Gute und böse Gotteskrieger

Da soll sich noch einer auskennen.Die politische Linie unseres Außenministers erscheint auf den ersten Blick paradox. Doch wenn man beim Versuch, das offensichtlich Widersprüchliche verständlich zu machen die wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der hinter ihm stehenden finsteren Mächte in die Überlegungen einbezieht, wird die geopolitische Linie der Bundesregierung erklärbar.

Im Syrienkonflikt stellt sich unsere Regierung auf die Seite der sunnitisch-salafistischen Rebellen. Die laizistische Ordnungsmacht soll verschwinden. Dabei ist, so wie die Dinge liegen, vollkommen klar, dass die Herrschaft der sozial-liberalen Baath-Partei nur durch einen islamischen Gottesstaat nach saudischen Vorgaben ersetzt werden würde. Mit anderen Worten, in Syrien unterstützt man den Kampf für den sunnitisch-islamischen Gottesstaat.

In dem afrikanischen Barbaresken-Staat Mali hingegen sollen die islamischen Gotteskrieger mit militärischen Mitteln bekämpft werden. Das Unverständliche folgt der Logik der Wirtschaftsinteressen. In Syrien kommen noch die Hegemonialinteressen der Israelis hinzu.

Ein Israel feindliches islamistisches, jedoch von Teheran abgespaltenes chaotisches Syrien, bietet dem bei seinen Nachbarn ungeliebten Judenstaat mehr Sicherheit als ein stabiler sozialistischer, mit den Iranern verbündeter Ordnungsstaat. Im Übrigen dürfte sich nach dem Etablieren eines islamistisch-radikalen Gottesstaates auf syrischem Boden jederzeit ein Grund finden lassen, um ihn wieder zu zerstören. Dafür die westliche Welt zu gewinnen, würde sicher keine Schwierigkeiten bereiten, zumal Russland dann eine andere Position beziehen könnte, als bei der gegenwärtigen Konstellation der Kräfte.
Westerwelle hat den bereits kämpfenden Franzosen für den Mali-Einsatz „nur“ logistische Unterstützung angeboten. Keine Kampftruppen. Noch nicht. Jetzt wollen die Herrschaften in Berlin erst einmal wieder gewählt werden. Da kommt ein neuer Kriegseinsatz beim Wahlvolk nicht besonders gut an. Nach der Wahl könnte sich das ändern.

Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit sich der deutsche Michel wieder in den Krieg schicken lässt. Und schließlich kostet das Mali-Abenteuer auch eine Stange Geld, auch dann wenn die Kampfeinsätze von den Franzosen allein getragen würden, denn die teilweise Übernahme der Logistik wird nicht billig sein.

Das Verhalten der Bundesregierung wundert mich nicht, weil mir die Sachzwänge klar sind. Mich wundert, dass sich die Deutschen immer wieder mit läppischen, nichtssagenden Worthülsen dazu bringen lassen an den Wahlvorgängen teil zu nehmen. Wann endlich, wird der deutsche Michel die Schnauze voll haben?

Karl-Heinz Hoffmann

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