Eine „Debatte“ die keine war!

Vor einigen Monaten kam es zu einem bis Dato ungekannten Zwischenfall. Das Buch „Finis Germania“ wurde von den Bestellern Listen des Spiegels gelöscht, obwohl es sich wie warme Semmeln verkaufte – und wohl genau deswegen. Zu diesem Zeitpunkt stand das im rechten Antaios-Verlag erschienen Buch immer auf Platz sechs der meistverkauften Sachbüchern in Deutschland.

Siehe: https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/37991/finis-germania

Warum ist auch klar. Spiegel und andere Bestsellerlisten wollten verhindern das sich das Buch noch mehr verbreitet. Die Top-10 bis Top-20 liegen nämlich in jeder normalen Buchhandlung und Bahnhofsbuchhandlung aus, so das die „Gefahr“ groß wäre, das mehr zu dem Buch greifen, da es sichtbar bei den Topsellern ausliegt.

Warum es sich aber überhaupt so gut verkaufte ist ein „Rätsel“, da es in der Reihe „Kaplaken“ erschien, welche auf einen Klappentext verzichtet. Das den Inhalt von den Käufern auf der Webseite von Antaois nachgelesen wurde – vor dem Kauf – ist unwahrscheinlich. Die Käufer werden auch kaum allesamt die „Sezession“ gelesen oder gekannt haben – eine Verlagsnahe neurechte bis nationalkonservative Zeitschrift. Es wird wohl schon der Titel gewesen sein, der patriotisch gesinnte Leser zum Kauf anregte.

Auffällig ist das sich in letzter Zeit „unerwünschte“ Bücher gut verkaufen: Neben Sieferling, auch Ulfkotte, Sarrazin, Buschkowsky, Akif, „Deutschland im Blaulicht“, oder aber die Dauerbestseller der Putin-Versteherin Krone-Schmalz oder die Bücher von Michael Lüders über westliche Heuchelei im Nahen Osten. So verkaufte sich auch das Buch des marxistischen osteuropäischen Philosophen Zizek gut – über „den neuen Klassenkampf“ – zur Flüchtlingskrise. Dieses wurde von der linken Presse beschwiegen, weil darin der Philosoph die westliche Linke angriff, als verlängerter Arm der Kapitalfraktion.

So das zwar Sieferling nichts mit Zizek zu tun hat, aber ein Buchautor von Antaois so was wie ein „Zizekianer“ ist, der in seinem Querfrontbuch unentwegt aus Zizeks-Büchern zitiert, wie auch von seinem Vorbild Benoist. So das Zizek als der „linke Benoist“ erscheint.

Über den genauen Inhalt von Finis Germania konnte man zwar aus der BRD-Tagespresse nichts genaues erfahren, nur das es sich um Buch mit „rechtsextremen“, „antisemitischen“, „revisionistischen“ und „verschwörungstheoretischen“ Inhalt handeln soll bzw. würde der Verfasser gar die Deutschen zum „Endkampf“ gegen ihr eigenes Verschwinden aufrufen. Womit aus dem Kontext heraus unterstellte, in dem Buch sei so etwas wie ein Gewaltaufruf enthalten.

Offenbar hat das Buch mutmasslich auch keiner der vielen Gegner gelesen, da man etwa dem intellektuellen anspruchsvollen, teilweise sogar philosophischen Werk „primitivität“ und Schimpftriaden unterstellt. So bleibt in den „Besprechungen“, die keine sind, nur eines übrig dem Autor etwas unterzuschieben was nur im Kopf der Gutmenschen existiert, aber nicht in den Zeilen des Buches oder aber man geht erst gar nicht auf den Inhalt ein sondern ergeht sich in Phrasen des Verdachtes was drinnen stehen „könnte“.

Vielleicht dachte man aber auch an Akif P. und sein Skandalbestseller „Deutschland von Sinnen“. Dies landete auch auf den ersten Plätzen in den Listen und bestand aus Brachialpolemiken und Schimpfeinlagen. Der zu gemeinen Beschimpfungen aufgelegte Türke wurde nur daraufhin trotz Erfolg zur Persona Non Grata und seine sämtlichen Bücher – selbst seine alten Katzenromane – sind nicht mehr über Amazon oder den gewöhnlichen Buchhandel erhältlich. Aber eine „Zensur“ findet ja bekanntlich in der BRD „nicht“ statt.

Akif P. muss man wahrlich nicht mögen, aber der „Hammer“ kam erst noch. So wurde behauptet er habe bei Pegida dazu aufgerufen Ausländer in KZs zu stecken. In Wahrheit handelte es sich um eine Zitatfälschung die daraus endstand, das nun vom BRD-TV Redneausschnitten herausgeschnitten und andere zusammen gefügt wurden. Der Polemiker hatte im unverfälschten Originalvideo die Befürchtung geäußert das Asylkritiker vielleicht einmal ins KZ gesteckt würden – aber „noch sei es nicht so weit“. Was wohl nicht das geringste mit der Behauptung zu tun haben wird.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=-vljHciNoLc

Wundert es da einige nichts mehr von dem glauben was in der „Lügenpresse“ geschrieben und gesendet wird? Mit der selben Schneidetechnik könnte man etwa auch behaupten der Chef des Zentralrates der Juden habe dazu aufgerufen alle Juden in ein KZ zu stecken. Wahrscheinlich wird dies aber doch nicht irgendwo gesendet werden.

Natürlich fand sich in Deutschland niemand aus dem Medienbetrieb der Sieferling, den Verfasser des kleinen Buches verteidigt hätte. Die Verteidigungsschrift fand sich nur in der New York Times, die von einer nachträglichen Hetzjagd auf „Germanys next Anti-Hero“ schrieb. In den USA verfolgt man natürlich von je her die deutsche „Debattenkultur“ entweder mit Staunen oder gar grausen, so das im Menschenrechtsbericht der US-Regierung immer wieder der BRD-These widersprochen wird es gäbe keine „Zensur“ und keine „politischen Gefangenen“ .

Diese Tage taucht im übrigen ganz oben auf den Bestsellerlisten das nächste „Skandalbuch“ auf – geschrieben von einer Türkin. Für Schimpforgien ist diese zwar nicht zuständig, schreibt aber über den „deutschfeindlichen Rassismus“ der „Deutschtürken“. So gibt es in jenem Erfahrungsbuch ein Kapitel über „Fremdenfeindlichkeit“, womit nicht der Klassiker „Alltagsrassismus der Mehrheitsgesellschaft“ gemeint ist, sondern der „Rassismus“ der türkischen Community gegen Deutsche. Wahrscheinlich wird man die Türkin mit dem klassischen turanischen Profil schnell von den Listen „säubern“ lassen.

Siehe: https://www.randomhouse.de/Paperback/Ihr-Scheinheiligen/Tuba-Sarica/Heyne/e535211.rhd

Rolf Peter Sieferle, Historiker, Soziologe und Politwissenschaftler, seit 2000 ordentlicher Professor für Geschichte an der Universität in St. Gallen, hatte sich im September 2016 in Heidelberg das Leben genommen. Finis Germania wurde posthum veröffentlicht, ebenso wie „das Migrationsproblem“, welches ebenso zum Verkaufsschlager werden sollte.

Seine kritischen Texte zur „Refugees Welcome“-Politik der Kanzlerin erschienen 2015 bis 2016 in der Zeitschrift „Tumult“, die vom vom ehemaligen APO-Veteranen Frank Böckelmann betreut wird. Sieferle war auch einst APO-Mitstreiter und Mitlglied im SDS. So schrieb er auch einst eine Dissertation zum „Revolutionsbegriff“ bei Marx.

Seine vorhergehenden Werke waren höchstens Experten im akademischen Milieu ein Begriff, so etwa „Epochenwechsel“ oder „Die Konservative Revolution“. Sieferlings Werke waren damals keine Bestseller obwohl sie ihn durchaus bekannten Verlagen erschienen, wie etwa „Suhrkamp“.

Wie im Fall Nolte oder Sarrazin füllten die Meinungsseiten der Printmedien sich mit Artikeln, aber anders wie im Fall Nolte wurde dieses mal nicht mehr diskutiert, so das es auch keine Verteidiger zu Wort kamen, sondern es wurden über einen Verstorbenen ein Inquisitionsgericht abgehalten.

Was hatte Sieferling genau „verbrochen“? Er hatte die deutsche Psychopathologie untersucht über den deutschen „Auschwitz-Mythos“, als neue Religion, in welcher sich diejenigen Deutschen die Nationalmasochisten sind sich aus der Geschichte herausdefinieren wollen. Es gäbe eine neue Feinderklärung: Die Juden der Deutschen von heute seien die Deutschen selbst.

Sieferling übt sich dabei in Pessismus: Das reale Deutschland gebe es nicht mehr sondern nur höchstens Deutschland als ökonomisch-territorialen Begriff, so das Deutschland nur noch ein „Mythos“, der von den Deutschen über den „Schrecken“ des eigenen Ichs definiert werde. Der Nationalmasochismus sei aber nur dann zur Endlösung im Denken der Nationamasochisten gekommen wenn die Deutschen absterben, selbstmord begüngen. Im Kern definiere sich dies über den Auschwitz-Mythos der BRD-Deutschen als zu entortendes und zu entlebendes Volk, welches keines mehr sein soll.

Hitler habe mehr gesiegt als er sich dies vorzustellen vermochte! Sieferling: Hitler habe für alle Zeiten den Deutschen und Juden eine komplementäre Sonderrolle zugewiesen. Das Projekt einer „homogenen Menschheit“ wird es aber nur geben wenn beide – Juden und Deutschen – vernichtet wurden. Der Gutmensch könne als nur ruhen, wenn es beide als Individuen“ nicht mehr gebe. Die Überwindung des deutschen „Hunnen“ durch Deutsche meint damit in Wahreit auch eine „Überwindung“ der Menschheit.

Den „Holocaust“ könne man nicht wieder gut machen, ebenso wie jemand einen profanen Mord aus niederen Motiven „gut“ machen kann, weil dies nun einmal unumkehrbar ist. Dazu hat die jüdische Philosophin Hannah Arendt einiges gesagt. Arendt meinte das absolut böse können nicht vergessen und auch nicht verziehen werden, allerdings sei verzeihen die Grundlage für ein menschliches Zusammenlebens. So Arendt in der deutschen Ausgabe von „Vita Activa“ (1960).

Arendt hatte etwa in Adolf Eichmann nicht den Prototypen des erkennbaren „Bösen“ ausgemacht, sondern eines Menschen der meinte mit der Vernichtung der Juden etwas „gutes“ zu tun – und zwar berufend auf Kant für die ganze Menschheit. Der neudeutsche Todestrieb wird auch nur Sinn machen. wenn man meint, dies im Sinne eines „humanistischen Unversialismus“ umsetzen zu wollen.

In Wahrheit ist aber in der deutschen „Gedenkkultur“ nicht der Holocaust an sich das Böse, sondern die Deutschen. Die Aufarbeitungs- und Gedenkkultur ist zu einem infantilen Kitsch der „Guten“ verkommen, die sebst über ihre verquere Moral das Böse planen – als deutscher Suizid oder als Menschenrechtskriegertum in den entferntesten Ecken der Welt. Dieser deutsche Kult geht so weit das sich Deutsche als angebliche „Juden“ tarnen, so etwa die „Aktivistin“ mit dem Namen „Lea Rosh“. Lea Rosh heißt aber eigentlich gar nicht Lea Rosh und ist auch keine Jüdin. So das es deutsche nationalmasochistische Pseudo“juden“ gibt, jüdelnde Deutsche die von wirklichen Juden als verulkung ihrer selbst aufgenommen werden müssen.

Diese Infalität und Verkitschung wurde allerdings auch von unterschiedlichen Juden, ganz verschiedener Richtungen kritisiert, von dem linken Antizionisten Finkelstein bis zum Neocon-Zionisten Broder. Dem ersten wurde wie Sieferling auch angeblicher „Antisemitismus“ unterstellt, als Kind von Holocaust-Opfern, wobei Broder dieser Vorwurf erspart blieb.

Sieferling erkennt eine Parallelität zwischen Deutschen und Juden. Bei seien zur Depression neigende Völker mit morbiden Anlagen. Dies treffe dagegen auf die Angloamerikaner gar nicht zu, so das aus deren Verbrechen in der eigenen Geschichte eine Demokratierzählung als Heldenmythos des „Fortschrittes“ würden. Als „trauriges“ Volk sieht Sieferling auch von der Volkspyschologie her die Russen. Einen russischen Nationalmasochismus gibt es allerdings kaum bis gar nicht.

Jeder Psychologe weiß das ein psychisch kranker auf die Nachricht mit ihm stimme vielleicht etwas nicht ganz, aggressiv und abweisend reagieren wird. In der Regel verstärkt dies bei einem fortgeschrittenen Stadium nur der Wahn. So das man zu „Verschwörungstheorien“ greift warum der Überbringer der schlechten Nachricht entweder sich gegen einem verschworen habe oder selbst krank sein müsse

Der in Stuttgart geboerene Sieferling, der 1984 eine Habilitation für neuere Geschichte erhielt und 1991 Professor an der Universität Manheim wurde, sieht im Holocaust-Kult zurecht eine neue Religion, in der alle wieder Jahre ein Priester der sich Bundespräsident nennt, die Gläubigen im Bundestag zu einer „Erbsünden“-Rede der Betroffenheit versammelt. Gott habe zwar auch Adam aus dem Paradies geworfen, aber den Menschen trotzdem verziehen, was aber aber bei der neuen Erbsünden-Ideologie nicht eingeplant sei. Die sogenannte „ewige Schuld“ gegen die Humanität verurteile die Deutschen – durch Deutsche augesprochen – zur Dämmerung im Nahbereich des Suizids.

Inwiefern sich Sieferling mit dem alten mittelaterlichen Antisemitismus befasst ist unbekannt. Aber da gibt es eine gewisse Parallele – in Teilen. So gab es damals den Mythos „des ewigen Juden“, den nicht Henry Ford erfunden hat, sondern die christliche Mythologie im Mittelalter. Ein Jude sei wegen „Verrat“ an Jesus von Gott zum ewigen Herumziehen auf der Welt verflucht worden. Darin manifestierte sich die „ewige Schuld“ der Juden am „Gottesmord“. Im christlichen Antiudaismus wurden die Juden von Gott verflucht als „Synagoge des Satanas“, deren Schuld ewig dauere – bis zum Ende der Tage. Die Juden sollten „Gott“ oder den „Sohn Gottes“ getötet haben, die Deutschen – als völkisches Kolletiv – sollen sich aber am neuen Gott der universellen Humanität mörderisch vergangen haben.

Einen Zusammenhang zwischen „ewiger Jude“ und „ewiger Nazi“ wird nun kaum ein Gutmensch einräumen wollen und können. Darum wendet man sich in einem nur inter-gutmenschlichen Diskurs gegen alle, die einem die Party der Depression verderben könnten – seien es Deutsche, kritische Juden, oder wer auch immer.

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden ist zweifelsohne gestört, was aber gar nicht das Thema von Finis Germania ist, sondern die deutsche Störung. So das sich Sieferling entgegen der Unterstellung nicht an „den“ Juden abarbeitet, sondern eine bestimmte Sorte von Deutschen kritisiert.

Sieferling entwickelt dazu einige interessante Gedanken die zum Teil auch von Adorno bis zum Marxisten Robert Kurz anders geschrieben wurden. Der Holocaust würde als außerhalb der Menschheit begangenes Zivilisationsverbrechen gesehen, welches „den“ Deutschen als „Aliens“ zugeschrieben wurde. Das es sich um ein „Modernisierungsmassenverbrechen“ welches gerade aus Moderne und Kapitalismus geboren war – wird nun kaum einer einräumen wollen.

Zum einem der Jude als „Parasit“, „Arbeit macht frei“, die Verwertung im Prozess der Zwangsarbeit bis zur Vernichtung, „wer nicht arbeitet soll nicht essen!“. Was sowohl im Kolonialismus angelegt war, als auch im Gulag, wie auch im modernen Neoliberalismus. Die kapitalistische Moderne neigt insgesamt zu Massenverbrechen – mehr als die alte Welt – weil zum einem die Vernichtungsmittel umfassender waren und sind und zum anderem sich das Morden gegen „Unnütze“ richtet oder den „totalen Feind“, den man so früher nicht kannte.

Sieferling der anders als Adorno und Kurz natürlich kein Marxist (mehr) ist scheint aber recht zu haben mit der Einsicht das man „den Deutschen“ die Schuld zusprach, um sich selbst frei zu sprechen. Diese Sichtweise haben dann dann die Nationalmasos übernommen. Beim deutschen Nationalmasochismus und nationalen Selbstmord hat es sich freilich um eine Selbstermächtigung, die davon lebt den Deutschen, die sich noch als das absolut „Gute“ sehen das „Böse“ zuzusprechen um sich selbst als „entsühnt“ sehen zu dürfen. Was natürlich nicht reicht, so das man überall „Hitler“ erkennen muss – von Syrien, Libyien, Iran, Serbien, Russland bis Nordkorea.

Die deutschen Gutmenschen und Eigenhasser haben natürlich mit einem Widerspruch zu kämpfen: So führte die Grenzöffnung durch die Kanzlerin und der Refugees Welcome-Wahn zu einer Paradoxität, dies wurde ja alles zumindest mit „ewiger Nazi“ begründet. Die meisten Refugees werden nach BRD-Definition vorsichtig gesagt etwas gegen „Juden“ haben. So kann man in jedem arabischen Buchladen zwar nicht die Bücher von Claudia Roth erstehen, dafür aber Mein Kampf und die berühmten „Protokolle der Waisen von Zion“.

So kam etwa die FDP „geschockt“ von einer Reise zu einer liberalen ägytischen Bruderpartei zurück, die liberalen Freunde wollten die FDPler mit Mein Kampf und den Protokollen versorgen. Zudem habe man den deutschen Liberalen Broschüren mit dem Thema zustecken wollen „Den Holo gab es nicht“. Dabei handelt es sich aber um WWG-Anhänger – nach BRD- Definition – man war ja nicht bei Islamisten oder arabischen Nationalisten.

So hat man sich etwas ganz schlaues einfallen lassen: „Integrationtests“ in welchen das Bekenntnis zu Israel verlangt und auch ein Bekenntnis zum Auschwitz-Kult abgefragt wird. Darauf können auch nur deutsche Gutmenschen kommen. So das etwa ein Palästinenser dessen Familie von einem israelischen Bombenangriff ausgerottet wurde fragen wird ob er sich zu Israel bekennt. Wenn er schlau ist wird er „ja“ ankreuzen. Die ganz dummen wird man jedenfalls kaum bei solchen Befragungen vorfinden. Dies ist polemisch gesehen so als würde man erwarten, dass ein IS-Terrorist sich bei der nächsten Polizeiwache freiwillig meldet um einzuräumen, er plane Morgen die Wache zu sprengen.

Nun enthält das Sieferling-Buch auch Schwächen, so geht es etwa auch um den „Sozialdemokratismus“ aller Parteien, die sich im angeblichen „Wahn“ ausdrücke der „Angleichung der Lebensverhältnisse“, die angeblich alle neoliberalen fordern, die für den Autor so zu „potentiellen Sozialisten“ mutieren. Der Autor ist damit ein „klassischer Rechter“ im sozialpolitischen Bereich nach dem Geschmack von Götz Kubitschek- dem Chefredakteur der Sezession. Diese Phrase vom BRD-Sozialdemokratismus ist freilich ein FDP-Klassiker, den auch „Liberalismuskritiker“ von Rechts teilen können, weil man hier den Liberalismus abstrahiert oder vergeblich zu trennen versucht, in einen wirtschaftlichen und einen gesellschaftspolitischen.

Sieferlings Gesamtwerk ist aber auch über dieses eher kleine Buch – das für so viel Aufregung sorgte – sehr interessant. Die Werke von Anfang der 80er bis in die 2000er kennt aber wohl fast keiner. In „Fortschrittsfeinde?“ und die „Krise der menschlichen Natur“ präsentierte er sich als Kritiker des technisierten Zeitgeistes der „Moderne“. Jene Bücher erschienen schon in den 1980ern. In „Epochenwechsel“ (1994) war schon einiges aus „Finis Germania“ angelegt, wo schon die neudeutsche Psychologie der Deutschen auf dem selbst gewählten Altar von Nationalvergessenheit und Globalisierung angesprochen wurde. An einer Marx-Deutung hat er sich auch versucht, in dem Buch „Karl Marx zur Einführung“ (2007).

Darüber hinaus ist Sieferling ein „Spötter“, so konstantiert er in Vinis Germania in Deutschland sei Politik eigentlich gar keine mehr, sondern entpolisierte Infanitität und die politische Klasse sei im eigentlichen Sinne auch keine mehr, sondern ein kleinbürgerliches Unternehmen von Kleinbürgern ohne Kultur, denen man das auch ansehe.

Verfasser: Sozrev

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