Category Archives: Literatur

Besprechungen (30)

Ein Fossil ist wieder ausgegraben worden! Es heißt „N. S. Heute“ und ist eine Zeitschrift von und für Neonazis.

Siehe:
http://www.nsheute.com

In den 1980er und 1990er Jahren, als ich begann mich für nationale beziehungsweise rechte Politik zu interessieren, wurde das Gemeinschaftsgefühl gerade des NS-Spektrums auf der medialen Ebene vor allem durch Szene-Zeitschriften gepägt. Mit dem Aufkommen des Internets in den 2000er Jahren, da nun nahezu jede lokale Kameradschaft eine Internetseite betreibt, die viel aktueller gestaltet werden und die theoretisch jedermann, der über einen Internetzugang verfügt, erreichen kann, sind die gedruckten Zeitschriften gerade von politischen Randgruppen von Jahr zu Jahr immer mehr eingegangen. Weiterlesen

SdV-Gespräch mit Sascha Krolzig über NS heute

SdV: Lieber Sascha, Du bist Landesvorsitzender der Partei „Die Rechte“ in Nordrhein-Westfalen. Erkläre den Lesern bitte kurz das Konzept Deiner Partei, das Euch auch von NPD und „Drittem Weg“ unterscheidet.

Sascha Krolzig: Das Konzept der Partei DIE RECHTE unterscheidet sich von Parteien wie der NPD oder dem Dritten Weg weniger im Hinblick auf die politischen Inhalte, sondern mehr bezüglich des strategisch-taktischen Aufbaus. DIE RECHTE ist von unten nach oben aufgebaut, was konkret bedeutet, daß bei uns die Landes- und Kreisverbände weitgehend selbständig politisch arbeiten. Um das an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen: Die meisten unserer Kreisverbände geben eigenes, auf die jeweilige Region zugeschnittenes Informations- und Propagandamaterial heraus Schließlich weiß der Kreisverband Dortmund am besten, welche Themen gerade in Dortmund aktuell sind; der KV Magdeburg weiß, was in Magdeburg gerade für Gesprächsstoff sorgt; der KV München weiß, über welche Themen in München geredet wird und so weiter. Ein Flugblatt, das die Probleme mit dem Asylantenheim um die Ecke thematisiert, ist für die Bürger nämlich viel interessanter als ein allgemeines Flugblatt zur Währungskrise. Weiterlesen

Nachruf: Herausgeber der „Staatsbriefe“ Hans-Dietrich Sander verstorben

von Johann W. Petersen

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2017 verstarb nach langer, schwerer Krankheit der Publizist Hans-Dietrich Sander, ehemals Mitarbeiter des berühmten Dramatikers Bertolt Brecht bei dessen Berliner Ensemble, später Feuilleton-Journalist bei der „Welt“ und zuletzt Herausgeber der Zeitschrift „Staatsbriefe“. In der Öffentlichkeit galt Sander in der letzten Phase seines Lebens, sofern man überhaupt – wie der frühere SPD-Politiker Peter Glotz – von ihm Notiz nahm, bestensfalls als „umstritten“, wenn nicht gar als „Rechtsintellektueller“. Dabei konnte Sander auf ein bewegtes und wechselvolles Leben voller – auch politischer – Brüche zurückblicken, so dass allzu simple Zuweisungen, wie sie heute leider üblich sind, seiner Persönlichkeit nicht gerecht werden. Weiterlesen

Donald Trump oder Ein fatales Mißverständnis

Vorweg: Ich hatte weder mit Obama eine Freude, noch wird mir Trump eine solche bereiten wollen. Der eine wie der andere ist bloß Vertreter einer Oligarchie, deren Absichten und Ziele unverändert bleiben. Ich kann daher die Begeisterung über eine Präsidentschaft Trump, wie sie bei vielen zum Ausdruck kommt, in keiner Weise teilen. Nirgendwo mehr als in der Politik wird wieder einmal bestätigt, daß Dinge nicht für das gelten, was sie sind, sondern für das, was sie scheinen. Und damit komme ich zu meinen Ausführungen: Weiterlesen

Freiheitliche Strategen in einer Sackgasse?

In einem Beitrag zur inneren Sicherheit hebt der von vielen geschätzte „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin den „modernen, wehrhaften Staat Israel“ als „Vorbild“ im Kampf gegen IS-Terroristen im Judenstaat hervor. Dabei übersieht er, daß gerade dieser Staat als einer der Urheber des heutigen islamischen Terrors bezeichnet werden kann. Aber diese Nachsichtigkeit gegenüber einem aggressiven Zionismus wird nur noch übertroffen von der plötzlichen Judenliebe mancher Rechter, die mancherorts geradezu peinlich daherkommt. Weiterlesen

Die 68er sind an allem schuld oder doch nicht?

Jürgen Elsässer hat sich in einer Artikelserie in der neuen Compact-Spezial Ausgabe „Nie wieder Grüne“ sehr profund mit den 68er beschäftigt. Ausgehend auf dem Buch von Heather und Potter „Konsumrebellen“ analysiert der vom Antideutschen zum Nationalpatrioten genesene Schwabe, das sich die 68er nicht um die Klassenfrage kümmerten – im Gegensatz zum Traditionsmarxismus – sondern es ihnen stattdessen um eine libertären Konsumismus ginge, um „Freiheit“ und „Zwänge“. Weiterlesen

Der doppelte Trump

Noch vor etwa zwei Wochen schien das Präsidentschaftsrennen in den USA gelaufen zu sein. Hillary Clinton lag scheinbar uneinholbar in den Umfragen vorne, mit einem Vorsprung von bis zu 12 Prozent. Dies scheint nun Makulatur zu sein, da nach diversen Enthüllungen – unter anderem von Wikileaks – Donald Trump nach der neuesten Umfrage sogar vorne liegt, wenn auch nur nach absoluten Zahlen und nicht wie in den USA entscheidend bei den „Wahlmännern“. Trump kommt nach jener Umfrage auf 46 Prozent und Hillary nur mehr auf 45 Prozent. Weiterlesen

Besprechungen (29)

Die Masseneinwanderung, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im letzten Jahr losgetreten hatte, erfordert eine neue Lageanalyse und vor allem neue Antworten. Dieser Notwendigkeit wird die neu erschienene Buchbroschüre aus der „Thule-Bibliothek/Ahnenrad der Moderne“ gerecht, die seit Jahren vom promovierten Philosophen Pierre Krebs betrieben wird. Der Titel „Was tun?“ zeigt, daß man auf der Rechten fähig ist, bekannte Buchtitel aus der linken Klassikerliteratur, wie den von Wladimir Iljitsch Lenin, zu kopieren, ohne freilich die gleichmacherischen Inhalte von dort zu übernehmen. Weiterlesen

Die AfD am Scheideweg

Die Alternative für Deutschland legt mächtig zu, das deutsche Volk ist um eine Hoffnung reicher. Ob diese sich im Sinne der Mehrheit der AfD-Wähler auch so erfüllen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig bejaht werden. Einiges spricht doch dagegen, und ob das Übernehmen der riskanten Strategie einer anderen Partei sinnvoll wäre, darf durchaus jetzt schon hinterfragt werden. Zumindest wenn man mehr als nur eine Regierungsbeteiligung und systemerhaltende Reformen anzustreben bereit wäre. Weiterlesen

Besprechungen (28)

Der den SdV-Lesern bekannte Autor Werner Bräuninger hat sich an ein besonders heißes Eisen herangewagt. Aus seinen jahrelangen Recherchen über Michael Kühnen ist eine über 700 Seiten starke Biographie entstanden. In chronologischer Reihenfolge erzählt der aus Hessen stammende Historiker Leben und politisches Wirken des bekanntesten deutschen Neonazi-Führers der Nachkriegszeit. Bräuninger läßt die Quellen sprechen, hat mehrere Archive ausgewertet und zig Zeitzeugen befragt. Weiterlesen