Frankreich: Linke wirbt um Wähler der Front National

Wir geben hier an dieser Stelle einen Artikel aus der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ vom 24.04.2012 wieder.

Hollande an Le Pen-Wähler: „Die Linke verteidigt euch“

Der Sozialist setzt auf die „rechte Karte“ und will die Wähler der Front National von sich „überzeugen“. Auch Amtsinhaber Sarkozy rittert um deren Stimmen.

Der als Favorit gehandelte Hollande erklärte daher am Dienstag, dass er die rechtsextremen Wähler von sich und seinem Programm „überzeugen“ möchte. Immerhin komme ein Teil von ihnen aus dem linken Lager, sagte er der Zeitung „Libération“. Weiters betonte er, dass seine Wahlkampf-Strategie drei Teile umfasse.

„Soziale Wut“ brachte FN den Erfolg

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat will demnach zunächst diejenigen mobilisieren wolle, die nicht zur Wahl gegangen seien. An zweiter Stelle wolle er alle „ernsthaften Republikaner“ ansprechen, denen das Wohl Frankreichs am Herzen liege. Und dann gehe es um die Wähler der Rechtsextremen Marine Le Pen: „Ich muss sie überzeugen, dass es die Linke ist, die sie verteidigt“, sagte Hollande. Diese Wähler seien nicht automatisch Anhänger rechtsextremer Ideen, sondern würden vor allem eine „soziale Wut“ zum Ausdruck bringen.

Doch auch auf die Stimmen aus der linken Wählerschaft will er nicht verzichten. Ein Umschwenken auf einen extrem rechten Kurs sei von seiner Partei daher nicht zu erwarten. „Ich werde nicht den Fehler begehen, nur zu den anderen zu sprechen und unsere zu vergessen“, so Hollande. Die unterlegenen linken Kandidaten, darunter Jean-Luc Mélenchon, haben bereits ihre Unterstützung für Hollande in der Stichwahl gegen Präsident Nicolas Sarkozy deutlich gemacht.

Amtsinhaber Nicolas Sarkozy will ebenfalls um die Wählerschaft von Marine Le Pen rittern. Bereits im Wahlkampf hatte er auf die „rechte Karte“ gesetzt.

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Kommentare

  • sozrev  Am 25. April 2012 um 12:14

    Apfel vergleicht die nationalzionistische Le Pen-Partei mit der NPD. Na gute Nacht.

    http://ds-aktuell.de/?p=1556

    Hat Apfel noch nicht gemerkt das Sarkozy längst eine Regierungsbeteiligung des FN einplant?

  • Schwab  Am 25. April 2012 um 13:22

    Parteipropaganda ist nicht mit Politikwissenschaft gleichzusetzen!

    Immerhin ist der FN eher mit der NPD vergleichbar als die FPÖ.

  • sozrev  Am 26. April 2012 um 14:06

    Würde eher sagen mit der alten Frey-DVU plus Israelsolidarität.

  • Freidenker  Am 26. April 2012 um 14:22

    Leider ist die NPD geistig meilenweit vom Front National unter Marine Le Pen entfernt. Oder wäre die Gründung einer „Union der Deutschen Juden“ in der NPD etwa denkbar? In der NPD ist aktuell ja nicht einmal eine Vorsitzende denkbar! Die NPD kommt vom völkischen, rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Gedankengut einfach nicht los.

  • sozrev  Am 26. April 2012 um 14:45

    Die prozionistische Linie ist ja nicht wirklich neu. Ihr Vater hatte sich ja schon als Bewunderer von Ariel Sharon bezeichnet. Trotzdem war der „Alte“ wohl Antisemit wenn er behauptete Juden wollten die Grenzen Frankreichs zerstören. Erinnert auch an den Vlaams Belang der auf Israelsolidarität macht, wo aber Funktionäre dann vor der Kamera Lieder singen die welchen sich über die Ermordung von Juden in den Gaskammern lustig gemacht wird. Ein weiterer dieser Experten ist Vadim Tudor von der Großrumänischen Partei der ebenfalls israelsolidarisch ist aber Juden zu den „Feinden Rumäniens“ zählt. Bei bestimmten Teile der nationalen Rechten muss man von einer antisemitischen Israelsolidarität ausgehen.

  • Freidenker  Am 27. April 2012 um 19:48

    „Bei bestimmten Teile der nationalen Rechten muss man von einer antisemitischen Israelsolidarität ausgehen.“

    Leider ist dem so. Da sind mir nicht-antisemitische Israelfeinde oft sympathischer, als antisemitische Israelfreunde.

    Marine Le Pen jedoch steht aufrichtig gegen Antisemitismus, Rassismus und NS-Ideologie. Marine ist eine Hoffnung für den europäischen Nationalismus und könnte eine großartige französische oder europäische Präsidentin sein. Und sie ist ein gutes Vorbild für alle heutigen Mädchen und Frauen. Das Frauenbild der NPD oder gar von HDJ und Co kann ich als sex-positiver Feminist nicht vertreten.

  • sozrev  Am 2. Mai 2012 um 15:32

    Marine Le Pen würde gut in eine Koalition mit Sarkozy passen. Dann würde sich ihre Partei aber wahrscheinlich zerlegen, die Wähler würden wieder abwandern. So wie es der FPÖ in der Regierung mit der bürgerlichen ÖVP erging. Die Wähler der Front National scheinen auch gespalten zu sein. 54 Prozent wollen Sarkozy wählen, 46 Prozent den sozialdemokratischen Kandidaten.

  • sozrev  Am 2. Mai 2012 um 15:39

    Die erwähnte Großrumänische Partei gehört im übrigen nicht zur nationalen Rechten sondern vertritt eher einen völkischen Nationalkommunismus. Tudor ist Ceausescu-Anhänger.

  • Freidenker  Am 2. Mai 2012 um 17:08

    Ich hoffe inständig, dass Sarkozy abgewählt wird, seine Partei zerbricht und Marine Le Pen profitiert.

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