Gauland, die AfD, die Gutmenschen und das Logik-Problem

Die AfD bleibt weiterhin ein Topthema in den Medien und der Berichterstattung. Zum einem wirft man nun Alexander Gauland vor er habe das 3. Reich zumindest verharmlost. Gauland, Ex-CDU, hatte das 3. Reich als einen „Fliegenschiss“ angesichts der tausendjährigen deutschen Geschichte bezeichnet. Gauland ging es nun eher darum aufzuzeigen, dass eben die deutsche Geschichte nicht nur aus 12 Jahren bestünde, sondern die Verkürzung eben jener auf „Hitler“ absurd sei. Nun wird aber seit Jahrzehnten der Eindruck erweckt die deutsche Geschichte habe 33 angefangen und 1945 geendet. Der AfD-Topmann wehrte sich nun mit dem Hinweis, er habe damit doch seine Verachtung gegen das verbrecherische Regime von 33 bis 45 zum Ausdruck gebracht.

Gauland wurde im sogenannten „Stahlhelm-Flügel“ der Unionsparteien sozialisiert und versteht die Aufregung wohl nicht so ganz. Alfred Dregger und auch Strauß (CSU) hatten ja nichts anderes gesagt – in den 1970ern und 1980er-Jahren. Auch der Ex-SPD-Kanzler Helmut Schmidt hatte sich immer ähnlich geäußert, wenn auch mit feinerer Wortwahl. Was die Gauland-Kritiker aber ihrerseits nicht verstehen ist die „Hitlerisierung“ ihres Denkens.

Scheinbar hat Hitler entgegen anders lautenden Gerüchten doch nicht den Krieg „verloren“. Ganz einfach, weil scheinbar so gut wie alles in der BRD an der Person Hitler gemessen wird und hinter fast jedem politischen oder halbpolitischen Gedankengang „Hitler“ bemüht wird. Hitler ist nicht „wieder da“ wie ein ulkiger Roman- und Filmerfolg meinte, sondern er war nie weg. Jenes berühmte Testament von Hitler aus dem Führerbunker aus dem April 1945, wird scheinbar vollstreckt. Die deutschen die sich als zu „schwach“ erwiesen hätten, sollten doch vor der Geschichte vergehen, so Hitler in seinen letzten Tagen. Vielleicht sollte man die Nationalmasochisten als die „Apriler“ bezeichnen?

Die deutschen Gutmenschen meinen nun natürlich ihr Handeln sei „moralisch“, aber diese Pseudomoral ist nur eine Geburt der totalen Niederlage. Sieger können wie viel „Verbrechen“ auch immer begehen, es kommt in Wahrheit nur auf Sieg oder Niederlage an und nicht auf die „Moral“. Wie viele Verbrechen Mao oder Stalin begangen haben interessiert die meisten Russen und Chinesen kaum – weil diese keine Verlierer waren. Sicherlich werden viele Chinesen und Russen Verbrechen einräumen aber mit dem großen Nachsatz „ja aber, moment mal….“ So das sich selbst russische Antikommunisten „hinter“ Stalin stellen – als Retter des Vaterlandes im „vaterländischen Krieg“. „Anti-Hitler“ hat so gar nichts mit „Moral“ zu tun, sondern ganz einfach mit einer totalen Niederlage.

So kämpfen die Nationalmasochisten gegen „Hitler“, in dem Hitler vollstreckt werden soll. Natürlich fällt das aber kaum einem Nationalmasochisten auf, was ja logisch sein dürfte. „Hitler“ und „Auschwitz“ sind ja die „Identität“ der Masochisten und der BRD in Gesamtheit. So das aus diesem Spektrum auch niemand Hitler „aufarbeiten“ will oder „überwinden“ – was wäre man schließlich ohne das geistige negative Ehrendenmal „Hitler“?

Die These von der „Hitlerisierung“ der Gutmenschen ist aber gar nicht neu, sondern wurde bereits von Franz Schönhuber in einem seiner Bücher, in den frühen 80ern vertreten – bevor dieser REP-Chef wurde. Dies wurde seit dem aber wohl noch evidenter. Schönhuber zitierte darin gar den späten Hitler, der irgendwie im Zitat ganz den antinationalen Gutmenschen entsprach. Neben der „Vernichtung“ gäbe es für die Deutschen noch eine „Alternative“ und zwar eine „Unterordnung“ bis hin zur Nationsvergessenheit, was ein angeblich „verdientes Schicksal“ sei – nach Hitler.

Siehe: https://www.amazon.de/Freunde-Not-Franz-Sch%C3%B6nhuber/dp/3784419658/ref=la_B001K1E92I_1_6/258-6919589-3725314?s=books&ie=UTF8&qid=1528242743&sr=1-6

Innerhalb der „Szene“ gibt es dann die Ansicht der Verräter Hitler sei zu verteidigen als „Anti“ zum System BRD. So das aber die Hitler-Freunde nicht aus dem Kreiskauf ausbrechen können der für eine fehlende nationale Souveränität steht, die sich über die Identifiation mit Hitler ergibt. So streitet man sich in der kleinen Szene nur mit den Gutmenschen über Hitler – wobei sich beide unterschiedlich auf Hitler beziehen – negativ und positiv. So das bei beiden Hitler die „Identität“ bestimmt. So das der Neonazi nur die anderen Seite der antinationalen Medaille ist. Nun wird dies zumeist nicht verstanden, was aber nur für eine analytische Schwäche stehen mag.

Hitler wird aber immer „erfolgreicher“, so das nicht nur nicht aus den Gedanken der Nationalmasochisten zu vertreiben ist, sondern sich ständig vermehrt und fortpflanzt, so das er zum Präsidenten in Libyien, Syrien, Iran, Serbien oder gar Russland brachte. Nie war mehr Hitler. Das Hitler-Spiel kann ja in der BRD nicht im Inland völkermörderisch werden, so das man sich im WWG-Kontext auf ausländische „Hitlers“ fokusieren muss. Niemand kann ja Dresden oder Erfurt im Jahr 2018 bombardieren lassen, sondern „Bomber Harris do it again!“ hat nur eine reale Chance in Bani Walid, Syrien und anderswo. So das ein deutscher Antideutscher kaum eine Chance hat Deutsche zu töten, sondern das müssen der realen Logik nach „rassenfremde“ sein.

Alexander Gaualand möchte nun anders als die Antifa „deutsche Interessen“ verteidigen und zwar imperialistisch in Nordafrika und im Nahen Osten. So das er sich zu Trump, NATO und Bibi (Israel) bekennt. Dass es sich dabei nicht um einen „deutschen Imperialismus“ handelt ist auch klar, sondern um einen rechtswestlerischen, in dem die BRD ein „Partner“ bleibt, aber selbst nicht anschaffen kann und darf, in einer Unterordnung. Aber Gauland verlangt sicherlich mehr „Respekt“ und ein wenig mehr vom „Kuchen“ im WWG-Bündnis.

Natürlich ist zumindest für die AfD-Wähler Hitler auch schon wieder Kanzler – der heißt nur Merkel und ist eine Frau. Dann gibt es da noch die Antifa als „rotfachistische SA“, während sich in dieser die einzelnen Gruppen darum streiten welche widerstreitendende Gruppe zu welchen „Naziflügel“ gehören soll. Nach der Psychoptahologie des „Hitler-Spieles“ müsste es in Deutschland fast nur „Nazis“ und „Hitlers“ geben, die sich alle darum streiten wer nun der „wahre“ Hitler sei.

Einen höhepunkt fand das Hitler-Spiel im Bundestagswahlkampf 1980, wo Strauß für seine linken Gegner „Hitler“ war und für Strauß die linken Gegner „Goebbels-Nazis“. So das in dieser absurden Gedankenwelt 1980 Hitler gegen Goebbels kandierte. So stritten sich dann auch rein „links“ die Rivalen Helmut Schmidt und Oskar Lafontaine später wer der größere „Nazi“ sei. Lafontaine unterstellte Schmidt er könne mit seinen preußischen Tugeneden auch ein „KZ führen“, während Schmidt später zurückkeilte, es gäbe in Deutschland „einen nationalen Sozialisten“ und zwar Lafo. Was offenbar auf einen Nazivorwurf zielte.

Gaulands-Rede ist aber bei genauer Sicht eine rechte „Kollektivschuldthesen“-Bejahung, da Gauland von „unserer Verantwortung“ für die 12 Jahre sprach. Welche „Schuld“ soll aber nun ein Alexander Gauland tragen, der zwar noch im 3. Reich geboren war, aber 1945 noch ein Kind war? Der Logik nach kann erst recht niemand eine „Verantwortung“ für was auch immer tragen der 1965 oder gar 1995 gebürtig ist. Gauland überträgt immer wieder die „Verantwortung“ auf eine Kriegsunterstützung etwa für Israel als „deutsche Staatsräson“. Hier ist er sich mit Merkel bis Joschka Fischer einig.

So bezieht sich Gauland etwa positiv auf Kaiser Karl den Großen. Aber ist Gauland oder jemand des Jahrganges 1995 „verantwortlich“ für Kaiser Karl den Großen? Falls man jenen nämlich unsachlich sehen wollte, könnte man meinen, das dieser mehr Kriege als Hitler oder sonst wer geführt habe – nämlich an die 80. Wer, der heute lebt, soll aber für die „Sachsenschlächterei“ verantwortlich sein? Wer ist für den dreißigjährigen oder hundertjährigen Krieg verantwortlich? Gauland und ein 20-jähriger sicherlich nicht und auch nicht jemand der im Jahr 1815 lebte.

Das ist so absurd, wie wenn man behaupten würde, die heutigen Italiener seien für Mussolini verantwortlich oder für die Kreuzzigung von Jesus oder für die römischen Feldzüge gegen Germanien. Gauland ist ja auch nicht für Stauffenberg oder Bismarck – positiv – „verantwortlich“. Er bezieht sich nur auf jene.

Die beliebteste These der Phrasendrescherei, ist es gehe um „Wiedergutmachung“, aber vergangene Historie und auch historische Verbrechen kann niemand „wiedergutmachen“. Wie auch? Die Toten – welche auch immer – werden nicht aus den Gräbern auferstehen, eher werden durch den Drang zur „Wiedergutmachung“ neue produziert – durch den neo“antfifaschismus“ des Imperialismus. Für einige heißt dann „Wiedergutmachung“ gar die Forderung nach einem nuklearen Holocaust gegen angebliche „Hitler-Völker“. Die „Entsühnung“ soll über einen Völkermord funktionieren – gegen die nun angeblich „richtigen“. Natürlich im Namen von „Menschenrechten“, „Demokratie“ und „Anti-Hitler“.

Alexander Gauland dürfte es aber um eine „selbstbewusste Nation“ gehen, die Hitler teilweise überwindet, wie aber gesehen nicht wirklich – an dem negativ die Nationanalmasos festhalten wollen . Wogegen aber gerade der AfD-Bundesvorstand einen Beschluss gefasst hat. So findet es jener befremdlich das die AfD-Jugend bei einem Kongress in Thüringen ALLE drei Strophen des Deutschlandliedes sang. Es geht um „Deutschland, Deutschland über alles“. Das soll mal wohl wieder was mit „Hitler“ zu tun haben. Dies stand zwar nicht explizit in der Erklärung, war aber wohl gemeint.

Nun war damals, als die deutsche Nationanalhymne gedichtet wurde, noch nicht einmal Hitlers Mutter auf der Welt und das Deutschlandlied wurde auch im 3. Reich nicht gesungen, mit dem Verweis es sei zu „demokratisch“. Im 19. Jahrhundert wurde das Lied von Nationalliberalen, Demokraten und patriotischen Linken angestimmt, später auch von den Bismarckianern. Die damalige rechte „Reaktion“ hatte ein Problem mit dem Lied weil das gesamtdeutsche-demokratische nicht auf der Agenda stand. Weder Volksherrschaft, noch die Einigung der Nation.

Um einen wie heute unterstellt „chauvinistischen“ Text handelt es sich nicht sondern das „Großdeutsche“ zielte auf die Befreiung der Völker. So das es nicht um einen „deutschen Imperialismus“ ging, sondern um ein Europa der Nationalstaaten und Völker, was logischerweise gerade auch der deutschen Nation die Befreiung bringen sollte.

Nun haben wir es hier aber mit einer geistigen-sprachlichen Verwirrung zu tun. So demonstrierten etwa Gutmenschen und Antifa gegen die AfD mit der Parole, die AfD missbrauche das Hambacher-Fest“. Das nun aber die antinationale Antifa das Ansinnen der Nationalliberalen von damals gegen die AfD „verteidigen“ will, ist schon etwas ganz neues. Wahrscheinlich will die Antifa, die unter „No Nations, No Borders“ auftritt, doch nicht sagen, dass sie für „Hambach“ steht und die AfD nicht.

Es könnte einfach sein das die Antifa zu jeder Parole greift um eine Demo gegen die AfD zu veranstalten. Falls diese Parole nämlich „ernst“ gemeint sei, müsste ja jemand meinen die antinationale Antifa streite sich nun mit der AfD um die Auslegung von „Nationalliberal“. Das ist nun Quatsch hoch drei, zeigt aber die geistige Verwirrung der Antinationalen auf. Zumindest taugt dies dazu um sich über dieses Spektrum „lustig“ zu machen.

Aber zurück zur inkriminierung des kompletten Deutschlandliedes durch den AfD-Bundesvorstand. Der zeitgeistliche Unsinn ergibt sich schon daraus, wenn man der deutschen Sprache mächtig ist: „Deutschland über ALLES“ und nicht etwa „Deutschland über ALLEN“. Deutschland über ALLES ist ein geistig-ideeler und philsophischer Wert und kein „chauvinistischer“. Die Linke hat selbst vergessen das sie damals den „radikalsten“ Flügel in der nationalen Einigungsbewegung bildete – am deutlichsten „großdeutsch“ und volksherrschaftlich-radikakaldemokratisch-national. Dagegen waren die Nationalliberalen auf „lavieren“ ausgelegt. Der historischen nationalliberalen Tradition hat aber gerade der Beschluss des AfD-Bundesvorstand gerade keinen Gefallen getan und ganz sicher nicht der selbstbewussten Nation.

Die AfD-Jugend verwies zurecht darauf, dass er ihr beim Absingen der Nationalhymne in Kompletität um das historische Erbe ging, welches durch den Beschluss politisch korrekt kontakariert werde. Eine solche Diskussion ist aber an sich nur in Deutschland möglich, so das über solcherlei Verbeugungen vor dem Zeitgeist in fast allen anderen Ländern der Welt nur der Kopf geschüttelt werden würde. Die französische Nationalhyme zeichnet sich nach gutmenschlicher Diskussion etwa durch eine besondere „blutrünstigkeit“ aus. Was aber Franzosen nicht interessiert, so das sich kaum jemand weigern würde die Hymne zu singen.

Falls sich aber nun Antinationale und auch der AfD-Bundesvorstand über „großdeutsches“-historisches aufregen müsste diese gegen die niederländische Hymne intervenieren. Zwar hat sich die „germanische“ niederländische Nation längst vom Deutschtum getrennt, zu einer eigenen Nation entwickelt, aber in der niederländischen Hymne ist vom „deuschen Blut“ die Rede.

Der AfD-Bundesvorstand besteht allerdings nicht aus Historikern, sondern vor allem aus Leuten die am liebsten mit einer entmerkelisierten CDU, der CSU und FDP regieren wollen – irgendwann. Dieser Bürgerblock bedeutet auch etwas ganz anderes als um 1848 herum, da es damals unter den Bedingungen der Zeit dem Bürgertum um eine „revolutionäre“ Nationalisierung ging – gegen die alteuropäische rechte Reaktion. Die radikale Linke war damals noch radikaler, radikalisiert über Marx und Engels, konnte aber nicht die Macht ergreifen, da die Proletarisierung erst später einsetzte – so das damals bis zu 90 Prozent zur bürgerlichen Klasse gehörten.

Die Programme von damals sind freilich aus der Zeit gefallen: Das Bürgertum ergriff die Macht in Deutschland – zunächst über ein Bündnis mit den Kräften der „Reaktion – und verlor sie nur in Mitteldeutschland für 40 Jahre. Die damals radikal-nationale Linke ist seit einigen Jahrzehnten auf Nationalmasochismus und Liberalismus aus. Freilich spaltet sich schon um 1848 herum die Linke in zwei Fraktionen – eine reformistisch-nationale und eine marxistische. Was die damaligen noch radikaleren Marxisten als die damalige radikale Linke forderten, würde heute keiner fordern: Die „Gemanisierung“ Belgiens und der Niederlande, einen „Weltkrieg“ im Namen der Revolution gegen Slawen und Russland – als „deutsche Weltaufgabe“.

Die AfD ist selbst eine Partei ohne „Tradition“ und auch „Ideologie“. Dies unterscheidet sich von anderen erfolgreichen rechtspopulistischen Parteien in Europa, die allesamt über eine Tradtion und auch ideologische Herkunft verfügen. Sei es wie die FPÖ die aus einer langen nationalliberalen Tradition stammt und wie Wilders der ein ideoligisierter Neocon ist. Entgegen der Behauptung verfügen fast alle erfolgreichen „rechten“ Populisten über ein „Programm“, nur bei der AfD sieht es hier mau aus.

Dies wird nun etwa von Alexander Gauland positiv gesehen, weil er ehlicherweise zugibt, dass so etwas die AfD gar nicht in der momentanen Lage braucht. So ist die AfD auch gar nicht mit der ebenfalls populistischen LINKEN und alten PDS zu vergleichen – weil es in diesen ständige Inhalts- und Programmdebatten gibt und gab. Da die AfD auch einen Besen als Spitzenkandidaten aufstellen kann und sie trotzdem gewählt würde, braucht Gauland eben keine inhaltlichen Debatten.

Verfasser: Sozrev

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