Bambule-Randale-Franzosenradikale

In Frankreich kommt es seit Wochen zu bürgerkriegsähnlichen Szenen. In Paris und anderen Städten herrscht Ausnahmezustand, hunderte wurde verletzt, mehre Tote sind zu beklagen. Die Proteste der „Gelbwesten-Bewegung“ gegen Macrons neoliberale Reformen hat inzwischen auf Belgien übergegriffen. Im französischsprachigen Teil von Belgien kam es auch dort mittlerweile nicht nur zu Protesten, sondern zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht. Auch hier sind teilweise vermummte zu sehen. Ganz ein Zufall das die Proteste im französischsprachigen Teil diese Tage los gingen wird es wohl kaum sein. Wie in Frankreich kleidet man sich in gelben Warnwesten.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=eQTw5us49is

In den BRD-Nachrichten kommt dies zwar auch Rande vor, aber wie es in Frankreichs Straßen zugeht kann man nur im englischen Programm von Russia Today sehen. Der Sender bringt tägliche Livestreams: Trännengaseinsatz, Polizisten und Demonstranten die aufeinander einschlagen, Polizeiautos die umgeworfen werden, bekannte Touristenplätze die von Rauschwaden eingedeckt sind, im Hintergrund brennt es lichterloh. Der Polizei gelingt es seit Wochen nicht wichtige Plätze in Paris zu räumen, diese werden von militanten Demonstranten gehalten. Die Polizei errichtet Straßenbarikaden.

Reporter von Russia Today setzen sich auch einen persönlichen Riskio aus. Was man so bei kaum einen BRD-Journalisten sehen wird. Ein Reporter war etwa tapfer berichtend zu sehen während links und rechts von ihm überall Tränengasgranten hoch gingen. Der ganze Platz war in Tränengas eingehüllt, während im Hintergrund Brände zu sehen waren. Die ganze Szene wirkte wie aus einem Krieg. Der Reporter berichtet weiter obwohl im von Tränengas das Erbrechen kam.

Dagegen war die Gewalt von Hamburg im Verhältnis gesehen fast schon „harmlos“. Dies mag auch damit zusammen hängen das sich dort zwar Militante mit der Polizei prügelte, aber es sich zumeist um Bürgersöhne handelte. Dies erschreckte die meisten Deutschen, wobei die Gewalt dagegen in Frankreich viele nicht erschreckt.

Es gibt aber auch einen Unterschied: Der linke schwarze Block vom Hamburg bezog sich auf nichts was die deutschen Opfer des Neoliberalismus und der Globalisierung direkt betraff, sondern präferierte eher libertäre Szenenthemen, die kein Schwein interessieren. Man war eher abgehoben volksfeindlich, während sich die gelben Westen auf einen Volkswillen beziehen.
Umfragen in Frankreich zeigen das aber etwa die Hälfte der Franzosen die militanten Proteste unterstützt. 46 Prozent laut einer letzten Erhebung. Das ist eine relative Mehrheit, da einige hierzu keine Meinung angeben. Besonders groß ist die Zustimmung unter Anhängern von links- und rechtspopulistischen Parteien.

Die dagegen eher minimierte Gewalt von Hamburg wurde besonders deutlich von der deutschen Rechten verurteilt, etwa als „Terrorismus“. Zu Frankreich-Bambule ist dagegen kaum etwas zu vernehmen. Weder „negativ“, noch „positiv“. Warum? Scheinbar befinden sich in Frankreich unter den Demonstranten die auch Gewalt anwenden relativ wenige linke „Autonome“ – zwar auch, aber nicht vermehrt.

So das in der rechten Empörung über autonome Gewalt irgendwie nicht ganz nur um „Gewalt“ gegangen sein kann. Zwar tat man so, aber nun hält man zu Gewalt zumindest das berühmte „Maul“. Warum? Diese Gewalt ist Frankreich zwar radikaler, aber nicht ganz klar der „Linken“ zuordenbar. In Frankreich geht auf einmal die protestierende „Gewalt“ gegen die „gute“ Staatsgewalt vor – betrieben von normalen Bürgern, linken und rechten.

Das ist zumindest „Heuchelei“, da die Gewalt aus der „Welcome to hell“-Demo in Hamburg als „Terror“ galt, aber die Frankreich-Gewalt zumindest freundlich beschwiegen wird. Freilich wird auf der deutschen Rechten zumeist auch beschwiegen das die „linksradikale“ Darstellung aus Hamburg gar nicht laut Internetvideos so absurd ist. Die Gewalt aus dem schwarzen Block begann hier erst nach dem Angriff der Polizei auf die Demo. Die „Bullen“ hatten erst versucht die Demo zu stürmen, auf junge Mädels wurde mit Schlagstöcken eingeschlagen, massiv Tränengas auf eine erst zumeist friedliche Demo gefeuert.

Die Frage wer an der Gewalt schuld sei wurde etwa in „Compact“ gar nicht gestellt, sondern von vornehinein die „gute Polizei“ gegen „böse Linksterroristen“ gestellt.

Siehe: https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/compact/43477/august-2017

Erst danach hatte der sich auch in der Demo befindende schwarze Block selbst als Reation massiv Gewalt eingesetzt -als Reaktion auf die Polizeigewalt. In den Vidoes im Internet ist eindeutig zu sehen das der schwarze Block zwar massiv mit Gewalt reagierte aber versuchte eine Stürmung der Demo durch die Polizei zu verhindern. Provokation und Gewalt ging zuerst von der in Hamburg zusammen gezogen „Bullen“ aus. So wurde auch rasch der „Lautsprecherwwagen“ der Demo von der Polizei angegriffen, der nur die Bullen dazu aufrief die Gewalt einzustellen. Daraufhin kam es zu militanten Aktionen des schwarzen Blockes – man warf Steine und prügelte sich auch mit der Angreifenden.

Der Eindruck des medial und politisch vermittelten Gewalteinsatzes nur von Seiten des linksradikalen schwarzem Blockes war fast schon schwachsinnig. Natürlich wurde die massive Systemgewalt gegen Demonstranten nicht wahrgenommen – entweder gegen ganz harmlose oder auch gehen solche die potentiell als „militant“ eingeordnet wurden.

Wie die Bilder aus Frankreich zeigen können auch „Normalos“ meinen gegen die Staatsgewalt sei gegen Gegenewalt angebracht. Das kann in Frankreich unabhängig von der jeweiligen Regierung sein: So das es gewatsamen Protest gegen Macorn, Liberalkonservative und „Sozialdemokraten“ gab.

Die Bilder auf Russia Today lassen eher vermuten, dass sich unter denjenigen die demonstrieren viele wütende Normalos, Gewerkschaftler, aber auch „Rechte“ finden lassen. Bei denjenigen die da mit französischer Fahne zu sehen sind und Symbolen die eher unter Frankreichs-Rechten getragen werden lässt jedenfalls nicht vermuten, dass es sich um „Antifas“ handeln wird.
Linksautonome gibt es freilich auch („schwarzer Block“), die aber erst einmal sich nicht mit militanten „Rechten“ prügeln, sondern man hat sich scheinbar darin geeinigt lieber die „Bullen“ zu vermöbeln – gemeinsam mit Normalos und rechten Franzosen. An sich werden sich unter den Demonstanten überproportional viele Wähler des Linken Mechelon und der Rechten Le Pen finden lassen.

Frankreich-Proteste haben natürlich eine militante Tradition – was es in Deutschland gar nicht gibt. Angefangen von protestierten Busfahrern und Bauern die mit Traktoren Polizeiautos abräumen bis hin zu „Managerentführungen“ in Betrieben, wo man mal einach einen Kapitalisten „gefangen“ hält. So kann eine Arbeiterdemo in einem Betrieb in Frankreich sogars schon mal so aussehen das man einen Betriebschef von einer 5 Meter hohen Mauer wirft. Freilich wäre so etwas in Deutschland undenkar, dazu müsste es ja auch erst einmal genug militante Arbeiter geben die sich so etwas zumindest denkmöglich überlegen.

Auch laufen Diskussionen mit dem Staatschef etwas anderes ab als in Deutschland. Hier rufen vielleicht ein paar Pegida-Anhänger in einer Merkel-Veranstaltung „Merkel muss weg“. In Frankreich musste aber Macron abhauen, bei einem versuchten Gespräch mit Gewerkschaftsdiskutanten. Er sprang schnell in ein Auto weil aus dem Hintergrund Steine und ähnliches flog – geworfene Eisenstangen und Knüppel.

Die BRD verfügt natürlich über ein restriktives Streikrecht, so das hier ein Generalstreik verboten ist – im Gegensatz zu Frankreich. An diesen haben an sich die Gewerkschaften in Deutschland gar kein Interesse. Der Generalstreik als Recht wurde mehr oder weniger nur von Lafontaine gefordert. Die parteipolitische Rechte – gerade auch die NPD – schweigt dazu natürlich brav. Das wir also ähnliche Szenen wie in Frankreich auf Deutschlands Straßen sehen werden ist arg unwahrscheinlich. Ruhe und Ordnung ist noch immer erste Bürgerpflicht.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Schwab  Am 3. Dezember 2018 um 09:23

    Ich möchte hier nicht ausdrücklich zu Straftaten auffordern, aber das hat mich schon ein wenig amüsiert, als ich hörte, dass diverse Läden, in denen die Reichen einkaufen gehen, unweit vom Triumph-Bogen, demoliert wurden.

  • Chris  Am 3. Dezember 2018 um 20:51

    Ein sehr guter Artikel aus nationalrevolutionärer Sicht mit den notwendigen, richtigen Analysen

  • sozrev  Am 4. Dezember 2018 um 22:35

    Marine Le Pen spielt natürlich die „Rolle“ die, die deutsche Rechte – von AfD, NPD bis hin zu Compact – bei den Hamburg-Krawallen deutschen Linken vorwarfen, die damals die Schuld bei der Politik und der Polizei sahen. Le Pen sagt Macon fahre eine „Strategie der Eskalation“. An der Gewalt sei also an sich Macron und die Polizei schuld. Dieser Vorwurf an Politik und Bullen galt vor kurzem von Seiten der deutschen Rechten als „Terrorunterstützung“ – wobei man sich an die Seite von BRD-Staat und Bullen stellte. So weit ich das sehen kann halten aber nun die meisten deutschen Rechten die davor vor „Terror“ sprachen die Fresse. Obwohl freilich die Gewalt in Frankreich unmfänglicher ist als in Hamburg. Der „linke Terror“ von Hamburg war nun nicht so „eindeutig“ wie von Mainstream und Rechts dargestellt. Man kann das auch so sehen das zunächst massive Polizeigewalt gegen die „Welcome to hell“-Demo ausging. Ein entsprechendes von der Polizei aufgenommes Video wurde längst gelöscht. Dieses zeigte nämlich massive Polizeigewalt zu Beginn der Demo und ein ganz anderes Bild als in den Medien vermittelt. Das „dummerweise“ von der Polizei selbst ins Netz gestellte Video – das man löschte – zeigte ein etwas anderes Bild: Die Demo schien zuerst gewaltsam von der Polizei angegriffen worden zu sein mit Schlagstockeinsatz auf junge Mädchen und Wasserwerfern gegen Demonstranten. Daraufhin hatte sich der schwarze Block gewaltsam gewährt. Die Polizei versuchte den Demobulli zu stürmen der die Polizei zum Rückzug und den Stopp der Gewalt auftrief. Logischerweiese kam so was weder bei Compact noch npd.de vor.

  • Chris  Am 18. Dezember 2018 um 15:19

    Auszug aus einem Artikel der FAZ zu der Bambule in Frankreich: „Die Quittung erhält Macron von allen Seiten: Rechte Gelbwesten mobilisieren gegen die Steuererhöhung, linke Gelbwesten gegen die Privilegien der Eliten. Das führt zu einem gefährlichen Schulterschluss: Ultrarechte und Ultralinke gingen in Paris vereint zur Sache“.

  • Chris  Am 31. Dezember 2018 um 14:04

    Hintergründe zu den Gelbwesten. Guter Artikel!
    https://prolrevol.wordpress.com/2018/12/12/frankreich-was-ist-von-der-bewegung-der-gelben-westen-zu-halten/

  • Chris  Am 3. Februar 2019 um 11:09

    Die Gelbwesten beschäftigen auch die radikale Linke: https://www.klassegegenklasse.org/frankreich-gelbe-westen-wenn-die-massen-in-aktion-treten/

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