Der 20. April!

Am 20. April geschahen mindestens zwei weltpolitische Ereignisse die auch heute noch von Bedeutung sind bzw. einen großen historischen Einfluss erlangten. Am 20. April 1889 wurde Adolf Hitler in Braunau geboren. Darum soll es aber in diesem Text nicht gehen. Das andere Ereignis hat aber damit wohl durchaus etwas zu tun. Am 20. April 1948 wurde der Staat Israel gegründet.

Hitler wird nur noch von ein paar vereinzelten Neonazis gedacht. Wahrscheinlich wird es sich hier nicht um ein Israelgedenken handeln. Zumindest vermutlich.

Siehe: http://www.fr.de/politik/rechtsextremismus/neonazis-geburtstagsparty-fuer-hitler-a-1487793

Sicher passierte am 20. April noch anderes wichtiges.

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/20._April

Israels Geburtstag ist dagegen eine „Feierstunde“ nicht nur für die politische Klasse Israels, sondern auch derjenigen der USA, der BRD, Großbritanniens und zahlreicher anderer Staaten – vor allem solcher die zur Westlichen Wertgemeinschaft gehören. Wohl auch für europäische Rechtspopulisten – von der AfD, Wilders, der UKIP, FPÖ bis hin zum Front National.

Der Zionistenstaat ist dabei Projektionsfläche für alles mögliche: Einzige Demokratie im Nahen Osten, Antiislamismus, Liberalismus, Gay-Pride-Paraden, oder aber für einen Rechtskonservatismus, Siedlerkolonialismus, Säkuarismus und religiösen Rigorismus, für antivölkisches und „völkisches“, für Minderheitenrechte und Chauvinsimus, und, und…. So das sich von Linksliberalen, Unionskonservativen, Sozidemokraten, Grüne, Mitte – und Rechtsliberalen bis zu prozionistischen Linkspartei-Sozialimperialisten, Antideutschen, Antifa, Rechtspopulisten oder Neonazis Marke Christian Worch ALLE auf Israel beziehen. Hinzu kommen die Wahabiten Marke Saudi Arabien, US-Neocons, Donald Trump und viele mehr. Das muss schon ein „toller“ Staat der eine solche „Einigkeit“ generiert – wobei die Begründung jeweils abweichend ist. So das alle möglichen Spektren etwas finden können was sie zur Israelsoli bewegen wird.

Was Israel sein soll ist aber auch in der israelischen Diskussion ungeklärt. Ein Staat für Juden und „Andere“ oder ein Staat „nur“ für Juden? Ein säkularer Staat oder ein „nationalreligiöser“ Staat? „Klein“- oder“ Großisrael“ in den biblischen Grenzen? Ein Provisorium bis zur Ankunft des Messias (Schas-Partei)?

Ist Israel „demokratisch“ und auf die „Menschenrechte“ bezogen oder ein pseudodemokratischer Staat der die „Menschenrechte“ verletzt? Beides stimmt und auch wieder nicht. Zum einem gibt es in Israel einen Parlamentarismus und freie Wahlen – bei dem selbst islamistische arabische Parteien erlaubt sind, sogar solche die in Verdacht stehen Ableger der Hamas zu sein – anderseits erlaubt Israel die Tötung von Frauen und Kindern als „Präventions- und Rache“maßnahme.

So hat Israel auch meist nicht behauptet sich an die Menscherechtsideologie der EU und USA zu halten. Das behaupten nur Prozionisten die keine Israelis sind – auch die von der FPÖ unterzeichnete „Jerusalemer Erklärung“. Die israelische Regierung hat oftmals erklärt, dass sie sich nicht an Menschenrechtsauflagen halten würde, weil diese aus der eigenen Sicht der nationalen Souveränität Israels widersprechen, so das man sich aus UN-Gremien verabschiedete.

Die menschenrechtsheuchelei ist in vielen Fällen gar nicht Israel zuzusprechen, sondern den Israelfans die keine Israelis sind. So warf und wirft in der Regel Israel dem Irak, dem Iran und Syrien oder dem Libanon kaum Menschenrechtsverletzungen vor, sondern argumentiert mit der „Bedrohung“ Israels und nicht oder zumindest wenig mit der „Befreiung“ im Sinne der Menschenrechte. An einer „Befreiung“ hat man nämlich kein Interesse, weil man allgemein von einer „feindlichen Bevölkerung“ ausgeht. An sich mag dies zumindest eine „realistische“ Position sein. So das man nur aus „taktischen“ Gründen mal die einen, mal die anderen fördert, aber nicht weil man meint, man habe von der einen oder anderen Fraktion langfristig etwas zu erwarten, sondern weil man kurzfristig sich hieraus eine Schwächung des derzeitigen Hauptgegners verspricht.

Auch ist Israels Außenpolitik nicht ganz einfach zu deuten? So sind zwar die USA der beste Verbündete, aber Israel erlaubt sich trotzdem eine eigene Meinung, so das man beim Russland-Bashing nicht ganz mitmachte und in der UN auch die Krim-Rückführung nicht verurteilte. Beim Thema Anti-Islamismus betreibt Israel natürlich ein interessensgeleitete Politik: Gegen den Iran, Hamas, Hezbollah und das säkulare Syrien, aber für Jihadisten Marke IS und Al Nusra. Um ein „Bollwerk“ gegen „Islamismus“ (Rechtspopulisten“) handelt es sich nicht, sondern Israel sieht nach für sich „nützliche“ und „schädliche“ Islamisten und Araber.

Israel hat aus zionistischer Sicht zudem ein Problem und zwar das es über einen nicht geringen Anteil an „disloyalen“ Staatsbürgern verfügt. Da wären zum einem Araber, die etwa 20 Prozent der Bürger Israels stellen, aber mit ihren Brüdern in Gaza und im Westjordanland sympathisieren und zum anderem wächst der Anteil der orthodoxen Juden, die den Militärdienst aus religiösen Gründen verweigern. Die orthodoxen sind selbst gespalten, so das ein Teil großisraelisch-chauvinistisch geprägt ist, ein anderer Teil aber antizionistisch, ein anderer Teil verhält sich opportunistisch. Die Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Säkularen nimmt zudem längst die Position eines „Bürgerkriegs“ im Kleinen an, wenn etwa orthodoxe Juden säkulare Sabbatbrecher mit Steinen angreifen. In israelischen Umfragen befürchten etwa 50 Prozent einen innerisraelischen „Bürgerkrieg“.

Der Norden Israels ist arabisch geprägt, so das dort in vielen Gebieten und Städten die Araber die Bevölkerungsmehrheit stellen. Dagegen leben im Westjordanland mittlerweile 300.000 israelische Siedler, so das nun dieses arabisch-palästinensische Gebiet derart zerfranst ist, so das die angebliche palästinensische Souveränität in diesem Gebiet eine Schimäre ist. In Wahrheit ist aufgrund der israelischen Siedlungspolitik eine Staatsgründung völlig unmöglich geworden. Die Mehrzahl der Siedler wurde dabei nicht von rechten Politiker angesiedelt – Schamir, Sharon, Netanjahu – sondern von der israelischen „Linken“ unter dem Nobelpreisträger Rabin, Peres oder unter Ehuld Barak und anderen.

Die israelischen Politiker sind zumeist auch nicht wie im Westen Zivilisten, sondern Militärs (Generäle), Kriegshelden oder gar ehemalige „Terroristen“. Dies entspricht den arabischen Widerparts: Bei denen es sich ebenfalls um Generäle, Guerilla-Führern oder durch Militärputsche gestählten Politikern handelt. So das sich beide Seiten im „soldatischen“ und „autoritären“ begegnen, aber nicht im WWG-Gutmenschentum.

Zionistische Politiker sind „draufgänger“ mit einem Flair aus einem alten Hollywoodfilm aus den 1950ern. Ein Musterbeispiel wird wohl der Linkszionist Moshe Dayan, mit seiner Augenklappe sein.

Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/Moshe_Dayan

Die arabischen Gegner trifft das wohl noch mehr, die sich nach dem „Märytertot“ sehnen. als höchste Ehre. Der von Israel getötete Hamas-Chef Rantisi grüßte etwa vom Totenbett – nach einem Raketeneinschlag – mit einem Siegeszeichen. Der ausgebildete Kinderarzt hatte kurz davor verkündet die Israelis sollten ihn doch töten, das sei für ihn die größet Ehre. Dies war kein „Geschwätz“, sondern Rantisi meinte dies völlig ernst.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=ulHlBEpV6xE

Der Kampf um das „heilige Land“ ist dabei nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Nationalismen und Völkern, sondern eine saktrale Frage. Sowohl zionistische Juden als auch Muslime behaupten das Land sei ihnen jeweils von Gott gegeben, so das ein „Verzicht“ jeweis als ein „Verrat“ am „Wort Gottes“ gesehen wird. Die im Westen vorhandene Säkularisierung des Christentums trifft nicht auf die arabischen Christen zu, da diese Jerusalem als eine christliche Stadt ansehen, auf die nicht verzichtet werden könne. So gehörten die palästinensischen Christen neben den Islamisten zu den schärfsten Gegnern des Übereinkommens der PLO mit Israel im Jahr 1993.

Der nur noch rundimentär vorhandene deutsche linke Antizionismus geht dabei von einer Utopie oder auch einer naiven Haltung aus: Anzustreben sei ein multinationaler und säkularer Staat ALLER. Dies ist aber in etwa so als würde einer meinen der Iran und die USA sollten einen „Einheitsstaat“ bilden, in welchem sich dann alle ganz lieb haben müssten. Dazu müsste der linke deutsche Antizionist erst einmal nationale und religiöse Widersprüche „abschaffen“ und den jeweiligen Gruppen beibringen das alles was in ihren jeweilgen heiligen Büchern steht obsolet sei. Darauf wird aber kaum jemand ein Interesse haben.

Im Nahen Osten herrschen natürlich die Gesetze von „Sieg und „Niederlage“. In Algerien hatten die algerischen Befreiungsnationalisten auch laut europäischen Einigungsapotseln versprochen, es würde ganz harmonisch zugehen nach dem Abzug der französischen Imperialisten. Natürlich wurden die französischen Siedler vertrieben. Man hatte nach den Massakern der Franzosen an den Algeriern die Franzosen übers Meer getrieben und nicht diese „integriert“.

Solcherlei wird moralisch nicht wünschenswert sein, aber irgendwie leider nicht unrelastisch. So das sich auch der Neonazi-Antisemit dessen gewahr, auf die Seite Israel schlug mit dem Argument, dann wäre ja „Hitler“ umsonst gewesen: Die ganzen Juden würden wieder in Europa landen. Deswegen müsste Israel ewig bestehen – natürlich in einer „Zwei-Staaten-Lösung“, die aber angesichts der Zustände unmöglich ist.

Die von Uwe Meeinen geführte NPD in Berlin gibt sich sicher tapfer „israelkirtisch“, was so aussah, als das man im letzten Gaza-Krieg meinte Araber hättne kein Recht in Deutschland dagegen zu demonstrieren. Diejenigen deren Familienmitglieder getötet würden sollten also bitte die Fresse halten.

Das aber Bekannte von Reichsuwe durch Bombenangriffe und Genickschüsse getötet werden dürfte unwahrscheinlich sein. Höchst wahrscheinlich hat in Meenens Haus auch keine Bombe eingeschlagen.

Eine „Lösung“ etwa für Jerusalem wird schon an der Bibel oder der Thora scheitern, da laut jenen Schriften Jerusalem von Gott „für alle Zeiten“ verflucht wurde: Zumindest dort hatte Gott Jerusalem „zum Laststein aller Völker“ erklärt. Für Juden gilt die Aussage, dass wer auf Jerusalem verzichte, dem solle ein Körperteil abfaulen. Dies macht nun Lösungen mit dem alle Leben können sehr unwahrscheinlich.

So handelte der „zelotische“ Terrorist aus radikalen Siedlerkreisen der Rabin ermordete auch nach der Thora. In einem Spruch der Thora wird zum Mord durch Juden an Juden aufgerufen, wenn diese durch ihr Handeln Eretz Israel schaden, so das Juden zu schaden kommen. Dies hatte der Extremist auf Rabin projeziert.

Freilich hatten die damaligen Oppostionsführer Bibi und Sharon den Boden mit bereitet, da sie Rabin mit einem „SS-Mann“ verglichen. Nun sollte Rabin besonders viele Palis töten, was wohl das Schicksal eines „Friedensnobepreisträgers“ sein wird. In Israel selbst ist bis heute aber die Verschwörungsliteratur zum Attentat an Rabin nicht verstummt. So hält sich das „Gerücht“ der Mossad sei der „Auftraggeber“ gewesen.

Peter Scholl-Latour schrieb einst, Europäer suchten immer nach „Lösungen“ im Heiligen Land. Das sei aber nur eine europäische Denke. In Wahrheit gebe es gar keine. Dies meinten nur naiverweise Westler. Im Nahen Osten regiere das Gesetz des „Stärkeren“ und nicht der „Lösungen“.

Siehe: https://www.amazon.de/L%C3%BCgen-Heiligen-Land-Machtproben-zwischen/dp/3442150582

Scholl-Latour war nun kein „Antizionist“, sondern verstand beide Argumente – sowohl die der Hamas als auch die von „Bibi“. Aus der jeweiligen Sicht sind die natürlich jeweils berechtigt. Die israelische Rechte geht etwa davon aus das jedes „nachgeben“ (Kompromis) eine „Niederlage“ sei, die auf Dauer auf eine Totalniederlage hinaus läuft. Freilich ist dies nicht ganz unstimmig! Der Abzug aus Gaza war natürlich ein Sieg der Hamas und eine Niederlage des Zionismus. Israel hat faktisch auch die Kriege gegen die Hezbollah verloren.

So erschienen dem deutschen Journalisten sowohl die Argumente des Hamas-Chefes Yassin auch von Bibi einleuchtend – aus jeweiliger Sicht der Betreffenden. So das er Yassin von einer „heiligen Aura“ umschwirt sah und mit „Moses“ verglich, Netanjahu zusprach dieser würde zum „Sündenbock“ gemacht, wobei seine Argumente aus israelischer Sicht ja zutreffend wären.

Nun gibt es auch massig linksliberale Naive die meinen die Hamas sei doch auf Israel zugegangen und habe einen „Frieden“ angeboten. Das ist natürlich Unfug, da die Hamas nur eine „Hudna“ anbot, einen beschränkten „Waffenstillstand“ – laut Koran. Der ist rein taktisch bedingt und dient laut den Worten Allahs nur dazu die eigenen Kräfte aufzubauen, solange die Gegner stärker seien. Eine Anerkennung Israels in welchen Grenzen auch immer ist koranisch gesehen verboten und wäre ein „Abfall“. Eine solche „Hudna“ hat die Hamas immer wieder ausgerufen!

Der linke israelische Israelkritiker – der Regierung – Shlomo Sand, meinte etwa in seinem Buch „Die Erfindung des jüdischen Volkes“, das sich auch in Deutschland sehr gut verkaufte, der Mythos Israels beruhe auf der Erfindung eines Volkes. Der Zionismus sei völkisch grundiert, aber historisch gesehen seien heutige Juden kein „Volk“. Dies mag sogar historisch gesehen teilweise so sein – da Juden aus Äthipien und Mitteleuropa keiner gemeinsamen Ethnie entspringen – nur wird das Zionisten kaum überzeugen können.

Siehe: https://www.amazon.de/Die-Erfindung-j%C3%BCdischen-Volkes-Gr%C3%BCndungsmythos/dp/3549073763

Der verstorbene Antiimp Werner Pirker lag aber völlig richtig, als der Israel als den Staat der „Antifaschisten und Faschisten“ bezeichnete. So das Pirker auch recht hatte das gesinnungsethisch in der BRD ein Eintreten für das Recht der Palästinenser höchstens dann erlaubt sei, wenn man sich zu Israel bekenne. So mag sich der deutschen linke „Antifaschist“ zu Israel bekennen, als „Selbstverständis“, was aber den Pali nicht interessieren kann, wegen dem exklussiven israelischen Recht zur Austreibung der Araber.

Herzl bezog sich auf ein Kolonialprojekt für ein „Volk ohne Land“, wobei das Land damals zu mehr als 90 Prozent von einem Volk besiedelt war, welches nicht Herzls Vorstellunten entsprach. Das arabische Volk wurde entweder als nicht existent erklärt oder aber für „unfähig“ das Land zu bewirten – was man schon den Indianern zusprach. Dabei war es nun keine ausgemachte Sache das der „jüdische Staat“ in Palästina enstehen sollte.

Dies war mehr oder weniger „Zufall“. Im Nachhinein aber ein „Glücksfall“ für den Imperialismus und Kapitalismus, da der Staat Israel in der kontreten Region als Boll- und Zerstörungswerk gegen den arabischen Nationalismus und den arabischen Widerstand ingesamt dienen konnte. So das der WWG-Imperialismus ohne Israel undenkbar in dieser Region wäre. Israel war zuerst antisozialistisch und dann augrichtet auf die „Neue Weltordnung“ des Postsytems des Neoliberalismus als Vermanschung von Ultrakapitalismus und Neo-Imperialismus.

Israel selbst ist heute ein Klassenstaat des radikalen Ultrakapitalismus, ähnlich neoliberal vermodert wie die Bush, Obama und Trump-USA. In diesen Konsens haben sich die fast alle eingereiht – von der Netanjahu-Riege, Siedlern, Kadima, Sozialdemokraten bis zur zionistischen „Linken“. So das der Staat Israel als völlig korrupt gilt und ehemalige Staatschefs und Präsidenten reihenweise wegen Korruption eingeknastet werden. Natürlich spricht dies für eine vorhandenen „Rechtstaat“.

Israel war auch keine „Nation“ aus sich heraus, sondern ein Konstrukt durch damalige UN-Beschlüsse, gedacht als Staat , der in der Diaspora seit Jahrhunderten siedelten Juden, die sich zum Teil assimilierten hatten – in andere Völker und Nationen.

Das zionistische Siedlungspojet in Palästina hatte bis 1945 kaum Erfolg – nur sehr beschränkt. In Wahrheit ist aber auch bei einem Teil der Juden bis heute die Erinnerung entgegen der Behauptung die Erinnerung nicht vom „Holocaust“ geprägt – bei den nahöstlichen und afrikanschen Juden und anderen. Diese sind aber nicht bestimmend in der Politik Israels. Die „Jekels“ gelten zum Teil als besonders „unversöhnlich“, hierbei handelt es sich um aus Deutschland eingewanderte Juden.

In den 1990er hatte der damals noch antideutsche Jürgen Elsässer in seinen Texten in konkret und der Jüdischen Allgemeine durchaus nicht unrecht, wenn er schrieb, Israel sei der letzte Überlebende der alten Ordnung. Israel ähnelt am ehesten einem alten nationalimperialistischen Kolonialstaat Marke 1818. Herzl hatte das Siedlungsprojekt als „Bollwerk“ gegen die „asiatische Barbarei“ definiert.

Dabei war die völlige Unterstützung durch die USA aber noch nicht von Anfang gegeben, die kam so erst in den 60ern auf. Zunächst wurde Israel in seiner Gründungsphase von der Sowjetunion mehr unterstützt. So das auch die europäische Linke in den 50er bis Mitte der 60er eher proisraelisch war, was sich erst mit dem Krieg von 1967 umkehren sollte. Die erneute eher proisraelische Wende in großen Teilen der europäischen Linken kam in den 1990ern auf.

Die Wendung bei den meisten erfolgreichen Parteien der europäischen Rechten ist freilich nicht völlig einseitig, da man hier auch aus Israel positiv blinkte. Bereits Begin und Schamir hatten in den 80ern verlaubart, es möge nun sein, dass etwaige neue Partner aus dem „Antisemitismus“ kämen, aber angesichts der „Bedrohung“ für Israel sei dies wegen Taktik egal.

Der Erfolg Israels hängt natürlich nicht von der Solidarität von Rechts- und Linkspopulisten ab. Israel könnte auch gut ohne deren Soliadressen leben. Solange die USA und die EU-Staaten bei der Stange stehen wäre es nicht so wichtig was FPÖ bis AfD meinen. Mehr oder weniger nimmt man die Rechtspopulisten „mit“, weil diese bereit sind sich mit Israel zu solidarisieren aus verschiendenen Gründen: Regierungsfähigkeit, Anti-Islam und den Wunsch einen pro-zionistischen „Ariernachweis“ zu ergattern.

„Kellerantisemiten“ die man nun auch bei FPÖ oder etwa AfD finden wird, werden meinen die angebliche“jüdische Weltverschwörung“ sei zu stark, so das man sich mit Zionisten gut stellen sollte. So das der Judenfeind bei Bibi und den Siedlern landet. Die „Judenfeindschaft“ wird nun dadurch nur für die ganz dummen „abgestellt“.

Die deutsche Politik gibt sich von Adenauer bis Merkel streng porisraelisch bis hin zum Ausläufer der Linkspartei, die zwar aus einer israelkritischen Tradition kommt , aber als einzige der Bundestagsparteien im Programm das Existenzrecht Israels stehen hat. Dies entspricht nicht der Stimmung unter der Bevölkerung so das laut Umfragen Israel bei der Frage wer den Weltfrieden am meisten bedroht dieser Staat stets auf Platz Nummer ZWEI genannt wird, nach den USA. Die meisten Israelkritiker gibt es nach Umfragen in der LINKEN und dann ausgerechnet in der FDP – „Mölle-Tradition“. Erhebungen zur Meinung der AfD-Wähler sind noch nicht vorhanden, aber wahrscheinlich wird auch hier der Anteil relativ groß sein.

Israelkritik wird seit einiger Zeit mit „Antisemitismus“ gleich gesetzt, was aber mehr als fraglich ist, da Untersuchungen von Gutmenschen-Demoskopen selbst nur 5 Prozent angebliche „Antisemiten“ ausgemacht haben wollen. Dies auch unter eher fraglichen Kriterien. Da aber bis zu 60 Prozent als israelkritisch gelten, kann es sich hierbei in der Regel nach den eigenen Gutmenschen und prozionistischen Kritieren kaum um „Antisemiten“ handeln.

So ist der Vorwurf des angeblichen „Antisemitismus“ zum Teil merkwürdig. Man könnte auch meinen unbewusst „antisemitisch“ motiviert. Der richtige Vorwurf Israel würde auch absichtlich Kinder töten wird unter „Antisemitismus“vorwurf gesetzt, weil alte Antisemiten im Mittelalter dies „den“ Juden zuschrieben (Mord an christlichen Kindern – angeblich). Nun bestreitet aber Israel gar nicht man würde Minderjährige töten. So das aus dem Kindertöten etwas „positives“ gemacht wird. Viele (israelkritische bis indifferente und auch gemäßigte Zionisten) Juden halten das für einen Skandal. So das nichtjüdische Israelfeunde das Kindertöten für angeblich „jüdisch“ halten, nur positiv gewendet. Dabei wird es sich wohl aber schon um eine andere Form des „Antisemitismus“ handeln, nur mit verschobener „Moral“.

Auch werden Juden unter einen Bekenntnisdruck gesetzt, sich zu Israel zu bekennen. Auf viele trifft diese Zuschreibung aber gar nicht zu. Wer nicht spurrt wird gar mit der „Antisemitismuskeukle“ bearbeitet, etwa sogar Kinder von Holocaust- Überlebenden. In Berlin wurde von Antideutschen gar ein jüdisches Geschäft mit einer „kauft nicht bei Juden!“-Kampagne bedacht, weil die Inhaber Israel kritisierten. Juden wurden auf „Antifa-Demos“ niedergeschlagen – etwa ein Redner aus Israel der sich kritisch zur israelischen Politik – äußerte. Nun ist die Frage ob Juden vermöbeln neuerdings unter „Anti-Antisemitismus“ fallen könnte? Wahrscheinlich kaum!

Verfasser: Sozrev

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