Wir Fußballidioten

Heute grüße ich ganz besonders meine spanischen Kameraden, die künftig in ihrer Sprache meine Kolumnen lesen können. – Ein politischer Autor wie ich äußert sich zumeist öffentlich über politische Themen, aber hin und wieder auch über Themen, die unpoltisch sind. Fußball zum Beispiel ist heutzutage das, was Karl Marx einmal als „Opium fürs Volk“ bezeichnete. Dieser linke Philosoph meinte damit aber die echte Religion, mit der die Menschen von ihren politischen und ökonomischen Interessen abgelenkt würden.

Der Fußball ist tatsächlich heute eine Ersatzreligion, Fußballnationen und Fußballvereine animieren die Massen dazu, den sportlichen Erfolg anzubeten. Den sportlichen Erfolg von Ersatzgöttern, Stars, wobei man den Fußball anschaut, den andere spielen. Ähnlich wie Porno gucken bedeutet, den anderen beim Sex zuzuschauen. Die anderen, die das scheinbar besser können, verdienen dann viel Geld mit den Beiträgen der Zuschauer für das Pay-TV. Die Verantwortlichen vom FC Bayern München kriegen ihren Hals nicht voll genug mit Geld, weshalb sie mit wenigen anderen Spitzenclubs eine „Superleague“ gründen wollen, mit der dann FC Bayern München, Real Madrid, FC Barcelona, Paris Saint Germain und wenige andere ihre Gewinne noch weiter steigern können.

Aus diesem Grund denkt die Führung von Bayern München darüber nach, die deutsche Bundesliga und die UEFA-Championsleague zu verlassen. Die Führung von Bayern München rechnet freilich damit, daß wir Fußballidioten, von denen es gerade in Deutschland und Spanien zu viele gibt, dieses Spiel mitmachen und einen beträchtlichen Teil unseres Einkommens für Dauerkarten fürs Stadion und Pay-TV ausgeben. Es liegt an uns, dieses Spiel mitzumachen oder uns zu verweigern!
 
Jürgen Schwab
 
 
Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 9,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 9,80 Euro.

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Kommentare

  • sozrev  Am 8. Dezember 2018 um 00:47

    Als ich noch ganz jung war habe ich am liebsten die „Priemera Division“ gesehen. Also damals war ich für Barca und für Espanayol Barcelona. Bei Espanyol spielte damals noch Ivan de la Pena und bei Barca der große Bulgare Christo Stoitschkow sowie der Rumäne Hagi. Das waren noch Zeiten! Aber eigentlich fand ich damals noch George Weah und den Kahn-Verarscher Jay Jay Okocha (Frankfurt) am besten.

  • SergejScheit  Am 10. Dezember 2018 um 19:24

    @sozrev: Ja, das waren noch Zeiten, als am Samstag Abend die spanische Liga ganz normal im DSF live zu sehen war.

    @Schwab: Heuer bräuchte man 3 Abos (Sky, DAZN, Eurosport) um alle Champions League Spiele zu sehen, die ohnehin zur reinen Inzucht Liga verkommen ist. Real vs Bayern, kann das ernsthaft noch wer sehen? Ich für meinen Teil habe noch keine Sekunde CL im Jahr 2018 gesehen, und es geht mir auch nicht ab. Nun ist diese Superleague erstmal vom Tisch, wird aber früher oder später bestimmt kommen.

    Nicht abgeneigt wäre ich jedoch generell überregionalen Lösungen, zB einer Alpenliga (Top Teams aus Ö und CH) wie etwa real praktiziert auch im Eishockey in der österreichischen EBEL Mannschaften aus Ö, Kroatien, Ungarn, CZ und Südtirol mitspielen. Oder eine bayerisch-österreichische Liga mit Partien wie Würzburger Kickers vs LASK Linz oder Nürnberg vs Rapid Wien.

  • sozrev  Am 10. Dezember 2018 um 23:03

    Damals lief auch die Seria A mit Roberto Baggio, Ravanelli, Vialli und Del Piero. Ich war damals für den AC Parma mit Faustino Asprilla, und da gab es natürlich „Batigoal“ vom AC Florenz – ein Argentinier. Aber der krasseste Vogel war natürlich der Torwart der Kolumbianer, auch bekannt als „El Loco“.

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