Die verpasste Gelegenheit!

Der ehemalige hochrangige ZDF-Journalist Wolfang Herles hat ein neues Buch unter dem Titel „die neurotische Nation“ veröffentlicht. Dieser schreibt für „Tichys Einblick“, eine liberalkonservative Zeitschrift die dem rechten CDU-Flügel und der AfD nahe steht. Was Herles in seiner Abrechnung mit „den Deutschen“ beklagt ist nicht nur die Merkel-Republik, sondern auch der „Nationalismus“ der unbelehrbaren Germanen und natürlich auch ganz neoliberal ein den Deutschen gemeiner „Sozialismus“.

Siehe: https://www.m-vg.de/finanzbuchverlag/shop/article/15069-die-neurotische-nation/

Der rechte Neoliberale vertritt in dem Buch eine exklussive antideutsche These im Sinn des Antisozialismus. Der Morgenthau-Plan sei doch eine gute Idee gewesen. Aus der Sicht von Herles wurde dieser „leider“ nicht umgesetzt. Herles meint der hätte zu mehr „Freiheit“ und einem libertären Deuschland geführt. Was Herles nicht erwähnt ist der Umstand das laut diesem mal eben so ein paar Millionen Deutsche umgebracht werden sollte um die Deutschen „auszudünnen“. Normalerweise nennt man dies VÖLKERMORD! Morgenthaus Plan sah an sich eine „Minimierung“ Deutschlands um etwa 20 Millionen vor – soll heißen jene sollten umgebracht werden.

Herles wäre aber wohl beleidigt wenn man ihn dann in einem Zusammenhang mit der antideutschen „Gruppe Morgenthau“ – inhaltlich – bringen würde. Natürlich…obwohl da auch der Neoliberalismus und der „Antiislamismus“ stimmen würde.

Siehe: https://thunderinparadise.org/2018/07/11/gruppe-morgenthau-interventionen-2003-2014/

Liegt aber überhaupt eine „Beleidigung“ vor? Zumindest nicht aus Sicht der antideutschen Zeitschrift „Bahamas“, zu deren Milieu auch die Gruppe Morgenthau gehört. Ob diese Zeitschrift Herles kennt ist noch unbekannt, aber zumindest kennt man die AfD.Wahrscheinlich kennt man Herles, da es sich um antideutsche „Intellektuelle“ handelt.

Siehe: http://redaktion-bahamas.org/artikel/2016/73-die-volkspartei-des-gesunden-menschenverstandes/

„Tichys Einblick“ ist an den Kiosken und Zeitschriftenländen schon länger als Monatszeitschrift ein Renner und dürfte sich ähnlich gut wie Compact verkaufen. Während aber Compact aber den „radikaleren“ AfD-Flügel protegiert, ist dies bei dieser Zeitschrift bezüglich des rechten CDU-Flügels und des liberaleren AfD-Flügel der Fall. Die Zeitschrift verfügt dabei über prominente Schreiber, sei es der jüdische Israel-Neocon Wolffsohn, den ehemaligen Berater Möllemanns Görges, den Ex-Spiegel-Kolumnisten Matthias Matussek, den Ex-Grünen Oswald Metzler oder als Gesprächspartner Boris Palmer.

Wolfang Herles ist selbst ein „hohes Tier“, schließlich leitete er immerhin einst das Bonner Studio des ZDF und moderierte das Kulturmagazin aspekte beim ZDF. Das war noch zu Kohl-Zeiten. Gleich im ersten Kapitel kritisiert freilich Herles seinen Zeitschriftentenkollegen Matussek für dessen Buch „Wir Deutschen. Warum uns die andern gerne haben können“. Das erschien 2006, war ein Verkauffschlager und „Matze“ war damals für den Spiegel unterwegs.Herles hat nicht ganz unrecht. Die Erklärung warum „die Anderen“ eben „Uns“ bitte schön toll finden sollen hört sich arg aufdringlich an.

Das hat aber auch noch einen weiteren Hingergrund: Matussek gehörte damals zu den „Rudof Augsteinisten“, den Herles in seinem Buch heftig kritisiert. Warum? Herles wirft den Ex-Spiegel-Chef Augstein vor, er sei ein angeblicher“Nationalist“ und „nationaler Vereinigugsfanatiker“ gewesen.In seinem letzten Buch bezeichnete sich jedenfalls „Matze“ als „Augstein-Nationalisten“, wobei das Buch auch wie das von Herles in der „Edition Tichy“ erschien.

So ist Herles heilfroh das es einen Adenauer gab, der dem deutschen Volk kritisch gegenüberstand, weil der Neoliberale meint, ansonsten hätten ihn Deutschland schon einige Jahre nach der Niederlage im 2. Weltkrieg „Nationalisten und Sozialisten“ in Deutschland regiert – in der BRD. Zum einem wäre das der „klassenkämpferische Nationalist“ Kurt Schumacher (SPD) gewesen, der bekanntlich Adenauer „den Kanzler der Alliierten“ nannte. Bei Schumacher habe es sich einen sehr deutschen „nationalistischen Sozialisten“ gehandelt.

Dann wurde aber laut Herles – aus seiner Sicht zum Glück – in der CDU ein deutschnationaler „christlicher Sozialismus“ verhindert. Dieser habe zunächst die CDU dominiert mit der Forderung nach einem neutralen Deutschland und christlichen Sozialismus.

So meint Herles in der Frühphase der CDU habe es den Versuch gegeben „Nationalismus und Sozialismus“ zu verknüpfen. Der Schumacher der CDU habe Jakob Kaiser geheißen, der Alliiertenfeindlich gewesen sei und Vergesellschaftung von Industrie und Boden gefordert habe im Sinne eines christlichen Sozialismus, der nicht vom Marxismus, aber von der christlichen Soziallehre gekommen sei. Dieser forderte, wie Herles richtig zitiert „das kommende Zeitalter muss im Zeichen einer sozialistischen Ordnung stehen“. Kaiser war tatsächlich gar für ein „Bündnis“ mit der KPD offen. Das Kommunistische Manifest von Marx und Engels nannte Kaiser immerhin „eine Großtat“.

Kaisers Ansatz war das Deutschland eine Brückenfunktion zwischen West und Ost bilden müsste, befreit von den Westalliierten, und sich eine eigene christlich-sozialistische Wirtschaftsordnung geben müsse, die zwar nicht marxistisch sei, aber „sozialistisch“. Deutschland solle zu keinem Block gehören, aber eher mit dem „Osten“ kooperieren.

Herles regt sich darüber auf das sich die Kaiser-Leute in der CDU „schon wieder“ (Herles) unter dem internen Begriff „Reichsleitung“ organisierten. Die „Reichsleitung“ verfasste zudem ein CDU-Manifest in dem ein „christlicher Sozialismus“ gefordert wurde, der die Wirtschaft lenken sollte und Verstaatlichungen ankündigte. Im Zusammenspiel mit Erhardt gelang es Adenauer diese zuerst dominante Strömung zu marginalisieren. Adenauer beklagte sich bei den Westalliierten die Kaiser-Leute wollten „um fast jeden Preis die Reichseinheit“ erhalten. So das Adenauer Kaiser anschwärzte, dieser rede und wolle wohl eine neue „schwarze Reichswehr“ im Bunde mit dem Marxismus.

Neben Kaiser gab es da noch Karl Arnold, CDU-Ministerpräsident von NRW, der ebenfalls einem christlichen Sozialismus und nach Herles auch einem „Nationalismus“ zusprach. Das schnell wieder eingezogene „Ahlener-Programm“ ist im wesentlichen auf Arnold rückführbar in dem der Kapitalismus verworfen würde, da er „den staatlichen und Lebensinteressen des deutschen Volkes“ widerspreche. Dieses war auch noch im Geiste eines „christlichen Sozialismus“ geschrieben, wenn auch etwas unverbindlicher als bei Kaiser. Zumindest hat Lafontaine recht das dieses „links“ in der Wirtschaftsordnung von der heutigen Linkspartei stand.

Was rechte Neoliberale wie Herles und Konsorten umtreibt ist die Sorge das sich ein Bündnis Schumacher-Kaiser-Arnold ergeben hätte, wenn diese Tendenz nicht in der CDU schon früher von Adenauer aufgehoben wurde und in der SPD etwas später mit Godesberg. Herles sieht darin einen „deutschnationalen Sozialismus“ der sich gegen die liberale „Freiheit“ der „offenen Gesellschaft“ gestellt habe und verruchterweise an den deutschen Nationalstaat glaubte. Für einen Nationalstaat ist er zwar, aber auch in der britischen und US-amerikanischen Tradition. Bloß nicht den deutschen Nationalstaat oder nur einen solchen, der sich veramerikanisiert

An den Deutschen störrt Herles auch ihre angebliche „Sucht“ nach Sozialstaat und „Harmonie“ oder „sozialer Gerechtigkeit“ was dann zu „Sozialismus“ führe. Das habe eine Linie von der deutschen Romantik, Hegel, Marx, dem Reichskanzler Otto von B. bis hin zu Hitler und der DDR. Das habe sich nach 45 fortgesetzt.

An den 68ern findet er so einiges gutes und zwar das sich diese gegen den „deutschen Nationalismus“ stellten, wobei er dann aber auch „böse“ 68er kennt, etwa den „ostdeutschen marxistisch-nationalistischen Studentenführer“ Rudi Dutschke. Diese Strömung in den 68er gehört für den Rechten Herles zu den „bösen“ deutschen Nationalisten.

Im Gegensatz zu den Klassiker aus dem NPD-Milieu zu den 68ern von Rolf Kosiek – die Machtergreifung der 68er – gibt Herles, aber wenigstens Zitate richtig wieder. So zitiert er die Soziologin Magarette Mitscherlich richtig aus ihrem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“, damit, das dies schrieb das „Trauern“ im Sinne eines Nationalmasochismus sei „den“ Deutschen gar nicht zumutbar oder wahrscheinlich, weil die Deutschen hier mehr akzeptiert hätten als jedes andere Volk in einer vergleichbaren Situation. Das war allerdings schon in den 60er-Jahren.

Die neoliberale FDP-Programmatik findet er ganz gut, nur er wirft der FDP vor diese „nie“ umgesetzt zu haben. Ganz schlimm findet er freilich die nationalliberale und „nationalistische“ FDP der 1950er und 1960er. Ebenso die Deutsche Partei und den Bund der Heimatlosen und Entrechtenten, die einst in der Frühphase der BRD Minister stellten. Ebenso Gustav Heinemann, der einst die „nationalistisch-neutralistische“ Gesamtdeutsche Partei führte.

Besonders interessant findet Herles offenbar die Person Horst Mahler, der in dem Buch gleich mehrfach genannt wird. Nicht nur das Mahler vom RAF-Mann zum Neonazi gerierte, sondern Mahler habe einst als Anwalt die Bundeskanzler-Ohrfeigerin (Kurt Georg Kiesinger) Beate Klarsfeld vor Gericht vertreten. In einem Kapitel befasst sich Herles auch nur mit der RAF, in der Herles so was ähnliches wie eine „linksterroristische-deutschnationale“ Rächertruppen sieht. Der Terror habe sich gegen die „Befreier“ gerichtet, mit einem „nationalistischen“ ideologischen Inhalt.

So kritisiert Herles den “ angeblichen RAF-Antifaschismus“ als „linksradikalen deutschen Nationalismus“, der in RAF-Erklärungen Washington als „Hintermäner Hitlers“ benannt hätte und einen deutschen Befreiungsnationalismus mit dem Verweis der RAF begründet habe, der US-Imperialismus führe einen „Vernichtungskrieg gegen das deutsche Volk“. Der RAF wirft Herles in seinem Buch wörtlich einen „ungenierten Nationalismus“ vor.

Herles zitiert beim „deutschnationalismus“ der RAF auch aus einer Doku im ZDF, der in Wahrheit selbst verantwortet hat – als Mann hinter den Kulissen. Das darin enthaltene Zitat stammt freilich nicht von Herles selbst, sondern von einer befragten Hisorikerin, die 2007 äußerte: „Mann muss die RAF als Identitätsprojekt beschreiben, als militante Geschichspolitik, als nationalrevolutionäres Projekt“. Freilich hätte Herles auch die neoliberal gewendete Meinhof-Tochter zitieren können die in der Springerpresse zum besten gab ihre Mutter und die RAF sei angeblich der „verspättete Werwolf“ gewesen.ein „deutschnationaler teutonischer Furror“

Hier ähnelt Herles dem Sammelband „Die RAF-Fiktion“, geschrieben von „Antideutschen“. In jenem wird aber wenigstens noch umfänglich aus RAF-Erklärungen zitiert. Etwa aus einer in dem Anschläge auf US-Einrichtungen mit „Dresden“ und „Hamburg“ begründet wurden oder eine andere in dem es heißt das US-Monpolkapital wolle die nationale Identität der Deutschen auslöschen und führe gegen die Deutschen genauso einen Vernichtungskrieg gegen deren Idenität, wie in Vietnam. Wer genau hinter der letzten Erklärung stand ist zwar unbekannt – aber die RAF-Fachliteratur vermutet Meinhof und Mahler.

Herles unterlaufen auch einige offensichtliche Fehler, so etwa bei der Behauptung Gerhard Schröder, sei „niemals“ 68er-Aktivist gewesen. Schröder ist ihm noch teilweise zu „national“, weil er ihm vorwirft sich für einige „deutsche Interessen“ eingesetzt zu haben -als Kanzler. Scheinbar passt ihm dessen Haltung gegen den Irak-Krieg nicht ganz oder dessen Forderung nach einem „ständigen UN-Sicherheitsratsitz“. Eher ist er hier auf der Seite Joschka Fischers. Natürlich werden Kenner wissen das Schröder Mitglied der „sozialistischen Anwaltsbüros“ war – in Zusammenarbeit mit Mahler.

Für die Grünen hat der liberalkonservative Herles natürlich kaum Sympathien, findet es aber gut das Joschka gegen Serbien zur Bombenstimmung fand. So kritisiert er auch in der Frühphase der Grünen nationale und patriotische Strömungen – sei es die „Arbeitsgemeinschaft unabhäniger Deutscher“, die Gruhl-Gruppe. Andere nationale Tendenzen scheint er nicht zu kennen – wie etwa die „Grüne Deutschlandiniaitive“, die „Dutschkisten“oder der Umstand das die Grünen Landesverbände Berlin und Bremen wegen „nationalistischer Tendenzen“ kollektiv ausgeschlossen wurden.

Alleine die „Grüne Deutschlandiniaitive“ überlebte bis Mitte der 80er-Jahre. Deren Gründer Rolf Stolz, saß zur Gründungsphase im Grünen Bundesvorstand, ein Ex-Mitglied der APO und des SDS. Jener schreibt heute für die JF und Compact.

Herles hat auch etwas gegen Kohl aus Gründen des „Anti-Nationalismus“ und Antisozialismus, weil für den Adenauer-Fan durch die Vereinigung in der DDR sozialisierte Deutsche zum Staat BRD dazu gekommen seien. Darauf hätte man für den rechten Neoliberalen auch „verzichten“ können, wegen der kapitalistischen „Freiheit“, die über die Einheit der Nation stände. Das habe ja Adenauer ständig gepregigt. Herles hat freilich recht das eigentlich Kohl die Einheit zuerst gar nicht wollte, sondern diese erst wollte er als er erkannte, damit könne damit seine Kanzlerschaft retten.

Jedenfalls wirft Herles Kohl vor das er zunächst die Oder-Neiße-Linie zu Polen nicht als endgültig anerkennen wollte. Der Bundestagsbeschluss wurde an Kohl vorbei erwirkt, ohne das diesen so Kohl wollte. Auch Waigel von der CSU hatte sich damals dagegen erst einmal ausgesprochen – bei den Vertriebenenverbänden. Die Haltung war aber nicht mehr haltbar, da es in der Unionsfraktion dazu keine Mehrheit mehr gab.

Angela Merkel hält er zurecht aus verschiedenen Gründen für die wohl schlimmste Kanzlerin in der BRD-Geschichte. Diese habe durch ihre Politik Deutschland und Europa gespalten und beiden höchsten Schaden zugefügt. Wie sein „Chef“ Tichy hofft er wohl auf eine Merz-CDU, wohl in einer Koalition mit dem liberalkonservativen AfD-Flügel. Natürlich gibt es eine Teildistanzierung von der AfD, mit dem Verweis auch Wagenknecht und Boris Palmer hätten ja die Willkommenskultur der Kanzlerin kritisiert. Natürlich wird er mit Wagenknecht kaum etwas anfangen können, schon eher mit Weidel und Gauland.

Herles der erst das „nie wieder“ als neurotische deutsche Krankheit kritisiert glaubt selbst an die „Wiederkehr“. Entweder über „Linksnationalismus“. die Meinung die deutschen seien an sich „Nationalisten und Sozialisten“, die angebliche „Fremdenfeindlichkeit“ der DDR-Sozialisierten oder über die Behauptung der „NSU-Terror“ sei von der unwichtigen NPD angeleitet als „politischer NSU-Arm“. Die Verfassungsschutzverqickung des „NSU“ kommt logischerweise nicht vor. Herles wird selbst ein „Neurotiker“ sein, was in der Psychatrie als „Krankheit“ gilt.

Verfasser: Sozrev

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