Besprechungen (41)

Mir geht’s wie vielen anderen, ich bin ein heißer Verehrer von Roswitha Scholz.

Siehe hierzu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Roswitha_Scholz

Dieses Outing an dieser Stelle mußte einmal sein. – Aber ich bin mir ziemlich sicher, daß die Frau Scholz meine Avancen zurückweisen würde.

Leider ist ihr Standardwerk „Das Geschlecht des Kapitalismus“ seit dem Ausverkauf der Neuauflage von 2011 nur noch in Bibliotheken und hin und wieder in Antiquariaten erhältlich. Dennoch spricht nichts dagegen, dieses wichtige Buch für die Theoriearbeit der SdV einmal auf unserer Seite zu besprechen.

Roswitha Scholz war die Ehefrau von Robert Kurz, der mittlerweile verstorben ist, dies sei nur am Rande erwähnt. Bei beiden, bei Kurz wie bei Scholz, handelt(e) es sich um marxistische Philosophen. Scholz Verdienst ist es, das Theorem der „Wertabspaltung“ endeckt, geistig entwickelt und publizistisch verbreitet zu haben.

„Wertabspaltung“ heißt, daß in der kapitalistischen Warenproduktion solche Güter und Dienstleitungen unter den Tisch fallen bzw. im Produktionsprozeß aussortiert, das heißt abgespalten werden, die sich nicht verwerten lassen. „Verwerten“ im Sinne von Mehrwertmaximierung bzw. Gewinnerzeugung.

Scholz ist Feministin, mehr noch marxistische Feministin; sie hat herausgearbeitet, daß das typisch Weibliche, die emotionale Zuwendung, im Kapitalismus weniger wert ist, weniger zu Gewinn verwertbar ist, als die Produktion von Waren, also von Gütern und Dienstleistungen. Eine Krankenschwester oder Altenpflegerin – zumeist sind dies Frauen -, und hat sie noch so eine gründliche Ausbildung durchlaufen, verdient eben weniger als ein angelernter und zumeist männlicher Arbeiter am Band in der Automobilindustrie. Umso mehr muß die Hausarbeit, die Kindererziehung und häusliche Altenpflege, die zumeist an den Frauen hängen bleibt, in der kapitalistischen Gesellschaft weniger wert sein als die Produktion von Waren, die sich auf dem Markt verkaufen läßt.

Scholz ist die Antipode der bürgerlichen Feministin Alice Schwarzer. Letzterer Position genügt es, die Frauen zum Marsch durch die Institutuionen zu animieren. Frauen sollen sich ihren proportionalen Anteil an den Posten, Karrieren und am Geld gegenüber den Männern erkämpfen. Ich kann mich noch an den aufwendig organisierten thematischen Schwerpunkt in den „Nürnberger Nachrichten“ zum Weltfrauentag 2019 genau erinnern. Die Quintessenz, die sich durch sämtliche Artikel der NN zog, war die, daß Frauen die Führungsposten in Politik, Wirtschaft, Universität und Journalismus erkämpfen sollen. – Aber was kommt dann? Diese Frage stellen und beantworten sich die NN nicht. Wird eine mehr von Frauen geführte BRD-Gesellschaft in der Außenpolitik wirklich friedlicher, in der Innenpolitik tatsächlich sozialer?

Im Grunde genommen vertreten die NN und andere im pseudolinken Bereich einen Feminismus für geistig Arme. Jedem Dummkopf und jeder DummköpfIn sollte mittlerweile aufgefallen sein, daß spätestens seit Maggie Thatcher Frauen an den Hebeln der Macht auch Krieg führen und den Sozialstaat im Inneren abbauen, Betriebe der öffentlichen Daseinsvorsorge privatisieren, das heißt der Mehrwertproduktion zuführen können. Dies hängt ganz gewiß von den jeweiligen Frauen, aber auch von den Männern ab.

Tatsächlich können Kriege heutzutage viel schöner von einer Angehörigen des schönen Geschlechts in der Öffentlichkeit gerechtfertigt werden. Würde ein martialisch auftretender (männlicher) General oder Bundesverteidigungsminister (mit dem kleinen Unterschied) die Bundeswehr in Auslandseinsätze führen, käme dies nicht so galant, so emotional, so fein, so rundlich eben rüber wie bei Ursula von der Leyen. Oder wenn in den Medien auch weibliche Bundeswehrangehörige gezeigt werden. Dies ist so schön wie Frauenfußball und Frauenboxen. Aber dieser schöne Aspekt durch das schöne Geschlecht ändert eben nichts daran, daß der Kapitalismus tötet und ausbeutet.

Das Buch „Das Geschlecht des Kapitalismus“ zeigt, daß der Kapitalismus eben männlich ist, da kann auch jede weibliche Verschönerungsmaßnahme nichts daran ändern. Und auch wenn Männer sich innerhalb von Familien immer mehr an der Hausarbeit und an der Kindererziehung beteiligen sollten – die Zuwächse werden sich in bescheidenem Rahmen halten -, so wird sich der brutale Charakter der kapitalistischen Gesellschaft dadurch nicht ändern. Aber um eine andere Gesellschaft geht es den Linksliberalen ja nicht, nur um individuelle Selbstverwirklichung, die Frauen völlig zurecht nicht den Männern alleine überlassen möchten.

Das hier zu rezensierende Buch ist in seiner Erstausgabe im Internet verfügbar, sollte gerade unter sozialrevolutionären Nationalisten gelesen werden. Die Wertabspaltung ist freilich kein Phänomen, das sich ausschließlich auf den weiblichen Arbeitsaspekt begrenzen ließe. Auch auf den Populismus aller Art in der Politik läßt sich dieses Theorem anwenden.

Siehe hierzu:

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2019/03/27/17-arbeitstagung-der-sache-des-volkes/

Was gut ist, gehört allen. Dies ist ein Grundsatz des Sozialismus. – Auf wehleidiges Jammern und Klagen – schon zu Lebzeiten von Robert Kurz -, irgendwelche „Nazis“ und „Rechtsradikale“ würden Robert Kurz verkürzen, können wir keine Rücksicht nehmen, auch nicht in Bezug auf die zentral wichtige Wertabspaltungstheorie der Roswitha Scholz. Zumal wirkliche Nazis keine inhaltlichen Schnittmengen mit Kurz und Scholz bei sich selbst ausfindig machen würden.

Siehe hierzu auch:

https://www.exit-online.org/pdf/scholzbuch.pdf

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:

Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.

Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 9,80 Euro.

Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 9,80 Euro.

Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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