DK und RAF

Das Deutsche Kolleg hatte einst ein programmatischen Text zur RAF verfasst der wohl die allermeisten auf der nationalen Rechten schockte – wahrscheinlich haben den aber die meisten nicht gelesen. Den könnte man nicht nur so lesen das nun das DK und hier wohl vor allem ein SDS-Theoretiker aus Hamburg den RAF-Terror nicht nur rechtferftigte sondern sogar theoretisch zu so was wie einer „neuen RAF“ aurfrief. In dem Text stand nur das die Zeit „noch“ nicht gekommen sei und „vielleicht“ im Moment ein taktischer Fehler sei. Um genau zu sein stand in dem Text „verfrüht“, was ebene etwas impliziert.
Oberlercher, ein SDS-Cheftheoretiker aus Hamburg, unterschied nämlich einen „nationalen Theorie und einen nationalrevolutionären Waffen-SDS“. Für den Theorie-SDS seien er, Dutschke, Rabehl und Krahl gestanden – also Personen mit einem ost- und mitteldeutschen Hintergrund, während die RAF – „der Waffen-SDS“ – aus westdeutschen Erfahrungen geboren sei.

Das (auch) rechtsnationale Schreckgespenst des RAF-Terrorrs interpretiert der Hamburger aber nicht als „rote Verbrecherbande“ sondern als „einziger Versuch einer bewaffneten nationalrevolutionären“ Widerstandstruppe in der BRD – gegen US-Imperialismus und Verräter. Auch als auch gegen Ex-Nazis die sich wie ein Schleyer mit dem Monopoplkapital und den westlichen Besatzungsmächten gemein gemacht hätten – ein Ex-Nazi und SS-Mann. Nationalliberale und Nationalkonservative wie so wie auch viele aus der NS-Szene mögen sagen dies sei „verrückt“, aber genau dies geben auch zumindest der Begründung nach RAF-Erklärungen her.

Den „größten Schrecken“ verbreite der „große Terrorist“, der Inhaber der Gewalt sei, was der „Staat“ sei – also hier der BRD-„Staat“ – wogegen die RAF für den „kleinen Terror“ gestanden sei. Der „kleine Terror“ sei aber durch das völkerrechtliche Widerstansrecht gedeckt. Das kann man rein juristisch-theoretisch durchaus so sehen: Wie etwa beim Widerstansrecht des irakischen Widerstandes gegen die US-geführte „Koalition der Willigen“, insofern nur Besatzungstruppen und Überläufer angegriffen wurde und nicht Zivilisten.

DIe UN-Charta sieht auch theoretisch eine „Verfassung“ als illlegal an die unter Besatzungsdruck endstand, die sei illlegal. Die UN-Recht fasst das Widerstansrecht auch relativ weit: So dürfen nicht nur Ziele im besetzten Land angegegriffen werden, sondern auch militärische und politische Einrichtungen im Land des Besatzer. Was nun natürlich nur rein „theoretisch“ ist: So wird kein Afghane vor Gericht recht bekommen, der argumentiert, es sei ja völkerrechtlich erlaubt den deutschen Bundestag zu sprengen oder einer aus Libyien der die französische Nationalversammlung sprengen möchte – rein theoretisch wäre dies wohl „legal“, was aber „egal“ ist da die „Macht“ bei denjenigen liegt die eben die Macht ausüben können.

Laut UN-Völkerrecht wäre auch die durch die Macht des Faktischen durchgesetzte Totalkapitulation des deutschen Reiches 1945 zumindest in dieser Form illlegal gewesen. Was aber machtpolitisch niemanden stört, da es niemanden gibt der diese Illegalität der Macht besitzt feststellen möchte und erst nicht daraus Konsequenzen zieht. Im Irak war dies anders: Ganz einfach weil es sowohl unter Sunniten wie auch unter Schiiten im Süden genügend gab die zum Mittel des Partisanenkampfes griffen und im Kern einen Abzug der Besatzer erzwangen. Die RAF selbst besaß wohl nur über einige dutzende Kämpfer oder „Terroristen“, der irakische Widerstand alleine in Falludschah wohl über 10.000 und summiert über weitaus mehr im Sadr-City, dem großen Schiitenviertel in Badhdad. Dort wahrscheinlich sogar über eine ganze Armee.

DIe RAF bewegte sich auch „nicht wie ein Fisch im Wasser“ (Mao) sondern einen elitären Zug, ja einen massenfeindlichen, die nun die „Bomben in das rückständige Bewusstsein der Bevölkerung werfen wollte“ (DK-RAF-Erklärungen). Die DK-Erklärungen meint „die Macht“ sei „nur mit Waffengewalt zu erobern“. Das mag an sich von Mao „stammen“. Oberlercher verkennt aber schon die historische Lage wenn er meint schon die RAF habe damals „arabische Kleinterroristen“ als Söldner für den „deutschen Befreiungskampf“ genützt. In Wahrheit war die RAF im Vergleich dazu unwichtig und der arabische „Kleinterrorismus“ nicht so klein oder unwichtig – Im Vergleich. Die RAF robbte ja in arabischen Camps herum und nicht die „unwichtigen“ Araber in deutschen Camps der RAF.

In Folgenden Textpassagen wurde etwas formuliert was juristisch wohl in der BRD höchst angreifbar sein wird, da man gut daran täte „voräufig“ die Frage nach einem neuerlichen bewaffneten Kampf „zurückzuhalten“, aber diese Frage werde sich stellen. „Deshalb“ werde sich über lange Zeit auch „die Frage nach eine neuen RAF“ im nationalen Lager stellen. Weil jeder einzelen Deutsche das Recht habe „souverän zu handeln“. Womit wohl auch hier gemeint war zur Waffe zu greifen und damit zur Gewalt. Und: „Folglich darf auch jederzeit eine Reichsarmeefraktion, als eine neu RAF entstehen“. Niemand habe das „Recht“ dies souveränen Deutschen zu verbieten.

Um ein „Recht“ geht es aber schon lange nicht mehr bei Angreifern und Guerillabewegungen. Da gilt längst in Wahrheit der alte APO-Spruch: „legal-illlegal-scheißegal“. In Wahrheit gehet es seit mindestens Anfang des 20. Jahrhunderts nur um eine Durchsetzungsmacht, die von den Waffen abhängig ist und von der politischen Macht über die man verfügt. Ob und inwiefern Gewaltanwendung „gut“ oder „schlecht“ sei oder wer mehr von dieser angewedent habe, angefangen habe, hängt in der modernen Gesellschaft auch von der Medienmacht ab.

So entstanden etwa bei den linken Antifa-Krawallen in Hamburg beim Globalistengipfel der Eindruck dieser sei nur von einer linksradikalen Randallefans ausgegangen, die auf friedliche „Bullen“ eingeschlagen haben. Dieser Eindruck wurde auch von den meisten rechten Zeitschriften erweckt. Das aber selbst von der Polizei erst im Internet veröffentlichte Video zeigte aber ganzer Durchsicht etwas anderes: Dort war eher zu sehen das die „Randale-Demo“ zuerst von der Polizei massiv angegriffen wurde und die zunächst relativ harmlos verlaufende Demo von den Sicherheitskräften brutal angegriffen wurde. Diese Bilder waren aber nirgends in der Glotze zu sehen und auch berichtetn darüber keine rechten Seiten.

Oberlercher/DK berichteten auch nicht über einen Fakt der zumindest im Denken der „westdeutschen“ RAF aber auch bei den „Ostabhauern“ der SDS zum Bildung von militanten Prügelstudenten und der radikalisierten RAF führte, was mit seinem Antisemitismus zu tun haben wird. Sowohl Dutschke ging in einem Sammelband der APO unter seinem Beitrag „vom Antisemitismus zum Antikommunismus“ wie erst recht die RAF davon aus das man sie als „neue Juden“ töten möchte. Meinhof und andere in der RAF verglichen Stammheim mit Auschwitz, wobei man die Bevölkerung wie „damals“ gegen die Sündenböcke bis zum Progromm aufhetze.

Das war zwar antizionistisch motiviert, aber kaum „antisemitisch, wie beim heutigen Oberlercher. Das dies aber eine wichtige Rolle spielte, müsste er eigentlich wissen, da dies jedem RAF und APO-Befasser bekannt sein dürfte. Die meisten Gutmenschen unterstellen deswegen APO und RAF sie seien „unterschwellig“ antisemitisch gewesen – weil man sich sich mit den Opfern des NS-Regimes gleich gesetzt habe, aber dies angeblich ein „Trick“ gewesen sei um sich als Teil einer „antizionistischen Internationale“ zu verstehen. Diese „Auschwitz-Vernichtungsphantasie“ gegen die APO hat nun Oberlercher aus seiner Einnerung getilgt.

Ebenso wie eine Erklärung zu „Hitler und Dutschke“ völliger Unsinn sein dürfte, weil ihn jeder von den zwei großen Revolutionären Hitler und Dutschke die Rede ist, die sich ergänzten hätten. Davon ahnte aber weder Dutschke damals etwas, noch sonst jemand im SDS – auch nicht ein damaliger Theoretiker des SDS-Hamburg. Das hatte höchstens die Springerpresse behauptet oder teilweise Adorno und Horkheimer. Nur negativ! So wird aufgrund der „Judenkritik“ auch absurder Unfug behauptet, etwa wenn der „Theorie-SDS“ gegen Marcuse gesetzt wird, der aber stets ein Ideengeber des Theorie-SDS war. Einiges scheint eben einer späteren Erfindung zu entstammen oder besser gesagt einer Anpassung an die neue Szene.

So fällt bezüglich Hitlers „Revolution“, die angeblich eine „sozialistische“ gewesen sein soll dem „DK“ auch nur „Arbeisdienst“ und „Betriebszellen“ ein, letztere wurden aber im Kern ausgeschaltet, so das der angebliche „Sozialismus“ keinen Sinn mehr zu ergeben scheint – vorallem nicht bei Zerschlagung aller halbwegs sozialistischen Organisationen und einer beibehaltung der bürgerlichen Eigentumsordnung.

Auch keinen Sinn ergibt die Behauptung Hitler sei ja schon „Demokrat“ gewesen – wie auch der radikale Demokrat Dutschke – was aber beiderseits gegen den „asiatischen Despotismus“ stünde. Hitler habe sich auf eine „Volksmeinung“ bestützt. Logisch! Aber alle „asiatischen Despoten“ doch wohl auch – von Stalin bis Mao und Pol Pot.

Er hat dann natürlich auch recht das die Weimarer „Demokratie“ an Hitler „schuld“ sei, weil diese in Wahrheit mit Hitler-Methoden regierte. Mit Ausnahmezustand und diktatorischen Verfügnissen. In Wahrheit war ja das Parlament seit 1930 entmachtet und es wurde über „Sonderregelungen“ und „Ausnahmezustand“ regiert. Zum Teil gab es eine Regierung, die nur von 10 Prozent der Parlamentarier unterstützt wurde – die aber trotzdem regieren konnte. Weil das „Parlament“ nur mehr auf dem Papier existierte.

Das ist aber für Öberlercher nicht der Punkt. DIe Bestimmungen von Versailles wollten fast alle Parteien rückgängig machen. Gewollt häten dies auch Liberale, das Zentrum, die SPD – aber getan hat dies die NSDAP und das hätte wohl noch deutlicher die KPD getan.

Oberlerchers Schilderung über „Berliner“, „Frankfurter“ und „Hamburger“ ist trotzdem interessant und auch teilweise zutreffend. In Berlin – „der Hauptstadt der Bewegung“ sassen die „Abhauer“ um Dutschke und Rabehl, in Frankfurt die Truppe um den Cheftheoretiker und „Demagogen“ Krahl, aber das dritte große Standbein war Hamburg, wo man unter anderem das berühmte Plakat „Unter den Talaran der Muff von tausend Jahren “ herum trug und es auf der Hochschulen zu einem ideologischen Kleinkampf kam, wo der SDS durch gezielte und erfolgreiche Provos auffliel. Gerade auch damals die Provos von Oberlercher. Er selbst schrieb damals auch gerne Theorie- und Taktik-Texte – auch in Buchform, die aber heute wohl schwer zu bekommen sind. Kann sein, da man ja heute auch die Schrift von Rabehl über „Nationalismus und Marxismus“ schwer bekommen kann (67 erschienen).

In seiner frühen Phase veröffentlichte Oberlercher jedenfalls Hamburger „Szeneklassiker“: „Neue Hamburger Taktik“, „Strategie des pädadogischen Umsturzes“, „Strategie der geselllschaftlichen Bewusstseinsform“, usw. In einem SDS-Arbeitskreis in Hamburg erschienen mehrere Bände zur Interpretierung des Kapitals von Marx.

Das mag heute unverständlich sein: Bei SDS gab es damals Theoretiker die sich erst in ihren 20er-befanden. Keiner war älter als Ende 20. Was aber auch dem Vorurteil der Springerpresse über „Arbeitsscheue“ entsprach, die nichts anders zu tun hatten als pro Monat 30 Bücher zu lesen. Krahl und Dutschke sollen es angeblich sogar auf 60 im Monat gebracht haben.

Oberlecher behauptet das „Hauptwerk“ sei eigentlich gar nicht die Frankfurter Schule gewesen und auch nicht Marx ,sondern der Ungar Janossy mit seinem Buch „Das Ende der Wirtschaftswunders“ – was heute wohl nur noch absolute Experten kennen. Kann sein das dieses er kannte, aber ansonsten wurde diese Schrift bei keinem anderem SDSler, auch nicht den nationalen erwähnt. Zumeist bezog man sich auf Korsch, Luxemburg, Bakunin, Landauer und viele andere. Der SDS-Mann Wolfgang Abendroth hatte sich positiv mit Otto Strasser befasst, ansonsten waren aber „rechte“ Antikapitalisten eher unbekannt. Paetel war zu unbekannt, Niekisch ebenfalls bzw. war vielen über eine Zeit zu DDR-affin, Mohler zu reaktioär, Jünger wurde in der BRD zu unpolitisch. Jüngers „Arbeiter“ erinnert zwar stark an Marcuses „Der eindemensionale Mensch“, verfiel aber in Vergesesenheit und war wohl den meisten APO-Leuten schon zu alt um das neu zu lesen.

Es gibt ein heute auch ein vergessene Hochburg, die im Süden lag und zwar in München, wo damals besonders wilde Vögel der APO unterwegs waren. Dort war die Subversive Aktion ein Renner, entstanden aus der Gruppe Spur, die durch wilde Witz-Provos ein Bürgerschreck waren. Der Chefideologe gibt heute eine Zeitschrift heraus, die vom Verfassungsschutz unter der Rubrik „Rechtextremismus“ beobachtet wird. Um einen Bayer handelt es sich nun nicht, sondern auch um einen „Abhauer“, einen Sachsen.

Aus den Subversiven Aktionen und deren Vorläufer “ Gruppe Spur“ gingen dann die Kommunen in Berlin und München hervor. Deren Konzept war eine „Provo“ mit dem erfolgreichen Ziel die bürgerliche Öffentlichkeit zu schockieren und das jeden Tag neue Berichte über deren Schandtaten in der Springerpresse zu erreichen. So das bald die meisten Bundesbürgern glaubten das seien im Bundesgebiet abertausende, dabei waren es höchstens drei dutzend Aktivisten.

Am interessantesten waren wohl die angeblichen „Sexgeschichten“, wo es jeder mit jedem treiben sollte. Da stand die Presse jeden Tag vor der Tür. In einem Buch eines Experten der damaligen Szene wird dies aber heute als „Provo-Mythos enttarnt“. Der meint zumindest in den berüchtigen „Kommunen“ habe man im Schnitt weniger Sex gehabt – als im Schnitt der Bevölkerung. Das sei nur eine „Provo“ gewesen um Öffentlichkeit zu erreichen.

Verfasser. Sozrev

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Kommentare

  • hanswernerklausen  On 5. Juli 2019 at 14:41

    Kleine Ergänzung: Abendroths Schüler Reinhard Kühnl (später der DKP sehr nahestehend) hatte eine Dissertation über die NS-Linke verfasst, deren Buchausgabe (mit einem umfangreichen Dokumentenanhang) 1965 erschien. Kühnls Dissertation war eine Pionierarbeit, wenn auch gegenüber Otto Strassers Erzählungen manchmal zu gutgläubig. Ich habe allerdings keine Vorstellung, wie viele Leser das Kühnl-Buch damals fand. Strasser selber saß in der BRD zwischen allen Stühlen : für die NS-Nostalgiker war er einer der schlimmsten Verräter, für das politische Spektrum von CDU bis KPD war er Nazi

  • Chris  On 19. Juli 2019 at 15:34

    Schade das diese Seite nur noch so selten aktualisiert wird und dadurch wichtige Themenbereiche (Beispiel Europawahl) aus nationalrevolutionärer Sicht unkommentiert bleiben.

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