sorgt-fur-facebook-eklat-1.5751467

… wenn ziemlich zeitgleich ihr Chefredakteur Jungkunz den Patriotismus der Scholls nur desinteressiert und distanziert am Rande erwähnt? (vgl. NN vom 24.02.2018) Fragen über Fragen, die sich Alexander Jungkunz nur selbst beantworten kann.

Es ist an der Zeit, daß die „Nürnberger Nachrichten“ bezüglich ihres Gründers Joseph E. Drexel eine Historikerkommission einsetzen!

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 9,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 9,80 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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