Besprechungen (42)

Gottfried Küssel ist wieder in Freiheit. Der bekannteste Neonazi aus Österreich hat in zwei zehnjährige Haftstrafen investiert, die er größtenteils abgesessen hat, um sich diesen Status zu festigen. Er ist auf seine Weise populär, man weiß wer er ist.

Als er im „Häfen“ saß, haben sich nur wenige mit ihm befaßt. Der FPÖ war dieser Mann einfach nur peinlich, ein „Idiot“, wie dies einer meinte; sein ehemaliger „politischer“ Ziehsohn Martin Sellner, heute Chef der „Identitären“, hatte Küssel vergessen, auch vergessen, daß er ihn vergessen hatte. Oder Sellner wollte sich nicht an ihn erinnern lassen.

Wir von der SdV haben immer wieder an Küssel erinnert, auch in der Zeitschrift „Aula“ und auf unserer eigenen Seite. Wer auf unserer Seite auf der linken Leiste in das Suchfeld „Küssel“ eingibt, gelangt zu den Artikel, in denen Küssel hauptsächlich oder nebenbei ein Thema ist.

Siehe unter anderem:

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2016/08/22/besprechungen-28/

Von der Dortmunder Redaktion der Zeitschrift „N.S. Heute“ erhielt Küssel in zwei aufeinander folgenden Ausgaben (vom Mai/Juni und Juli/August 2019) in einem Doppelinterview die Gelegenheit, sein Leben zu erzählen und über seine Standpunkte Auskunft zu erteilen.

Siehe hierzu:

https://www.nsheute.com

Ich möchte jetzt nicht auf alle möglichen Aspekte eingehen, nur auf zwei Themen; zum einen auf den „Ehr“-Begriff Küssels und auf seinen Anspruch, aus dem „eher (…) geistig-intellektuellen Bereich“ zu kommen (Nr. 15, Mai/Juni, S. 18).

Zumal auch beide Themen aus meinem Erfahrungshintergrund zusammenhängen. Das Thema „Ehre“ spielt im oben genannten Doppelinterview keine Rolle, aber sehr wohl Küssels Selbsteinschätzung, ein „Intellektueller“ zu sein.

Grundsätzlich ist es natürlich so, daß das, was man gerne selbst sein möchte, nicht immer mit dem übereinstimmt, was man tatsächlich ist. Sicherlich können auch diesbezüglich die Meinungen auseinandergehen. Bei selbsternannten Künstlern und Intellektuellen sollte immer nach den Werken derselben gefragt werden, und ob es überhaupt solche gibt, die man so oder so subjektiv bewerten könnte. Liegen Bücher, Gemälde, Skulpturen, Gedichte, Opern und dergleichen vor? Vielleicht hat ja Küssel ein Lied komponiert. Aber Musiker sind nicht automatisch Intellektuelle und umgekehrt.

Immerhin kann Küssel singen und Gitarre spielen:

Ich selbst wechselte vor gut zehn Jahren E-Mails mit Küssel, erhielt dabei den Eindruck, daß er der typische neonazistische Anti-Intellektuelle ist. Sicherlich ein Überzeugter, ein Glaubenskämpfer, Fanatiker und Moralist, was ja auf die meisten Neonazis zutrifft, aber eben kein wirklich geistiger Mensch.

Intellektuelle erkennt man daran, daß sie nicht – aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus – s i c h s e l b s t in jedem zweiten Satz als solchen eingruppieren müssen, wie dies beispielsweise auf Götz Kubitschek zutreffen mag. Der ist sicherlich gebildet, aber kein Intellektueller, ein begabter Stratege, Taktiker, Organisator. In einem wirklich deutschen Staat wäre Kubitschek beim Militär gebieben, wäre jetzt sicherlich mindestens Major. Und so ist er halt rechter Verleger geworden. In diesem Bereich kann er sehr wohl sein Organisationstalent erfolgreich einsetzen.

Zurück zu Küssel, der sich vor über zehn Jahren maßlos über mich geärgert hatte. Küssel verfolgte auf der Neonazi-Internetseite „Altermedia“ eine Debatte, die zwischen seinem Kameraden und wahrscheinlichen Freund Gerd Honsik und mir ablief. Honsik hatte sich damals, wie andere im rechten Bereich, wie Herbert Schweiger, Guillaume Faye und Christian Worch, argumentativ auf die Zionisten zubewegt. Anlaß war die „Kärcher-Rede“ des damaligen französischen Innenministers Nicolas Sarkozy im Jahr 2005, der sich gegen den islamisch-nordafrikanischen Einfluß in der französischen Gesellschaft richtete.

Siehe hierzu:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kaercher-schickt-protestbrief-an-sarkozy-a-1117410.html

Der Tenor Honsiks war der, daß es gut sei, daß jetzt auch der „Jude“ Sarkozy (der von seinen Vorfahren her Viertelsjude ist) einsehe, daß auch die Juden etwas gegen die Islamisten in Frankreich zu tun hätten.

Ich hatte damals Honsik in aller Offenheit widersprochen. Ich kritisiere auch gerne Leute, die sich selbst als „Helden“ sehen oder von ihren Sektenjüngern so aufgebaut werden. Ich mache mich diesbezüglich gerne unbeliebt.

Küssel, der die Debatte auf „Altermedia“ mitverfolgte, hatte sich wohl maßlos über mich geärgert. Da er aber kein Intellektueller ist und auch ahnt, daß seine geistigen Potentiale schwach sind, hatte er die Auseinandersetzung in einem anderen Bereich gesucht.

Küssel überlegte sich voller Raffinesse, wo er mich packen kann, wo mein Schwachpunkt, meine Achillesverse liegt. Und er glaubte, diese gefunden zu haben. Über Kommentarspalten von „Altermedia“ erfuhr er, daß ich in Graz bei Burschenschaft Germania „unehrenhaft“ ausgeschlossen wurde.

Siehe hierzu (zweiter Teil):

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2018/11/14/hansjoerg-mueller-lautsprecher-des-verfassungsschutzes/

Aber auch dieses Thema interessierte ihn nicht wirklich inhaltlich; als Nazifaschist geht es ihm nur darum, daß er im Leben schon oft erniedrigt wurde, sich aber auch gerne über andere erhebt. Da er in seiner geistigen Schlichtheit meinte, ich hätte den „Helden“ Honsik erniedrigt, versuchte er gleiches mit mir.

So recherchierte er meine E-Mail-Adresse bei Christian Worch. Dieser ist, nebenbei gesagt, ein ganz anderes geistiges Kaliber, scheut die Auseinandersetzungen auch um das Thema „Juden“ und „Israel“ nicht.

Siehe hierzu:

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/11/03/sdv-gesprach-mit-christian-worch-uber-die-rechte-nationalen-sozialismus-und-israel/

Küssel schrieb mir dann, ich solle mich rasch – im Sinne des Ehrenregelwerks Dr. Busson – bei Germania Graz um Genugtuung bemühen.

Siehe hierzu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Busson

Auf meine Frage nach dem „warum?“ meinte er, daß er sonst keinen Umgang mehr mit mir pflegen würde. Dann bot er sich mir noch an als „Vertreter“ im Ehrenhandel zwischen mir und Germania Graz aufzutreten (sicherlich auch öffentlich, damit Küssel wieder Schlagzeilen macht!). Meine Abfuhr fiel relativ moderat aus, ich hatte Küssel zu verstehen gegeben, daß er a) nicht wichtig ist und b) vor allem für mich nicht wichtig ist. Aber sicherlich wird er sich ungemein freuen, daß ich ihm hier meine Aufmerksamkeit schenke.

Vor allem wird es ihn freuen, daß ich hier erneut seinen rein auf äußere bürgerliche Reputation angelegten, seinen zutiefst undeutschen Ehrbegriff erneut zur Diskussion stelle.

Siehe hierzu:

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2011/04/19/gottfried-kussel-und-kellernazis/

Küssel hatte vor Jahren zig Kleinkriege gegen Funktionäre aus dem FPÖ-Lager geführt, beispielsweise deswegen, weil man ihn und seine Familie von einer Sonnenwendfeier ausgeschlossen hatte. Man hatte von dieser Seite Küssel die Ehre abgesprochen, dann dies wieder zurückgezogen, dann wieder den Rückzug vom Rückzug vollzogen. Kindereien also unter rein physisch erwachsenen Männern.

Für Menschen, die geistig nichts vollbringen können, weil sie diesbezüglich genetisch nichts mitbekommen haben, die aber durchaus in anderen Bereichen begabt sein können, sind solche Kleinkriege sicherlich sehr wichtig, um öffentliche Wahrnehmung zu erfahren. Ein innerer Ehrbegriff, also innere Gewissenserforschung im Stile eines Martin Luther, ist diesen Leuten völlig fremd. Wichtig ist nur, was die anderen Menschen über einen denken. Das ist so armselig …

Siehe hierzu auch:

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2017/09/04/thesen-zum-neonazismus-in-der-brd-eine-neubearbeitung/

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:

Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.

Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 9,80 Euro.

Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 9,80 Euro.

Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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