Nachruf: Herausgeber der „Staatsbriefe“ Hans-Dietrich Sander verstorben

von Johann W. Petersen

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2017 verstarb nach langer, schwerer Krankheit der Publizist Hans-Dietrich Sander, ehemals Mitarbeiter des berühmten Dramatikers Bertolt Brecht bei dessen Berliner Ensemble, später Feuilleton-Journalist bei der „Welt“ und zuletzt Herausgeber der Zeitschrift „Staatsbriefe“. In der Öffentlichkeit galt Sander in der letzten Phase seines Lebens, sofern man überhaupt – wie der frühere SPD-Politiker Peter Glotz – von ihm Notiz nahm, bestensfalls als „umstritten“, wenn nicht gar als „Rechtsintellektueller“. Dabei konnte Sander auf ein bewegtes und wechselvolles Leben voller – auch politischer – Brüche zurückblicken, so dass allzu simple Zuweisungen, wie sie heute leider üblich sind, seiner Persönlichkeit nicht gerecht werden. Weiterlesen

Deutschland und die Verschärfung der politischen Kämpfe

Neoliberaler Umbau der Gesellschaften und US-amerikanische Hegemonie über die EU zerstörten die Legitimation der politischen Herrschaft

Michael Nier

Das Jahr 2017 wird nicht nur in Deutschland ein Wahljahr von besonderer Spannung, sondern ein höchst weltpolitisches Jahr. Die vorgesehene Wahl von Steinmeier zum Bundespräsidenten ist nur ein Beispiel für die andauernden Versuche „Demokratie“ ohne Demokratie zu praktizieren. Die Bundestagswahl im Herbst 2017 wird vom krampfhaften Bemühen der etablierten Parteien geprägt sein, ihre Kandidaten als die Würdigsten für eine demokratische Wahl aussehen zu lassen. Vermutlich wird das nicht mehr klappen. Nur Politiker, die sich als Beschützer der Nation glaubhaft darstellen können, werden dauerhaft eine politische Chance erhalten. Die Kritik am politischen Personal der Bundesrepublik Deutschland wächst permanent. Nachdem nun die Wirkungen und Rückwirkungen der Globalisierung, d. h. der US-Amerikanisierung, selbst in den USA bei großen Teilen des Volkes zu einem Wutausbruch geführt haben, ist jetzt der Damm gebrochen, hinter dem bisher nur ein Volksgrollen zu vernehmen war. Wie reif die Verhältnisse regiert worden sind zeigt sich am Stil der Präsidentenwahlen. Weiterlesen

Donald Trump und Israel

Donald Trump oder Ein fatales Mißverständnis

Vorweg: Ich hatte weder mit Obama eine Freude, noch wird mir Trump eine solche bereiten wollen. Der eine wie der andere ist bloß Vertreter einer Oligarchie, deren Absichten und Ziele unverändert bleiben. Ich kann daher die Begeisterung über eine Präsidentschaft Trump, wie sie bei vielen zum Ausdruck kommt, in keiner Weise teilen. Nirgendwo mehr als in der Politik wird wieder einmal bestätigt, daß Dinge nicht für das gelten, was sie sind, sondern für das, was sie scheinen. Und damit komme ich zu meinen Ausführungen: Weiterlesen

Freiheitliche Strategen in einer Sackgasse?

In einem Beitrag zur inneren Sicherheit hebt der von vielen geschätzte „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin den „modernen, wehrhaften Staat Israel“ als „Vorbild“ im Kampf gegen IS-Terroristen im Judenstaat hervor. Dabei übersieht er, daß gerade dieser Staat als einer der Urheber des heutigen islamischen Terrors bezeichnet werden kann. Aber diese Nachsichtigkeit gegenüber einem aggressiven Zionismus wird nur noch übertroffen von der plötzlichen Judenliebe mancher Rechter, die mancherorts geradezu peinlich daherkommt. Weiterlesen

Wir sind wieder eingekreist!

Nicht nur innenpolitisch ist „unsere“ Kanzlerin isoliert.

Siehe zu diesem Thema auch:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2017/01/16/die-innenpolitische-isolierung-der-kanzlerin/

Auch außenpolitisch ist Deutschland in seiner Mittellage wieder einmal e i n g e k r e i s t. Unsere Polit-Stümper schaffen es immer wieder!

Wilhelm Zwo hatte es geschafft wie Adolf, nun ist auch Angela zwischen Trump und Putin eingekeilt. Deutschland hat sich lange gewehrt zum Westen zu gehören. Jetzt sind wir völlig überraschend die Führungs-“Macht“ der Westlichen Wertegemeinschaft (WWG). Wer hätte das gedacht? Nicht einmal ich! Weiterlesen

Die innenpolitische Isolierung der Kanzlerin

Der Refugees Welcome Kurs der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der EU für eine Isolation gesorgt. Sowohl die osteuropäischen Staaten, das Baltikum, Großbritannien, Spanien, der „Balkanbund“, aber auch Dänemark, die Niederlande und Frankreich haben bei Merkels „Hippie-Politik“ nicht mitgezogen, auch Österreich ging „Mutti“ später vom Ruder. Die Kanzlerin ist auch auch in der Weltpolitik isoliert, da ihr Kurs von Russland und China und sogar dem Dalai Lama kritisiert wurde. Unterstützung kam nur von Obama und Hillary Clinton – wohl weil die USA selbst kaum Refugees aus islamischen Staaten aufnehmen und die Früchte ihrer Kriegspolitik natürlich Deutschland überlassen. Auch das ist nun vorbei seit Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. Der neue US-Präsident nennt nun jedenfalls die Kanzlerin „geisteskrank“. Weiterlesen

Besorgte Bürger zum Jahresende

Der Weihnachtsfestkreis (Rauhnächte) endet für viele am 6. Januar, für andere erst Anfang Februar. In dieser Zeit wird nicht nur gefeiert, sondern es wird von einigen Besorgten auch die Zeit dafür aufgebracht, über unsere Lage als Volk oder Gesellschaft nachzudenken. Nicht überraschend sind es immer wieder tiefgläubige Mitmenschen mit einem besonders sensiblen Sensorium für die geschundene Welt. Dieselben, dem Anlaß entsprechend, zu bedenkenswerten und beunruhigenden Einsichten gelangen. Im Folgenden Auszüge aus einigen mir zugesandten Schreiben: Weiterlesen

Die 68er sind an allem schuld oder doch nicht?

Jürgen Elsässer hat sich in einer Artikelserie in der neuen Compact-Spezial Ausgabe „Nie wieder Grüne“ sehr profund mit den 68er beschäftigt. Ausgehend auf dem Buch von Heather und Potter „Konsumrebellen“ analysiert der vom Antideutschen zum Nationalpatrioten genesene Schwabe, das sich die 68er nicht um die Klassenfrage kümmerten – im Gegensatz zum Traditionsmarxismus – sondern es ihnen stattdessen um eine libertären Konsumismus ginge, um „Freiheit“ und „Zwänge“. Weiterlesen

Gespräch mit Helmut Müller über Bundespräsidentenwahl in Österreich und FPÖ

SdV: Norbert Hofer hat als FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat knapp über 46 Prozent erhalten. Der Grüne Van der Bellen, der in einem Spektrum von SPÖ, ÖVP über Griss bis Neos unterstützt wurde, konnte sich doch im dritten Wahlgang durchsetzen. Hofer konnte vor allem bei Arbeitern und Angestellten punkten, Van der Bellen in bürgerlichen Schichten. Was ist von van der Bellen zu erwarten?

Helmut Müller: Zunächst dies: Van der Bellens Sieg hat mehrere Väter.  Linksliberal, ein städtisches Muß, deckte gewiß einen weiten Bereich ab, den Hofer  nicht erreichen konnte, u. a. etwa  Intellektuelle, Kunstschaffende  und gebildete Bürgerliche. Und Frauen und  junge Menschen hat der  rotgrüne  Kandidat durch ein  großväterlich-besonnenes  Auftreten gewonnen. Sein ideologischer Hintergrund (ehem. „Kommunist“) wurde  von seinen Wählern  ignoriert, von der Konkurrenz  dagegen   übertrieben vorgeführtWas ist von ihm zu erwarten? Jedenfalls  keine großen Veränderungen, den  Kurs seines Vorgängers dürfte er fortführen wollen, wird das linke Segment seiner Ex-Partei sogar enttäuschen müssen.  Im Hinblick auf die nächsten Nationalratswahlen muß er ohnehin vorsichtig agieren, will er nicht den Zulauf zur FPÖ  forcieren.   Der Angelobung einer blauen Regierung wird der EU-Sympathisant Van der Bellen  nicht im Wege stehen, da die Freiheitlichen ihr EU-Bekenntnis bei gleichzeitig taktischer  EU-Kritik aus nachvollziehbaren Gründen jetzt eher verstärken dürften.  Nicht zuletzt wird Van der Bellen  kräftemäßig haushalten müssen, was politische Parforceritte von seiner Seite eher ausschließen würde. Aber zum Mauscheln mit Gegnern der FPÖ könnte es schon noch reichen. Weiterlesen