Unterstützen sozialrevolutionäre Nationalisten „Aufstehen“?

Die Sache des Volkes war schon lange der Meinung das sich rechts und links neue Bewegungen auftun werden, die zum einem die alte Rechte und auch den linksliberalen Antinationalismus zurückgdrängen werden und zum anderem die althergebrachten System- und Lizenzparteien zusetzen. Dies scheint sich seit mindestens 2013 und verstärkt seit 2015 zu bewahrheiten.

Die AfD entstanden aus der Eurokrise und der Unzufriedenheit im bürgerlichen Lager hat infolge der Flüchtlingskrise und den permanenten Rechtsbruch der Kanzlerin und Bundesregierung mittlerweile Chancen gar den zweiten Platz im Parteienspektrum zu erringen. Bei der Bundestagswahl erreichte diese rechtspopulistische Partei über 12 Prozent der Stimmen und liegt nun faktisch in Umfragen mit der SPD gleich auf – erreicht teilweise 16 bis 17 Prozent bei demoskopischen Umfragen. In Ost bzw. Mitteldeutschland liegt sie bei bis zu 25 Prozent. In Sachsen besteht die Chance als erster durch das Ziel zu gehen – vor der CDU.

Die AfD hat die alten rechten Parteien praktisch zerbröselt. Pro NRW löste sich gar ganz auf, während die NPD nur mehr am Rande des Existenzminmums weiter besteht mit einem Anteil von nur mehr 0,3 bis 0,4 Prozent der Wähler. Im Aktivistenbereich hat man auf der Straße nun zudem Pegida-Gruppen oder die Indentitären. Die Demonstrationsteilnehmerzahlen der „alten Rechten“ sind zudem stark rückläufig, wähend Pegida teilweise 25.000 Leute auf die Straße brachte und die Identitären mit provokativen Aktionen auffallen.

Starke Probleme hat nicht nur die NPD noch überhaupt Aktionen zu gestalten, sondern auch das Neonazispektrum. So das auch einige führende Vertreter des Neonazi-Spektrums sich entweder zurück zogen oder gar ganz ausgestiegen sind. Dieser schleichende Tot hat sich aber schon seit Jahren angekündigt. Die NPD dürfte nach der nächsten EU-Wahl engültig auf ein DKP oder MLPD-Niveau fallen, wo Udo Voigt die Abwahl aus dem Parlament droht. An einen Wiedereinzug glauben auch viele in der NPD nicht mehr. Dagegen dürfte die AfD gut abschneiden.

Die Zeitungen und Zeitschriften der „alten Rechten“ agieren auch am Abgrund, entweder ging deren Auflage weit zurück und Zeitschriften wurden gar ganz eingestellt. Die noch-existenten Zeitschriften und Zeitungen haben Probleme kompetente Autoren zu finden. Dagegen sind neue Projekte wie „Compact“ mittlerweile ein Begriff und dem Sezessions-Spektrum gelang es über eine Verlag auf den Bestsellerlisten einige Bücher zu einem Überraschungserfolg zu bringen. „Cato“ eine Zeitschrift aus dem Weißmann-Spektrum gibt es nun auch an vielen Kiosken und „Zuerst“ hat sich unter Manuel Ochsenreiter zumindest stabilisiert.

Im Ausland kennt man die deutsche Rechte über den Journalisten Manuel Ochsenreiter, der oft in auslänischen TV-Sendern auftreten kann – etwa bei Russia Today, im russischen Staats-TV, im bulgarischen, iranischen bis libanesischen TV. Der „Duginist“ und Assad-Anhänger „Ochse“ darf mittlerweile gar Gastbeiträge in der österreichischen Tagespresse verfassen und stößt unter Lesern nach Rückmeldungen bei den Zeitungen auf großes Interesse und Zustimmung.

In NRW ist der Personalmangel beim „NW“ gar so groß, das man zu Kommunalwahlen einen „Roma“ aufstellte. Das NS-System ist mittlerweile derart schwach und uninteressant geworden das selbst die Antifa teilweise eine Mobilisierung wie einst nicht mehr für lohnenswert hält. Dies kann man auch an den Gewalttaten ablesen – von Seiten der AfD. Von denen sind fast nur noch AfD-Vertreter betroffen, aber nur mehr zu vielleicht 5 Prozent NPD und Neonazis. Der „Verfassungsschutz“ zählte weit über 50 Brandanschläge auf AfD-Einrichtungen, Häuser und Autos von AfD, aber jeweils nur einen auf NPD und einen auf Mitglieder der NS-Spektrums.

Die AfD spricht insbesondere in Mitteldeutschland das Wählerpotential der Linkspartei an. „Aufbruch“ ist ebenfalls eine Reaktion aus der Krise des politischen Systems in der BRD, richtet sich aber auch gegen die „eigene“ Partei – die Linkspartei, die für offene Grenzen für möglichst alle eintritt. Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine können unter den Funktionären der Linkspartei keine Mehrheit organisieren für ihre Position. Unter Wählern der Linken, der SPD und bei ehemaligen Wähler die entweder AfD wählen oder gar nicht mehr gibt es für deren Position allerdings große Zustimmung. Wie auch unter gefrusteten die gar nicht mehr wählen oder noch nie gewählt haben.

Klaus Ernst, der auch zu den Lafontaine-Anhänger gehört und ihm in der Ausländerpolitik zustimmt hatte im bayrischen TV einen bayrischen AfD-Anhänger vorgeführt und den völlig überrumpelten AfD-Mann vorgeworfen, die AfD sei auch nur ein Teil des neoliberalen Einhgeitskartell und würde gegen ihre eigene Wähler agieren. Dies trifft aber auch auf die Linksparteiführung zu. Lafontaine wirft darüber hinaus der AfD vor in der Ausländerpolitik das selbe zu vertreten wie Union, Grüne, FDP, SPD: Eine Zuwanderungsstrategie des Kapitals mit dem Ziel die Löhne der Inländer zu drücken. So hat er sich auch über Gaulands-Spruch auf seiner Seite von der AfD als „systemoposition“ lustig gemacht.

Allerdings hatte Gauland in einem seiner alten Bücher auch teilweise das Unternehmerinteresse an Zuwanderung angesprochen. Dazu schweigt er nun allerdings, da die AfD unter anderem Gelder von der Industrie bekommen soll. Die Spenden fließen natürlich nicht damit Gauland die Strategie der Geldgeber kritisiert. So das sich die AfD auf eine klassische „nationalliberale“ Zuwanderung verständigt oder für diese eintritt: Für eine „qualifizierte“, wobei natürlich auch eine syrische Putze oder eine afrikanische Küchenhilfe in ihrem Jobsegment qualifiziert sein wird. Genau dagegen weiß ein Lafontaine seinen Einwand zu erheben.

Alexander Gauland ist freilich ein schlauer Fuchs, so das er weiß das eine programmatische Festlegung viele Wähler wieder vertreiben würde und plädiert daher für eine Politik ohne inhaltliche Aussagen. Was aber eine „Antipolitik“ sein wird. Der Neoliberale Meuthen und die rechte Libertäre Weidel sind dagegen für neoliberale „Konzepte“ zuständig. Die eher sozialstaatliche Position wird von Björn Höcke wahrgenommen, der aber kein „Sozialist“ ist , wie absurderweise Compact meinte. Mehr oder weniger ist Höcke für einen nationalsozialen Kurs wie die NPD, der aber antisozialistisch gefärbt ist. So versteht Höcke unter „Kritik“ am Kapitalismus „Mindestöhne“ und „Zinssystemkritik“. Eine Position gegen das Kapital, dem kapitalistischen Produktionsverhältnis, dem Privateigentum oder gar dem „Mehrwert“ des Kapitalisten ergibt sich daraus überhaupt nicht.

Was „Aufstehen“ genau vertreten wird ist noch nicht bekannt. In der neuen Gruppe finden sich sowohl linke Sozialdemokraten bis hin zu einzelnen Vertretern des linken Flügels der Linkspartei aus der „Antikapitalistischen Linken“ (AKL). Sahra Wagenknecht, die Führungsfigur, ist eine Ex-„Stalinistin“ einst aus der Kommunistischen Plattform (KPF) kommend, die sich aber Lafontaines linken Sozialdemokratismus genähert hat und nicht mehr zum harten marxistischen Spektrum zu rechnen ist. Wahrscheinlich wird es auf eine antineoliberale Mischung aus linkssozialdemokratischen Forderungen im Sinne von Willy Brandt und einigen radikaleren sozialistischen Ansätzen hinaus laufen.

Die AKL unterstützt aber nur in Teilen Lafontaine und Wagenknecht, die Mehrheit fürchtet einen angeblichen „Rassismus von Links“. Zu den Unterstützern gehört aber die relativ bekannte linke Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen, die aus der Türkei stammt und der AKL angehört. Die AKL wird vom Verfassungsschutz unter der Rubrik „linksextremismus“ beobachtet. In der AKL sammeln sich faktisch die meisten Linken in der Linken. Andere Zusammenschlüsse wie die KPF und das „Marxistische Forum“ sind dagegen unbedeutend. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete bekennen sich zur AKL – bis zu 30 Prozent in der Bundestagsfraktion der Linken.

Ob Oskar Lafontaine seine zutreffende Ausländerpolitik durchsetzen kann, dies ist eher zweifelhaft. So gibt es zwar noch kein Programm, aber durch einen „leak“ wurde bekannt, dass der Punkt „kulturelle Idenität“ der Deutschen nicht mehr im Programm stehen soll, da dieser auf große Widerstände stieß. Dieser sollte zuerst dort stehen brachte aber die „Antirassisten“ und Multikulti-Fans auf die Palme. Was allerdings genau darin stand ist ebenfalls noch keinem bekannt. Lafontaines scheint aber hier nicht locker lassen zu wollen und füllt seine Seite sowie Gastbeirtäge in überregionalen Zeitungen mit „Nationalstaat“ und „Migration begrenzen“ verbunden mit Kampf gegen Neoliberalismus.

2016 erschien auch eine Neuauflage von Lafontaines Buch die „Wut wächst, aus dem Jahr 2002. Lafontaine hatte in diesem die Begründung der Unternehmerverbände für Zuwanderung als „Märchen“ bezeichnet. Lafo nennt ein prägnantes Beispiel: So hatte man wegen „Fachkräftemangel“ im IT-Bereich nach Zuwanderer aus Indien verlangt. In Wahrheit standen diese Inder dann auf der Straße, weil doppelt so viele deutsche arbeitslose ITler gemeldet waren als es freie Stellen gab. So fragte Lafontaine zurecht die Frage warum wohl ausländische Fachkräfte einstellen will, wenn den Fachkräftemangel gar nicht gibt – die Fachkräfte deutscher Nationalität seien schlichtwegs arbeitslos.

In einem älteren Buch aus dem Jahr 1998 hatte Lafontaine die Zuwanderungsstrategie des Kapitals genau definert: Die Einwanderung diene dazu Druck auf inländische Löhne, Sozialstandards durchzusetzen durch ein „Überangebot an Arbeitskräften“. Gleichzeitig verlören die Länder der Südhalbkugel Arbeitskräfte und qualifiziertes Personal. So das ein Angriff des Neoliberalismus auf den Norden und Süden vorhanden sei. Um dem entgegen zu wirken müsste der Sozialstandard im Norden erhalten werden, im Süden verbessert und es sei nötig die Migration zu beschränken. Die deutsche Politik folge zudem der Erpressung von der Großindustrie und den Unternehmeverbänden, die drohen Arbeitsplätze im Inland abzubauen und ins billigere Ausland zu verlagern. Dieser Analyse von Oskar Lafontaine ist zuzustimmen!

Lafontaine weist natürlich öfters auch auf sprachliche „Lügen“ hin. So etwas bei „Arbeitgeber“ (Kapitalisten) und „Arbeitnehmer“. Bezugnehemend auf Marx und Engels meinte Lafontaine in die „Wut wächst“ die Auslegung des Begriffes im Mainstream sei „blödsinn“. Warum? „Die Arbeiter geben ihre Arbeit her, um ihre Familie zu ernähren, und die Unternehmer nehmen, sie um Gewinne zu erzielen“. (Seite 253). Auch sei der kapitalistische „Arbeitsmarkt“ keiner, sondern ein „Menschenmarkt“. Was aber keiner so nennen will weil sich das zu sehr nach „Viehmarkt“ oder gar „Sklavenmarkt“ anhöre.
Lafontaine ist nun aber kein „Marxist“ sondern linkssozialdemokrat, so das er aus diesen Einsichten nicht die Konsequenz zieht, sondern der Lafo-„Sozialismus“ erschöpft sich in sozialdemokratischen Sozialstaat und Gewinnbeteiligungen der Arbeiter am Unternehmensgewinn. Bei der AfD kommt aber wohl kaum einer auf die Idee das die neoliberalen Propagandaphrasen unlogischer Unsinn seien.

In anderen Büchern hat Lafontaine auch den heutigen Begriff der „Reform“ zerlegt. Damit ist ja eigentlich etwas gemeint gewesen was zur Verbesserung der Lebensverhältnisse führen sollte, aber heute etwas was zur Verschlechterung führt. Eine „Reform“ ist nun eine Kürzung, eine Verschlechterung des Status Quo. Genau darin schwimmt auch die AfD – der Meuthen plus Weidel-Flügel sogar radikaler als alle anderen im Bundestag – sogar als die FDP.

Alice Weidel scheint im übrigen in vielen Katka Kipping von der Linkspartei zu ähneln, wobei sie natürlich wohl beleidigt sein wird, wenn man dies äußert. Die linke Libertäre Kipping und die rechte Libertäre Weidel setzen beide auf „postmoderne Individualisierungsschübe die zur Zerstörung des Sozialstaates“ genutzt werden sollen. Dies hatte einst in der marxistischen Jungen Welt damals noch Jürgen Elsässer bezogen auf Kipping geschrieben, ist aber genauso auf Alice Weidel anwendbar. Dem persönlichen Lebensverhältnis lebt die Antinationale Kipping sogar „traditioneller“. Weidel zahlt in Deutschland keine Steuern, ist mit einer schwarzen Lebenspartnerin verbandelt und möchte möglichst wenig „Staat“.

Die Widerstände gegen „Aufstehen“ sind trotzdem groß, obwohl es noch gar kein Programm gibt. Dies sowohl in der Linken als auch in der Mainstreampresse. Als Dauerbrenner hat sich dabei der Vorwurf des „Nationalbolschewismus“ erwiesen – der von Antifa bis Konservativen erhoben wird. Der Neocon-Zionist Michael Wolffsohn meinte gar den Nazivorwurf heraus holen zu müssen, worauf Lafontaine mit „Nationalstaat bedeutet nicht Nationalsozialismus“ antwortete.Wolffsohn steht im übrigen dem neoliberalen Flügel der AfD nahe, so das er auch für die Zeitschrift „Tichys EInblick“ schreibt, die dem sogenannten „gemäßigten“ AfD-Flügel nahe steht.

Lafontaine ist ja auch ein „Polemiker“, wahrscheinlich hat er aber auch nie Altermedia gelesen, wo sich der Neonazi-Führer Christian Worch einst für den Interventionisten Wolffsohn in die Breche legte. Sonst wäre Lafontaine sicherlich eine „lustige“ Polemik eingefallen.

Der Vorwurf des Nationalboschewismus der von links bis bürgerlich gespielt wird dient nur der Diffamierung, als eine ganz „abscheuliche“ Mischung aus links- und rechtsradikalen Elementen. Dabei hat Aufstehen und auch Lafo und Wagenknecht mit Nationalbolschewismus gar nichts zu schaffen – was man auch immer darunter verstehen mag (Niekisch, Paetel, Scheringer, KPD-Nationalisten?). Ein Nationalboschewik müsste erst einmal sowohl ein Nationalist als auch „Bolschewist“ sein. Beides wird man bei Aufstehen kaum vorfinden. Weder wird man dort Nationalisten noch radikale Sozialisten finden und erst recht nicht in Verbindung der ideologischen Begriffe. Zumindest nicht massenweise!

Der Vorwurf meint aber insbesondere die „Chefs“ Lafontaine und Wagenknecht. Beiden kann man aber höchstens zusprechen irgendwie teilweise zu einem Patriotsimsus gefunden zu haben und ein linkssozialdemokratisches Programm zu vertreten, bei Wagenknecht noch etwas linker als bei Lafontaine.

Das sich Lafo und Wagenknecht in ihrerem relativ umfangreichen Ouevre jemals mit „Nationalbolschewismus“ – Bücher, Aufsätze, Artikel, Reden – befasst hätten, ist mehr als unbekannt. So das sie auch wohl kaum etwas über etwa die Person Richard Scheringer oder den Aufbruch-Kreis wissen dürften oder über den „Schlageter-Kurs“ der KPD oder das „Programm zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes“.

Etwas bescheid weiß aber der linke Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm der von Antinationalen und Antideutschen als „Nationalbolschewist“ bekrittelt wird. In einem auf youtube veröffentlichen Straßeninterview hatte er sich mit Verweis auf „Nationalbolschewismus“ und Scheringer für „Gespräche“ mit „rechten Jugendlichen“ ausgesprochen.

Einen „Scheringer-Kurs“ vertritt Dehm trotzdem kaum, sondern versuchte sich zuletzt in einer erfolglosen „Vermittlung“ zwischen Wagenknecht/Lafo und dem Kurs der antinationalen Parteiführung. Ein Scheringer-Kurs würde ja auch bedeuten die nationale Rechte als „Nationalverräter“ zu bezeichnen und ein Programm aufzulegen das nationallenistisch wäre und darin sich ergeht, wonach nur die Kommunisten die nationalen Interessen vertreten würden. Die Linkspartei ist aber weder „kommunistisch“, noch erst recht nicht nationalistisch, sondern linkslibertär und zumindest den Funktionären nach antinational.

In Wahrheit bestand bei der alten PDS, schon einmal Ende der 1990er-Jahre die Chance zu einer nationalpatriotischen Wende, so wurde damals im Parteiorgan „Neues Deutschland“ eine „nationalbolschewistische“ Diskussion unter dem Motto „Wie national muss die Linke sein?“ geführt. So dachte damals selbst Gregor Gysi, der nun ein scharfer Gegner des Lafonatine und Wagenknecht-Ansatzes ist, selbst im Bundestag über das Thema „Linke und Nation“ nach. Gysi drohte falls sich Lafontaine mit seinem Kurs durchsetzen würde vor einiger Zeit mit einem Parteiaustritt.Die damalige PDS-Chefin Gabielle Zimmer wollte gar mit „neuen Rechten“ und Nationalkonservativen „Gespräche führen“. Diese Diskussion wurde aber bald abgebrochen.

Sahra Wagenknecht hatte sich damals nicht daran beteiligt, allerdings die KPF, der Wagenknecht damals angehörte. Die KPF hatte sich selbst teilweise eher positiv zu dem Thema Linke und Nation geäußert, allerdings mit dem Verweis auf eine Verortung des Themas der nationalen Frage im orthodoxen ML. Dies dürfte nicht durch eine Annäherung an „rechte Thesen“ verwässert werden.

Mittlerweile hat die immer unbedeutend werdende KPF ihre Position selbst verwässert mit Hinsicht auf eine Annäherung auf unmarxistische linkslibertäre Thesen. Der große „Nationstheoretiker“ war etwa auf der marxistischen radikalen Linken Josef Stalin, dessen Thesen waren zwar nicht völkisch, aber „national“ mit dem Vorwurf „bürgerlicher Nationalismus“ sei Betrug. Stalin hatte so etwas wie einen „proletarischen Nationalismus“ entwickelt in Korrespondenz mit dem proletarischen Internationalismus. So das der „Sozialismus in einem Land“ zum Schreckgespenst für viele nicht-„Stalinisten“ wurde. Der Vorwurf an Stalin lautete das sei „nationaler Sozialismus“ unter ML-Parolen.

Der „Einfluss“ von Parteigliederung erschließt sich natürlich nicht rein über Mitgliedszahlen, so hat die KPF immerhin noch 600 bis 800 Mitglieder. Der antideutsche kriegshetzende Neocon-Arbeitskreis BAK „Shalom“ dagegen vielleicht 50, aber deren Chef Benjamin Krüger ist „Berater“ des linken Ministerpräsidenten von Thüringen Bodo Ramelow. Anfang der 1990er-Jahren sollen angeblich in der KPF angeblich noch 12.000 Genossen organisiert gewesen sein.

Ab und an scheint diese Tendenz aber noch durch. So gab es eine Linksparteivorsitzende Namens Gesinne Lötzsch, die zwar zum antinationalen Flügel gehört, aber nicht ihr Mann der als „Ideologe“ gilt und immer wieder längere Beiträge in Linkspartei-Schriften verfasst. In diesen klingt etwas „links-völkisches“ durch wenn er etwa eingebürgerte Ausländer mit deutschem Pass nicht als „richtige“ deutsche akzeptiert, sondern sich für diese einen neuen Status hat einfallen lassen – „Deutschlandländer“. Den Begriff gibt es im übrigen in der Türkei, als solche werden dort von manchen Türken in Deutschland bezeichnet, wobei gesagt werden soll das man diese nicht mehr als „richtige“ Türken ansieht.

Ab und an klingt die DIskussion auch an überraschenden Stellen an, so sorgte in dem von Katja Kipping verantworten „Prager Frühling“ ein Autor dort für Aufregung und musste sich „linken Nationalismus“ vorwerfen lassen. Dieser hatte ein Beitrag geschrieben warum die Linke nicht auf die Nation verzichten könne. Auch im Neuen Deutschland gibt es immer wieder Autoren die in die gleiche Richtung argumentieren. Freilich handelt es sich nur um eine kleine Minderheit.

Die Gründung von Aufstehen ist trotzdem zu begrüßen. Zumindest besteht die vage Chance das sich auf der politischen Linken etwas heraus bildet was zumindest den Nationalmasochismus minimiert und gleichzeitig zu antineoliberalen und teilkweise kapitalkritischen Thesen ausreift. In Verbindung gesehen wäre die schon viel wert. Ob es aber dazu auch in dieser Tendenz kommt ist von vielen Faktoren abhängig. Logisch dürfte durchaus auch die Entwicklung eines patriotischen Linkspopulismus neben einem rechten patriotischen Populismus (AfD) sein.

Der linke Populismus hätte einen entscheidenden Vorteil gegenüber der AfD. Eine telegene Frontfrau (Wagenknecht), während AfD-Vertreter eher schwach in Diskussion herüber kommen – im Vergleich. Bei den „älteren Männern“ ist sicherlich auf Lafontaine der „Talkshow-Schlaftablette“ Gauland weit überlegen. Lafontaine ist auch nicht mehr der jünste sprüht aber noch immer vor Angriffslust.

Lafontaine ist zum Ärger der politischen Rechten auch ein Experte darin die Rechte niederzuhalten und ihnen Stimmen abzuluchsen. Als Lafo im Saarland für die Linke antratt hatte Frank Franz 60 Prozent der Stimmen verloren – von 4,0 auf 1,5 Prozent. Franz (NPD) hatte absurderweise der CDU eine utopische „Koalition“ gegen den „Kommunisten“ Lafontaine angeboten. Bei der letzten Landtasgwahl schaffte die AfD nur knapp den Einzug im Saarland und fuhr das schlechteste Landtagswahlergebnis bei allen Landtagswahlen ein.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Chris  On 30. August 2018 at 11:07

    „Wenn wir mit unserem Kampf für ein Erwachen dieses Volkes scheitern sollten, dann kann der Nationalbolschewismus vielleicht einmal die allerletzte Chance für eine nationale und sozialistische Revolution sein“ -Michael Kühnen, in dem Artikel „Nationalbolschewismus – Gefahr oder Chance?“ aus dem Jahr 1989-

    • Christian_Klee  On 1. September 2018 at 17:15

      In welcher Zeitschrift erschien der Artikel mit dem Kühnen Zitat?

  • Chris  On 1. September 2018 at 18:11

    Das ist mir nicht bekannt. Nach meinem Wissen handelte es sich um einen internen Artikel für seine Truppe. Ausschlaggebend war wohl eine interne Diskussion seiner Gruppe im August 1988 zu diesem Thema. Kühnen schrieb dazu: „Viele Kameraden äußerten nachdrücklich den Wunsch, die sozialrevolutionäre Position künftig deutlicher zu machen und die revolutionäre Lebenshaltung im Gegensatz zur bürgerlich-reaktionären stärker herauszustellen. Dies erwies sich als allgemein tragfähige Einstellung und muss nun mehr und mehr verwirklicht werden“. In diesem Zeitraum verfasste Kühnen auch ein „Nationalbolschewistisches Positionspapier“ zur Diskussion, in dem drei Punkte „als kennzeichnend für den Nationalbolschewismus von heute“ genannt wurden:
    1. Aufbau einer revolutionären „Querfront“, in der ALLE revolutionären Strömungen von links und rechts zusammenwirken sollen.
    2. Aufbau einer Vorhutorganisation von berufsrevolutionären Kadern, die allein eine Revolution steuern und zum Sieg führen kann.
    3. Bejahung des Klassenkampfes als Tatsache im kapitalistischen Wirtschaftssystem, als legitime Waffe der Ausgebeuteten und als Katalysator der Revolution.

    • Christian_Klee  On 1. September 2018 at 19:09

      Danke für die schnelle Antwort. Ich habe einen Führungskameraden von Kühnen gefragt und er hat gesagt, solch ein Nationalbolschewistisches Positionspapier gab es nicht. Nicht 1988 oder später. Nationalbolschewismus war dort kein Thema. Kühnen verfolgte den SA Kurs. Nationalbolschewismus war dort zu keiner Zeit ein Thema.

  • Chris  On 2. September 2018 at 09:13

    Ein sog. „SA-Kurs“ liegt ja nicht unbedingt so weit von einer sozialrevolutionären Linie entfernt, je nachdem auf wenn man sich beruft. Es hatte schon einen Grund, warum Richard Scheringer in den 30iger Jahren gerade die SA-Leute für die KPD gewinnen wollte. Der oben von mir erwähnte Artikel von Kühnen und das Positionspapier zeigen jedenfalls, dass sich Kühnen mit dem Thema Nationalbolschewismus auseinandersetzt hat.

    • Christian_Klee  On 2. September 2018 at 11:07

      Hat er nicht. Leute wie Scheringer waren nie eine Option für ihn. Sein SA Kurs war die Ernst Röhm Richtung. Und der hatte mit Scheringer oder dem Aufbruch Kreis nichts zu schaffen. Und wie ich geschrieben hatte hab ich meine Informationen aus direkter Quelle. Darum fragte ich ja gestern auch nach der Quelle des oben genannten Zitates.

  • Chris  On 2. September 2018 at 17:55

    Du hast mich falsch verstanden. Ich hab nicht geschrieben, dass Kühnen an der politischen Ausrichtung von Scheringer interessiert war. Er vertrat eine Röhm-Linie, das ist richtig. Die von mir genannten Dokumenten stammen aber defenitiv von Kühnen. Wenn ich noch eine genaue Quellenangabe finde, werden ich sie veröffentlichen.

    • Christian_Klee  On 3. September 2018 at 14:51

      Eine Quelle sollte man schon haben bevor man Dinge veröffentlicht. Ich denke mal das ist so ein KDS Ding. Aber auf jeden Fall nichts was aus Kühnens Feder stammt.

  • Chris  On 4. September 2018 at 19:46

    Der Artikel „Nationalbolschewismus – Gefahr oder Chance?“ VON Michael Kühnen erschien in der Zeitschrift „Die Neue Front“ Nr. 66 (Ausgabe Juli 1989). Der Artikel wurde 1992 nach Kühnens Tod noch einmal in dem gleichem Heft veröffentlicht (Ausgabe und Nummer ist mir hier aber nicht bekannt).

    • Christian_Klee  On 6. September 2018 at 15:19

      Vielen Dank für die Information. Hätte ich wirklich nicht gedacht.

  • Schwab  On 5. September 2018 at 08:52

    Kehren wir noch einmal zurück zur Ausgangsfrage zurück, ob sozialrevolutionäre Nationalisten die Bewegung „Aufstehen“ unterstützen (sollen). Es versteht sich von selbst, daß Wagenknecht, Lafontaine usw. an einer derartigen Unterstützung kein Interesse haben, sich davon distanzieren würden. Zudem stellt sich die Frage, in welcher Form beispielsweise die SdV „Aufstehen“ unterstützen könnte, falls man dies zulassen würde. Und ob wir, die SdV, überhaupt diese Bewegung unterstützen möchten?

    • Christian_Klee  On 5. September 2018 at 13:45

      Als Organisation ist das wohl nicht möglich. Aber als Einzelpersonen auf örtlicher Ebene sollte man doch wenigstens den Versuch wagen nationale sozialrevolutionäre Position in die Debatte einzubringen. Es gibt bei der Roten Fahne (https://rotefahne.eu) einen interessenten Artikel von Stephan Steins (#Aufstehen – Neue Sammlungsbewegung Heute In Berlin Vorgestellt) Sollte man mal gelesen haben. Generell ist die Ausrichtung dieser Onlinezeitung in vielen Punkten mit denen eines sozialrevolutionären Nationalismus vereinbar.

  • Carabus Violaceus  On 5. September 2018 at 19:03

    Sehe ich genauso wie Christian_Klee. Warum nicht als Einzelperson in Ortsgruppen (sofern es denn sowas gibt) der neuen „Aufstehen“-Bewegung begeben und dort nationale und soziale Positionen zur DIskussion bringen?

  • Chris  On 6. September 2018 at 06:34

    Der Artikel in der Roten Fahne ist sehr interessant! Gerade deren Ergänzung „Aufstehen Plus“ ist unterstützenswert.

  • Schwab  On 7. September 2018 at 18:30

    O. K., daß man sich als Einzelpersonen unter „Aufstehen“ mischt, mag praktikabel sein.

  • sozrev  On 15. September 2018 at 00:19

    Ein „Mitmischen“ von Personen die sich offen als sozialrevolutionäre Nationalisten bezeichnen wäre auch kontrapruktiv – für ein noch halbseidendes und nur teilweise patriotisches Bündnis, da man sich von Nationalisten an sich distanzieren muss – das könnten auch rein theoretisch Nationanalmarxisten sein. Steins ist selbst in der Linken mit seiner Position isoliert, auch bei Aufstehen würde es Widerstand gegen ihn geben. Bei der Fragestellung in der Überschrift ging es eher um etwas ideeles im „Verhältnis“ gesehen zur AfD.

  • Schwab  On 16. September 2018 at 09:45

    Die diskussion hier ist nicht aus dem ruder gelaufen, wie du mir an anderer stelle schriebst. Es gilt herauszufinden, wie man sich unter „aufstehen“ mischen kann. Das geht offensichtlich nur als einzelperson – unter der voraussetzung, dass man namentlich nicht über google einschlägig – wie ich – bekannt ist.

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