14 Tote: Deutscher Islamist an Mehrfach-Selbstmordanschlag im Irak beteiligt

Baiji. Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen in einem Dorf nahe der umkämpften irakischen Stadt Baiji mit 14 Toten hat sich offenbar auch ein Attentäter aus Deutschland in die Luft gesprengt.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, veröffentlichte die Islamisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in sozialen Netzwerken die Bilder der Attentäter, unter denen sich auch ein Deutscher mit dem Kampfnamen Abu Ibrahim al-Almani befand. Im Begleittext zu dem Foto heißt es, der – offenbar konvertierte – Deutsche sei in einem mit Sprengstoff beladenen Auto in eine Militärbasis gefahren und habe den Wagen dort explodieren lassen. Nach Angaben der irakischen Behörden kamen bei dem Vierfach-Anschlag 14 Menschen ums Leben, darunter neben regulären Soldaten auch Kämpfer schiitischer Milizen und Polizisten. Abu Ibrahim al-Almani ist damit mindestens der dreizehnte aus Deutschland ausgereiste Islamist, der sich im Irak oder Syrien in die Luft gesprengt hat.

Seit 2011 kämpfen Armee und Rebellen um die Vorherrschaft im Mittelmeerland Syrien. Ende 2013 wurde die Zahl der Rebellen auf etwa 100.000 geschätzt, etwa die Hälfte davon gehörte einer Studie zufolge zum selben Zeitpunkt sunnitischen Islamisten-Milizien wie der Jabhat al-Nusra oder dem auch grenzübergreifend im Irak aktiven Islamischen Staat (IS) an. Seit September 2014 wird allein für den IS in beiden Ländern von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen nach Berechnungen der UN vom Herbst 2014 aus dem Ausland. Die EU schätzte Anfang 2015, daß bis zu 6.000 Personen aus EU-Staaten in das Kriegsgebiet ausgereist sind, während die spanische Polizei zum selben Zeitpunkt von mindestens 30.000 Ausreisen aus der EU ausging. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Aus Deutschland sind mindestens 680 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien und in den Irak ausgereist. Mindestens 85 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen oder irakischen Armee, der jeweiligen Regierung nahestehenden, oftmals schiitischen Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Inzwischen agieren sie dort nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Selbstmordattentäter: In mindestens dreizehn Fällen sprengten sich aus Deutschland ausgereiste Islamisten in die Luft. Es wird befürchtet, daß in den Konflikten weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)
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